• 21.08.2013, 15:59:31
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NEWS undercover in geheimer Facebook-Gruppe blauer Nazis

Judenbeschimpfung, Hitler-Verehrung und Moslembedrohung umfassend dokumentiert.

Utl.: Judenbeschimpfung, Hitler-Verehrung und Moslembedrohung
umfassend dokumentiert. =

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am
Donnerstag erscheinenden Ausgabe über die geheime Facebook-Gruppe
"Wir stehen zur FPÖ!". Die knapp 150 handverlesenen Mitglieder dieser
Gruppe umfasste FPÖ-Funktionäre vom Bundesparteiobmann-Stellvertreter
über zahlreiche Nationalrats- und Landtagsabgeordnete bis hin zu
einfachen FPÖ-Mitgliedern.

Im Irrglauben "unter sich" zu sein, wurden in zahlreichen Postings
Muslime bedroht, Hitler verehrt und Juden beschimpft. Ein paar
Zitate: "Der ganze Muslime-Scheißhaufen gehört mit Benzin übergossen
und angezündet, die Benzinkosten übernimm selbstverständlich ich."
Oder: "Diese Kameldreckfresser gehören ALLE ausradiert, ohne
Ausnahme!"

Ins Visier der Extremisten gerieten auch die Politiker Karl
Öllinger (Grüne), Kanzler Werner Faymann (SPÖ), Wiens Bürgermeister
Michael Häupl (SPÖ) und Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP). Zu
Faymann heißt es gar: "Ein echtes rotes Schwein und der gehört ins
Grab hinein." Ein Gruppenadministrator fragte im Hinblick auf den
deutschen SPD-Chef Sigmar Gabriel, ob jemand "einen Scharfschützen"
kenne. Zitat: "Der könnte viel Arbeit bekommen."

NEWS bekam die Zugangsdaten zur Gruppe über einen Fake-Account der
von der Initiative "Heimat ohne Hass" angelegt wurde. Über Monate
hinweg wurden die Aktivitäten in der Gruppe minutiös dokumentiert.
Durch die Gruppeneinstellungen war es auch möglich nachzuvollziehen,
welcher FPÖ-Politiker welches Posting gesehen hat - ohne dagegen zu
protestieren oder aus der Gruppe auszutreten.

NEWS konfrontierte die Gruppenadministratorin Andrea Kellner,
FP-Gemeinderätin in Bad Fischau, mit den Fakten. Frau Kellner
distanzierte sich "von gar nix" und beendete das Gespräch.
FPÖ-Bundesobmannstellvertreter Johann Gudenus nannte die Postings
gegenüber NEWS "widerwärtig". Er trete sofort aus der Gruppe aus und
habe derartiges nie gelesen.

Mario Eustacchio, Stadtrat in Graz, und Udo Guggenbichler, Wiener
Landtagsabgeordneter, die laut Facebook-Protokoll gelesen hatten,
dass "Juden" nun "den 3. Weltkrieg schüren" würden, gehen ebenfalls
auf Distanz. Man sei auf Facebook nicht übermäßig aktiv und wolle mit
derart menschenverachtenden Postings nichts zu tun haben.

Weitere Enthüllungen zur Causa werden in der am Donnerstag
erscheinenden Ausgabe von NEWS veröffentlicht.

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