- 17.08.2013, 10:00:31
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AUVA will einheitliches Begriffsverständnis in Gesundheitswelt schaffen
Obfrau Römer: "Um uns besser abzustimmen, müssen wir uns zuerst einigen, worüber wir sprechen
Utl.: Obfrau Römer: "Um uns besser abzustimmen, müssen wir uns
zuerst einigen, worüber wir sprechen =
Alpbach (OTS) - Die AUVA will ein einheitliches Begriffsverständnis
für "Prävention" und "Gesundheitsförderung" schaffen. Dazu lädt sie
alle wichtigen Stakeholder der heimischen Gesundheitswelt zu ihren
Gesprächen nach Alpbach.
In Österreich werden nur rund 1,8 Prozent des Gesundheitsbudgets
(knapp unter 500 Millionen Euro) für Prävention aufgewendet. In der
aktuellen Gesundheitsreform sollen nun weitere 150 Millionen Euro
über zehn Jahre hinzukommen.
"Doch bevor wir dieses Geld in die Hand nehmen, ist es wichtig,
die Begriffe zu klären", sagt die Obfrau der Allgemeinen
Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Renate Römer. Um ein gemeinsames
Verständnis für Prävention und Gesundheitsförderung zu schaffen und
sich auf eine einheitliche Verwendung der Begriffe zu einigen, lädt
die AUVA zu ihrer Veranstaltungsreihe "Präventions-Charta Österreich"
ein. Im Rahmen der Gesundheitsgespräche von Alpbach sollen sich dabei
die wichtigsten Stakeholder der Gesundheitswelt -
Sozialversicherungen, Sozialpartner, Ministerien, Bund und Länder und
andere - auf ein gemeinsames Sprachverständnis einigen.
"Wir wollen nicht über Zuständigkeiten sprechen", so Römer,
"sondern mithelfen, dass sich die einzelnen Organisationen besser
untereinander abstimmen." Unterstützt wird die Obfrau der AUVA dabei
von der Vorsitzenden der Trägerkonferenz und Obfrau der Wiener
Gebietskrankenkasse (WGKK), Ingrid Reischl: "Es ist sehr zu begrüßen,
dass die AUVA diesen Prozess startet. In diesem Zusammenhang ist
besonders wichtig, dass Prävention und Gesundheitsförderung als
integrativer Prozess verstanden wird, der auch Kuration bzw.
Therapie, Rehabilitation und Pflege miteinbezieht."
Gemeinsamen Nenner finden
In diesem Zusammenhang führt Reischl ein aktuelles Beispiel aus
Oberösterreich an: "Im AKH Linz werden Langsam-Lauf-Aktivitäten für
Krebspatientinnen und -patienten gemeinsam mit den betreuenden
Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal organisiert. Die mäßige
Bewegung macht nicht nur den Körper stärker, sondern verbessert auch
das Erleben sowie die psychosoziale Situation der Betroffenen."
Was die nun gestarteten Gespräche angeht, so zeigt sich Reischl
zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit ein gemeinsamer Nenner
gefunden wird und betont: "Obwohl alle Sozialversicherungsträger ihre
Angebote ausbauen - so sind etwa bei der WGKK zusätzlich zur
betrieblichen Gesundheitsförderung und dem schulischen Bereich das
Projekt "Richtig essen von Anfang an" und die
Zahngesundheitsförderung hinzugekommen - braucht niemand Angst vor
Überversorgung haben. Die Ausgaben für Gesundheitsvorsorge und
Prävention sind hierzulande nämlich sehr gering."
Auch SVA und PVA für mehr Prävention
Auch die Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA)
unterstützt das Vorhaben ihrer Schwesternorganisation: "Ich freue
mich über diese Initiative der AUVA. Damit setzen wir gemeinsam ein
klares Signal für mehr Prävention", so Peter McDonald,
geschäftsführender Obmann der SVA. "Der Schlüssel zu mehr Gesundheit
liegt in gezielter Prävention", weiß man in der Sozialversicherung
der Selbständigen und hat bereits vergangenes Jahr das Vorsorgemodell
"Selbständig Gesund" gestartet - ganz nach dem Motto "Vorsorgen statt
heilen".
Manfred Felix, Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, freut sich
ebenfalls über die Initiative: "Die Pensionsversicherungsanstalt
unterstützt jedenfalls die Initiative von Obfrau Römer. Ein
gemeinsames Begriffsverständnis am Beginn eines Reformprozesses ist
notwendig, damit alle Beteiligten in dieselbe Richtung gehen und die
Hebel an derselben Stelle ansetzen. Zumal nehmen "Prävention" und
"Gesundheitsvorsorge" auch einen immer höheren Stellenwert in der
Pensionsversicherung ein. Unser Bestreben ist schließlich, die Zahl
jener Personen, die krankheitsbedingt frühzeitig aus dem Erwerbsleben
ausscheiden, zu senken. Dafür müssen wir schon weit vor dem Antrag
auf Pension bzw. Rehabilitation, nämlich im Bereich der
Gesundheitsvorsorge, ansetzen."
Ziel: Mehr gesunde Lebensjahre
AUVA-Obfrau Römer beruft sich in ihrem Vorhaben auf die Studie der
OECD "Health at a glance". Die Studie legt dar, dass die Österreicher
nur 59,7 gesunde Lebensjahre vor sich haben und damit fast zwanzig
Jahre mit Krankheit verbringen. Österreich liegt damit im hinteren
Drittel der Gesundheitserwartung innerhalb der EU. "Unser Ziel ist es
also , dass die Menschen in unserem Land mehr Jahre bei guter
Gesundheit verbringen", so Römer. "Dazu müssen wir uns besser
abstimmen. Zuerst aber müssen wir uns einig sein, worüber wir
überhaupt sprechen."
Die Veranstaltung "Präventions-Charta Österreich" findet von 17.
bis einschließlich 19. August in Alpbach statt. Sie steht allen
Besuchern offen. Das Programm finden Sie unter www.auva.at.
Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 4,7 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiterinnen und Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 450.000
Selbständige sowie 1,4 Millionen SchülerInnen und Studierende. Die
AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung fast zur
Gänze aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die
vorrangige Kernaufgabe der AUVA, denn die Verhütung von Unfällen und
die Vorbeugung von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei
weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und
finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.
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