• 14.08.2013, 16:27:55
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AK Muhm zu Österreich-Aufschlag: "Bußgelder und Kartell-Ermittlungen sprechen eine klare Sprache"

Überhöhte Preise auf die Löhne schieben ist respektlos gegenüber den Handelsbeschäftigten

Utl.: Überhöhte Preise auf die Löhne schieben ist respektlos
gegenüber den Handelsbeschäftigten =

Wien (OTS) - "Die Bußgelder, die das Kartellgericht verhängt hat und
die Ermittlungen, die laut Medienberichten im Bereich
Lebensmitteleinzelhandel noch geführt werden, sprechen eine klare
Sprache", sagt AK Direktor Werner Muhm. Die unabhängigen
Untersuchungen der AK zeigen, dass es einen Österreich-Aufschlag
gibt. "Der Handel kann das nicht weg reden - wir wollen, dass die
Gründe für den Österreich-Aufschlag untersucht werden", verlangt AK
Direktor Werner Muhm.

Das Argument der höheren Lohnkosten gilt jedenfalls nicht, so die AK:
Selbst nach den Daten der WKO ist der Anteil der Arbeitskosten am
Umsatz in Österreich nur um 3 Prozentpunkte höher als in Deutschland,
kann also die viel höheren Preisunterschiede nicht erklären.
Hausdurchsuchungen, Kartellstrafen und Kartellverfahren im Handel
legen vielmehr nahe, dass die überhöhten Preise an der
Marktkonzentration liegen. "Die Preise auf die angeblich hohen Löhne
zu schieben ist angesichts der Kartellverfahren billig und respektlos
gegenüber den ArbeitnehmerInnen", sagt Muhm.

Dem laut WKO um 3 Prozentpunkte höheren Arbeitskostenanteil am Umsatz
stehen laut AK Preismonitorings Aufschläge gegenüber von
durchschnittlich 17 Prozent bei günstigsten Lebensmitteln (Wien
Berlin, März, 40 Produkte), 15 Prozent bei identen
Marken-Lebensmitteln (Wien München, April, 47 Produkte) und 30,8
Prozent bei identen Marken-Drogerieprodukten (Wien Köln, März, 166
Produkte).

Dass Lebensmittel als Preistreiber die Teuerung anheizen, stellte im
Juni auch die Statistik Austria fest: demnach verteuerten sich
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 4,4 Prozent gegenüber 2,2
Prozent Inflationsrate insgesamt. "Problematisch ist die im
internationalen Vergleich hohe Marktkonzentration im
Lebensmitteleinzelhandel. Wo eine solche Situation gegeben ist, ist
der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung oft nicht weit", so
Muhm.

"Dass der Handel unter Druck ist, ist verständlich. Die
Argumentation ist allerdings mehr ein Eigentor als ein wirksames
Argument gegen die AK Preisvergleiche", so Muhms Re-sümee. Ganz
grundsätzlich haben angesichts des niedrigen Anteils der
Personalkosten am Umsatz geringe Lohnkostenunterschiede faktisch
keinen Einfluss auf die Kostenstruktur und damit auf die Preise.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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