- 22.08.2013, 09:30:31
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Alpbach - Karlheinz Töchterle plädiert für "breite Spitze" in der österreichischen Unilandschaft
BMWF-Diskussionsveranstaltung zum Thema "Die ideale Universität - Forschung, Lehre, Innovation"

Utl.: BMWF-Diskussionsveranstaltung zum Thema "Die ideale
Universität - Forschung, Lehre, Innovation" =
Alpbach (OTS) - "Die ideale Universität - Forschung, Lehre,
Innovation" stand heuer im Mittelpunkt der traditionellen
Diskussionsveranstaltung des Wissenschafts- und
Forschungsministeriums am Vorabend der Eröffnung der Alpbacher
Technologiegespräche. Wissenschafts- und Forschungsminister Dr.
Karlheinz Töchterle ging unter der Moderation von Michael
Fleischhacker mit Dr. Dieter Lenzen (Universität Hamburg), Dr. Andrea
Schenker-Wicki (Österreichischer Wissenschaftsrat, Universität
Zürich) und Dr. Monika Henzinger (Universität Wien) der Frage nach,
wie Universitäten im Spannungsverhältnis Forschung, Lehre und
Innovation möglichst ideal agieren und sich positionieren können.
Denn wissenschaftliche Einrichtungen bewegen sich am Beginn des 21.
Jahrhunderts zwischen den Extremen eines humanistischen Ideals von
Forschung und Lehre auf der einen Seite und der aktuellen
Anforderung, für Innovation zu sorgen, auszubilden und den Standort
zu sichern auf der anderen Seite.
Töchterle plädierte, gefragt nach seiner Vorstellung der idealen
Hochschullandschaft in Österreich, für eine "breite Spitze": Dieses
scheinbare Paradoxon berücksichtige gerade auch den Wert der
Regionen. "Wir haben in Österreich mehrere Universitäten von hoher
Qualität, die wir halten und weiter ausbauen können", sprach sich der
Minister gegen eine wissenschaftliche und folglich kulturelle und
wirtschaftliche Ausdünnung der Regionen und Konzentration auf eine
oder wenige "Elite-Universitäten" aus. Damit diese "breite Spitze"
zum Erfolg führe, müssen aus Sicht Töchterles gewisse Aspekte erfüllt
werden, etwa das Berücksichtigen einer kritischen Größe sowie
Profilbildung und das Schaffen von Verbünden zur verstärkten
Zusammenarbeit, wie dies etwa am Sonntag mit der Unterzeichnung eines
Kooperationsabkommens dreier Unis im Rahmen der EUREGIO erreicht
wurde.
Der Minister bekräftigte sein Ziel, die Hochschulen künftig
finanziell noch besser auszustatten, betonte aber auch: "Ich glaube
nicht, dass immer nur Geld Wissenschaft spielt." Es gebe eine Fülle
an Fächern, wo man auch mit wenigen Mitteln erfolgreich sein könne.
Neben der öffentlichen Mittelausstattung gelte es aber gerade auch in
Österreich - laut OECD leisten private Haushalte in keinem anderen
OECD-Land einen so geringen Beitrag -, verstärkt private Mittel zu
lukrieren. Dazu gehören auch Studienbeiträge - "für jene, die es sich
leisten können, und in einer Höhe, die niemandem von einem Studium
abhält". Weiters plädierte Töchterle einmal mehr für eine höhere
Wertschätzung von Handwerksberufen und nichtakademischen
Ausbildungen. "Wir haben einen sehr guten Ausbildungsmix, das zeigen
uns auch die Arbeitsmarktdaten, gerade bei jungen Menschen."
Bei seiner "platonischen Annäherung" an die ideale Universität
betonte Töchterle, dass die "starke Gemeinsamkeit der forschenden
Lehre und Bildung durch Wissenschaft moderner und aktueller denn je
ist". Als Beispiel nannte er etwa die Doktoratskollegs, die zuletzt
mit rund 18 Millionen Euro ausgebaut wurden. "Forschung im Team
gemeinsam mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern -
gerade das macht Universität aus."
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