- 22.08.2013, 11:13:45
- /
- OTS0085 OTW0085
Bures präsentiert in Alpbach "Leitprogramm Forschung und Innovation"
Mehr Geld für Forschung, Stiftungsprofessuren und Start-ups
Utl.: Mehr Geld für Forschung, Stiftungsprofessuren und Start-ups =
Wien (OTS/BMVIT) - Forschung schafft Arbeitsplätze. Eine einfache
Rechnung, die in den vergangenen Jahren auch in Österreich
aufgegangen ist: In den letzten fünf Jahren hat das BMVIT die
angewandte Forschung mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro gefördert. Mit
diesen Investitionen wurden 10.000 Forschungsarbeitsplätze
finanziert. Mit neuen Produkten und neuen Technologien aus
geförderten Projekten wurden 92.000 Arbeitsplätze in Österreich
geschaffen bzw. gesichert. Daher will Technologieministerin Bures die
betriebliche Forschung in der kommenden Legislaturperiode weiter
ausbauen. Die Ministerin legte dazu beim diesjährigen
Technologieforum in Alpbach ihr "Leitprogramm Forschung und
Technologie 2013-2018" vor. ****
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle, dem Vorsitzenden des Rats für Forschung und
Technologieentwicklung Hannes Androsch und Karl Blecha, dem
Präsidenten der Gesellschaft zur Förderung der Forschung, skizzierte
die Ministerin ihre Pläne im Technologiebereich für die nächsten
Jahre.
Sie will den Produktionsstandort Österreich mit Spitzenforschung
weiter stärken, Technologie-Start-ups fördern, Technologien für mehr
Lebensqualität unterstützen, die systematische Zusammenarbeit mit den
großen Forschungsunternehmen im Rahmen des Industriegipfels weiter
ausbauen und schließlich soll es auch mehr Geld für die betriebliche
Forschung geben. Für den Ausbau der Forschung und
Innovationsförderung sind zusätzliche 340 Mio. Euro notwendig. Mit
dieser Aufstockung kann die betriebliche Forschung ihren Beitrag zu
einer Forschungsquote von 3,76 % im Jahr 2020 leisten.
Das "Leitprogramm Forschung und Innovation 2013-2018" im Detail:
1. Produktionsstandort Österreich mit Spitzenforschung stärken
Österreichs Produktionsbetriebe erbringen einen bedeutenden Teil der
heimischen Wirtschaftsleistung und sichern rund 661.000 hochwertige
Arbeitsplätze. "Damit Österreichs Produktionsbetriebe international
wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie schneller, besser und
umweltfreundlicher produzieren als ihre Konkurrenten in
Niedriglohnländern. Dazu ist intensive Forschung notwendig", betont
die Ministerin. Zur Stärkung der Forschung in der heimischen
Produktionsindustrie wird das bmvit in den kommenden Jahren folgende
Maßnahmen setzen:
Stiftungsprofessuren: Für Österreichs Produktionsbetriebe sollen bis
zum Jahr 2018 mindestens 300 zusätzliche Forscher/innen zur Verfügung
stehen. Im ersten Schritt initiiert das bmvit zwei
Stiftungsprofessuren mit Schwerpunkt auf Produktionsforschung an
heimischen Universitäten. Damit wird dem akuten Fachkräftemangel bei
akademischen Spitzenkräften in Produktionsbetrieben begegnet.
In den kommenden fünf Jahren werden in Feldern mit hohem Nachwuchs
und Forschungsbedarf insgesamt zehn Stiftungsprofessuren an
österreichischen Universitäten eingerichtet. Folgende
Forschungsfelder werden derzeit geprüft: Telematik/IKT, intelligente
Verkehrssysteme, alternative Antriebe (v.a. Wasserstoff und
Brennstoffzelle) sowie Technologien für ältere Menschen. Im Rahmen
des Industriegipfels des bmvit in Alpbach 2013 haben maßgebliche
Industriebetriebe ihre Unterstützung für dieses Vorhaben zugesagt.
Förderung der Produktionsforschung heimischer Unternehmen: Im Jahr
2014 wird das bmvit die Produktionsforschung der heimischen Betriebe
mit rund 100 Mio. Euro fördern. Damit ist eine erfolgreiche
Fortführung der bisherigen Forschungsaktivitäten sichergestellt.
2. Technologie-Start-ups auf die Beine helfen
Die geringe Gründungsdynamik im heimischen Technologiesektor wird in
Standortstudien und internationalen Benchmarkings als Schwäche des
österreichischen Innovationssystems bewertet. Daher wird das bmvit
die Anstrengungen zur Förderung von Unternehmensgründungen sowie die
Unterstützung von Start-ups im Technologiebereich verstärken. Das
bmvit hat derzeit rund 600 technologie-orientierte Start-ups in
seinem Förderportfolio. Jährlich treten rund 150 neue Start-ups mit
ihren Projekten und Ideen an die Förderstellen heran. Für die
kommenden Jahre werden folgende Ziele gesetzt:
Steigerung der Zahl geförderter innovationsgetriebener Start-ups von
derzeit 150 pro Jahr um 20 % auf 180 pro Jahr.
Start-ups beim Wachstum unterstützen: Während 90 % der geförderten
Unternehmen es schaffen, ihre Ideen zu markfähigen Prototypen zu
bringen, schaffen danach 50 % keinen erfolgreichen Markteintritt.
Ziel für die kommenden fünf Jahre ist es, den Anteil der markfähigen
Unternehmen von 50 % auf 80 % zu steigern.
Vernetzung mit "Frontrunner"-Unternehmen: Zugang zu Risikokapital
ist zwar für Start-ups essentiell, aber in vielen Fällen sind die
Zugänge zu großen Unternehmen als Referenzkunden ein wichtiger
Erfolgsfaktor. Dazu wird das bmvit gemeinsame Projekte von namhaften
Forschungsunternehmen und Start-ups mit einem "Kooperationsbonus"
fördern: In solchen Fällen wird die Fördersumme um 15 % angehoben.
Durch die Kooperationsprojekte erhalten Start-ups bessere Zugänge in
wichtige Netzwerke. Beim Industriegipfel in Alpbach haben bereits
mehrere Industriebetriebe ihr Engagement bei dieser Initiative
zugesagt.
Bures zum Hintergrund dieser Initiative: "Weil es zu wenige
Gründungen neuer Betriebe mit neuen Ideen gerade für hochwertige
Produktion gibt, werden wir und Österreichs innovativste
Industriebetriebe gemeinsam den Start-ups auf die Beine helfen."
3. Technologie für mehr Lebensqualität fördern
Der inhaltliche Schwerpunkt der Forschungs- und Technologiepolitik
des bmvit wird auf sozial relevante Forschungsgebiete gelegt, die das
Leben der Menschen unmittelbar betreffen, wie etwa die Senkung der
Energiekosten durch Passivhäuser, gleichberechtigte, leistbare und
barrierefreie Mobilität und selbstbestimmtes Leben im Alter durch
Informations- und Kommunikationstechnologien. Damit wird
sichergestellt, dass die investierten Steuergelder den Bürgerinnen
und Bürgern einen konkreten und unmittelbaren Nutzen bringen. Hierzu
werden folgende Maßnahmen gesetzt:
Forschung für mehr Lebensqualität: Forschung und Innovation haben
einen großen Anteil an der Steigerung von Lebensqualität. Dabei wird
das bmvit in den kommenden Jahren folgende Themen bearbeiten:
- Energieeffiziente Gebäude und "Smart Cities"
- Technologien für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
- Klinische Studien für neue Medikamente von österreichischen KMU und
Start-ups
- Technologien für gleichberechtigte, leistbare und barrierefreie
Mobilität
Insgesamt wird das bmvit in den kommenden fünf Jahren rund 200 Mio.
Euro in die Entwicklung solcher Technologien investieren, die den
Bürgerinnen und Bürgern unmittelbaren Nutzen bringen sowie
gesellschaftliche und soziale Probleme lösen.
Zehn Living Labs für Österreich: Innovationen sind nur dann
nachhaltig am Markt erfolgreich, wenn sie einen echten Bedarf
abdecken. Um die Entwicklung möglichst realitätsnaher und nützlicher
Produkte und Dienstleistungen voranzutreiben, wird die Zusammenarbeit
von Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Konsument/innen
forciert.
Das gemeinsame Entwickeln und Testen durch Menschen in einer
realitätsnahen Umgebung erhöht die Chance, dass das Ergebnis am Markt
angenommen wird. Technologische Innovationen werden zu sozialen
Innovationen, wenn sie das Leben von Menschen positiv verändern. Das
bmvit wird daher in den kommenden fünf Jahren die Einrichtung von
zehn sogenannten "Living-Labs" in Österreich vorantreiben, in denen
Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Konsument/innen gemeinsam an
der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen arbeiten, die am
Markt gebraucht werden und einen positiven Beitrag für unsere
Gesellschaft leisten. Für die Errichtung der zehn "Living Labs" sieht
das bmvit 20 Mio. Euro vor.
4. Industriegipfel als Plattform für Kooperation bmvit und
Forschungsunternehmen ausbauen
Gemeinsam mit 22 Industrieunternehmen des Landes hat das bmvit
mehrere Initiativen zum Ausbau der angewandten Forschung gesetzt: So
haben sich diese Unternehmen 2011 gemeinsam dazu bekannt, innerhalb
von vier Jahren ihre Forschungsausgaben um 20 % zu steigern - um
schon nach nur zwei Jahren eine Steigerung um 24 % zu erreichen. Das
Beispiel zeigt: Durch Kooperation und gemeinsame Ziele kann der
Forschungsstandort nachhaltig gestärkt werden. Die positive Wirkung
des Industriegipfels ist eine Bestärkung, dieses Instrument stärker
zu nutzen.
Die Initiative soll weiter ausgebaut werden. Die heimischen
"Frontrunner"-Unternehmen beschäftigen rund 135.000
Mitarbeiter/innen, investieren 3,1 Mrd. Euro in Forschung und
Entwicklung und bestreiten damit 80 % der angewandten Forschung in
Österreich. Beim Industriegipfel legen das bmvit und die Unternehmen
gemeinsame Ziele für den Forschungsstandort fest, justieren die
Forschungsförderung nach und bilden ein gemeinsames Netzwerk für
Kooperation.
Innovationsministerin Bures zum verstärkten Schulterschluss mit den
Unternehmen: "Durch direkte Kooperation wird unser Vorsprung als
Innovationsland ausgebaut. Die Unternehmen sind gute Partner in
dieser Strategie, denn schließlich haben wir ein gemeinsames
Interesse, und das ist die Stärkung des Standorts."
5. Mit 340 Mio. Euro die Forschungsquote auf 3,76 % steigern
In den vergangenen fünf Jahren hat das bmvit die vorhandenen Mitteln
wirksam eingesetzt, um sinnvolle Forschung zu betreiben, den
Forschungsanteil in den Unternehmen zu steigern, heimische
Marktführer zu stärken und zahlreiche Arbeitsplätze zu schaffen bzw.
abzusichern.
Die vergangenen fünf Jahre haben aber auch gezeigt, dass in der
angewandten Forschung substanzielle Mittel fehlen: So wurde etwa bei
der ersten Ausschreibung von Förderungen für "Produktion der Zukunft"
der achtfache Geldbedarf sichtbar. Eine Reihe guter Projekte konnte
nicht realisiert werden. Zwar hat das bmvit die Mittel für diesen
Bereich von "0 Mio. im Jahr 2011 auf 95 Mio. im Jahr 2012 fast
verdoppelt. In anderen Technologiebereichen wird dennoch wegen
Geldmangels viel Potenzial nicht genutzt, das der heimische
Wirtschaft viel bringen kann.
Damit die vorgesehene F&E-Quote von 3,76 % bis 2020 erreicht werden
kann, werden im bmvit zusätzlich rund 340 Mio. Euro benötigt. Ein
Teil dieses Bedarfs kann mit den Mitteln aus der
Frequenzversteigerung gedeckt werden. Wenn aber eine F&E-Quote von
3,76 % tatsächlich erreicht werden soll, sind jedenfalls zusätzliche
Mittel aus dem Budget vorzusehen.
"Ich will, dass kein gutes, chancenreiches Projekt von Unternehmen
im Regen stehen gelassen wird, nur weil kurzfristig Budgetmittel
fehlen. Das kann sich Österreich als Wirtschaftsstandort nicht
leisten. Und es kommt letztlich volkswirtschaftlich teurer", so Bures
abschließend. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVM






