- 21.08.2013, 09:03:23
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Mindestsicherung: AKNÖ bestätigt Kritik von Armutskonferenz
Am Land beantragen deutlich weniger Menschen Mindestsicherung, als ihnen zusteht
Utl.: Am Land beantragen deutlich weniger Menschen Mindestsicherung,
als ihnen zusteht =
Wien (OTS/AKNÖ) - Die AKNÖ schließt sich der Kritik der
Armutskonferenz an der Bedarfsorientierten Mindestsicherung großteils
an. Aus den vorliegenden Daten würde hervorgehen, dass offenbar nur
ein Teil der Menschen Mindestsicherung beantragt, der einen Anspruch
darauf hätte. Besonders groß sei das Phänomen in ländlichen Regionen.
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert: "Kein Wahlkampf auf Kosten
von sozial schlechter gestellten ÖsterreicherInnen!"
Auf der Landkarte muss man genau hinsehen um zu wissen, ob man gerade
am Gebiet der Statutarstadt Krems ist oder sich im politischen Bezirk
Krems Land befindet. In sozialer Hinsicht ist sie klar sichtbar.
Kommen im Bezirk Krems Land auf etwa 56.000 EinwohnerInnen 242
BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS), sind es
bei den 24.000 EinwohnerInnen von Krems Stadt 618. Das geht aus dem
Sozialstatistischen Handbuch der AKNÖ hervor. "Pro EinwohnerIn
beziehen also in der Stadt Krems sieben Mal mehr Menschen
Mindestsicherung als im Bezirk Krems Land", erklärt
AKNÖ-Sozialexperte Maximilian Weh. Dieser Unterschied sei kein
Einzelfall: "In den niederösterreichischen Städten beziehen deutlich
mehr Menschen Mindestsicherung als am Land, wenn auch der Unterschied
meistens nicht ganz so stark ausgeprägt ist wie in Krems."
Nur 32 Prozent der Anspruchsberechtigten beziehen
Mindestsicherung
Für den Sozialexperten lassen die Zahlen nur den Schluss zu "dass vor
allem in ländlichen Gebieten bei weitem nicht so viele Menschen
Mindestsicherung beantragen wie Anspruch hätten." Er bestätigt damit
die Kritik der Armutskonferenz. Diese geht davon aus, dass in
Niederösterreich nur rund 32 Prozent der Anspruchsberechtigten BMS
beziehen. Noch weniger sind es in Kärnten und Oberösterreich. Auch im
Österreich-Schnitt sind es nur 50 Prozent. "Die Gründe dafür sehe ich
ähnlich wie die Armutskonferenz: Vor allem in kleinen Gemeinden
schämt man sich." Auch die besonders strengen Kontrollen seien eine
Hürde für Betroffene, sagt Weh. "Der langjährige Sozialsprecher der
ÖVP, Gottfried Feuerstein, bezeichnet das in seiner Kolumne in den
Vorarlberger Nachrichten sogar als Schikanen und rät deswegen
Betroffenen sich einen Antrag genau zu überlegen, wenn es irgendwie
anders geht."
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert angesichts der Zahlen, die
Menschen besser über ihre Rechte zu informieren. "Die
Mindestsicherung ist für viele Menschen eine notwendige
Überbrückungshilfe. Niemand darf sich schämen müssen, dass er sie
beantragt. Und jeder und jede, der Mindestsicherung braucht, soll
auch Bescheid wissen, wie er oder sie sie beantragen kann." Aus dem
Wahlkampf müsse die Mindestsicherung jedenfalls herausgehalten
werden, fordert der AKNÖ-Präsident.
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