AK Muhm zu Österreich-Aufschlag: "Bußgelder und Kartell-Ermittlungen sprechen eine klare Sprache"

Überhöhte Preise auf die Löhne schieben ist respektlos gegenüber den Handelsbeschäftigten

Wien (OTS) - "Die Bußgelder, die das Kartellgericht verhängt hat und die Ermittlungen, die laut Medienberichten im Bereich Lebensmitteleinzelhandel noch geführt werden, sprechen eine klare Sprache", sagt AK Direktor Werner Muhm. Die unabhängigen Untersuchungen der AK zeigen, dass es einen Österreich-Aufschlag gibt. "Der Handel kann das nicht weg reden - wir wollen, dass die Gründe für den Österreich-Aufschlag untersucht werden", verlangt AK Direktor Werner Muhm.

Das Argument der höheren Lohnkosten gilt jedenfalls nicht, so die AK:
Selbst nach den Daten der WKO ist der Anteil der Arbeitskosten am Umsatz in Österreich nur um 3 Prozentpunkte höher als in Deutschland, kann also die viel höheren Preisunterschiede nicht erklären. Hausdurchsuchungen, Kartellstrafen und Kartellverfahren im Handel legen vielmehr nahe, dass die überhöhten Preise an der Marktkonzentration liegen. "Die Preise auf die angeblich hohen Löhne zu schieben ist angesichts der Kartellverfahren billig und respektlos gegenüber den ArbeitnehmerInnen", sagt Muhm.

Dem laut WKO um 3 Prozentpunkte höheren Arbeitskostenanteil am Umsatz stehen laut AK Preismonitorings Aufschläge gegenüber von durchschnittlich 17 Prozent bei günstigsten Lebensmitteln (Wien Berlin, März, 40 Produkte), 15 Prozent bei identen Marken-Lebensmitteln (Wien München, April, 47 Produkte) und 30,8 Prozent bei identen Marken-Drogerieprodukten (Wien Köln, März, 166 Produkte).

Dass Lebensmittel als Preistreiber die Teuerung anheizen, stellte im Juni auch die Statistik Austria fest: demnach verteuerten sich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 4,4 Prozent gegenüber 2,2 Prozent Inflationsrate insgesamt. "Problematisch ist die im internationalen Vergleich hohe Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Wo eine solche Situation gegeben ist, ist der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung oft nicht weit", so Muhm.

"Dass der Handel unter Druck ist, ist verständlich. Die Argumentation ist allerdings mehr ein Eigentor als ein wirksames Argument gegen die AK Preisvergleiche", so Muhms Re-sümee. Ganz grundsätzlich haben angesichts des niedrigen Anteils der Personalkosten am Umsatz geringe Lohnkostenunterschiede faktisch keinen Einfluss auf die Kostenstruktur und damit auf die Preise.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Katharina Nagele
Tel.: (+43-1) 501 65 2678
katharina.nagele@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002