FP-Frank: Balkone an straßenseitigen Fronten kaum umsetzbar

Probleme überwiegen die Vorteile!

Wien (OTS/fpd) - Im Zuge der neuen Bauordnung sollen nun Balkone auch an straßenseitigen Fronten zugelassen werden, was bisher nicht der Fall war. Grundsätzlich ist das Bedürfnis nach Licht und Luft im Freien für Bewohner nachvollziehbar, doch ergeben sich daraus doch einige Probleme, erklärt die Wohnbausprecherin der FPÖ-Wien, LAbg. Henriette Frank.

Wenn SPÖ-Stadtrat Ludwig davon spricht, dass auch Gründerzeithäuser nachgerüstet werden sollen, so scheine der Denkmalschutz in Wien keine große Rolle mehr zu spielen. Denn dazu müssten diverse Dekorteile abgeschlagen werden, die unwiederbringlich verloren gingen. Zudem wäre der Ensembleschutz - wenn bei Wohnhäusern der Stadt Wien z.B. Balkone "angehängt würden" und bei privaten etwa nicht - nicht mehr gewährleistet und das Stadtbild würde darunter leiden, gibt Frank zu bedenken.

Ein wesentliches Problem sieht Frank jedoch in jenen Wohnhäusern der Stadt Wien (sozialer Wohnbau), wo im Zuge von Sanierungsmaßnahmen Balkone angebracht würden. Denn dazu bedürfe es spezieller Vorrichtungen (Isokörbe), um eine wärmebrückenarme Konstruktion zu ermöglichen und die Sinnhaftigkeit der Wärmedämmung zu gewährleisten. Schon jetzt seien die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen durch die Stadt für viele Mieter unerschwinglich. Kämen jetzt noch teure Balkonkonstruktionen dazu, dann müssten - so wie im Fall Rosensteingasse - viele Bewohner aus Kostengründen ihre Wohnungen verlassen, kritisiert Frank weiter.

Zudem gebe es schon jetzt bei vielen Neubauten Balkone, die in kurzer Zeit dicht gemacht wurden und nun als Loggien zur Wohnraumerweiterung dienen. Ein oft unschöner Anblick, denn nicht selten würden diese neu gewonnenen Räume als Lagerplatz für ausrangierte Dinge verwendet. Hinzu kämen Lärmprobleme, wenn sich die Bewohner - so wie in letzter Zeit häufig der Fall - nicht an die entsprechenden Regeln halten. Zusätzlich werde der Balkon wahrscheinlich auch noch zum Grillplatz umfunktioniert.

"Die Probleme überwiegen die Vorteile! Daher wäre es sinnvoll, den Menschen vor Beschluss des Gesetzes nicht durch ein bequemes Angebot falsche Hoffnungen zu machen, die sich in der Realität kaum umsetzen lassen", schließt Frank. (Schluss) hn

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