- 13.08.2013, 11:30:05
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Stiftungsprofessuren für Produktionsforschung an heimischen Unis
BMVIT und Marshall-Plan-Stiftung initiieren langfristige strategische Zusammenarbeit von Industrie und Universitäten für den Produktionsstandort Österreich.
Utl.: BMVIT und Marshall-Plan-Stiftung initiieren langfristige
strategische Zusammenarbeit von Industrie und Universitäten
für den Produktionsstandort Österreich. =
Wien (OTS/BMVIT) - Österreichs Produktionsbetriebe klagen über
Fachkräftemangel, insbesondere Stellen für Spitzenkräfte in der
Produktionsforschung können oft nicht oder nur schwer besetzt werden.
Damit die heimische Sachgüterindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit
halten und ausbauen kann, richtet das BMVIT gemeinsam mit der
Marshall-Plan-Stiftung zunächst zwei Stiftungsprofessuren für
Produktionsforschung an heimischen Universitäten ein. In fünf Jahren
sollen bis zu 300 zusätzliche bestausgebildete ForscherInnen für die
Industrie zur Verfügung stehen. ****
Innovationsministerin Doris Bures zur Motivation der Initiative:
"Nur Länder, die ihre Bedeutung als Produktionsstandort ausbauen,
können Lebensqualität und soziale Sicherheit gewährleisten. Die
nachhaltige Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften ist ein
wesentlicher Faktor, um im internationalen Standortwettbewerb für
hochwertige Produktionsbetriebe zu bestehen. Ein strategisches
Zusammenwirken von Universitäten und Industrie ist deshalb
mitentscheidend für die Ansiedlung und den Ausbau von
Produktionsbetrieben."
In Österreich sind rund 70 Prozent aller Beschäftigten von der
Fertigung abhängig, 661.000 Arbeitnehmer/innen sind direkt im
Produktionssektor tätig. Jeder Arbeitsplatz in der Industrie schafft
zwei weitere Arbeitsplätze in den vor- oder nachgelagerten Branchen.
Nur wenn hochwertige Produktionsprozesse in Österreich ausgebaut
werden, können Qualitäts-Arbeitsplätze in der Produktionsindustrie
gesichert und geschaffen werden. Für Industrieunternehmen aber wird
es zunehmend schwieriger, solche Fachkräfte zu finden. Der
Fachkräftemangel in der Produktion droht zu einem Wettbewerbsnachteil
für österreichische Betriebe zu werden. Das BMVIT setzt daher mit der
Einrichtung der Stiftungsprofessuren einen Schwerpunkt für die
Erforschung und Entwicklung von Produktionstechnologien.
Bures weiter: "Wir wollen den Wettbewerb mit den Niedriglohnländern
nicht über die Löhne, sondern über die Qualität führen. Ein Land wie
unseres muss mit intelligenten neuen Technologien besser, schneller
und umweltfreundlicher produzieren. Und dafür ist es entscheidend,
die besten Köpfe im Land zu haben."
300 zusätzliche Fachkräfte für die Sachgüterindustrie
Gemeinsam mit der Marshall-Plan-Stiftung richtet das BMVIT zunächst
zwei Stiftungsprofessuren an heimischen Universitäten ein. In den
kommenden fünf Jahren sollen damit bis zu 300 zusätzliche Fachkräfte
für die Sachgüterindustrie ausgebildet werden. Die
Marshall-Plan-Stiftung widmet sich der wissenschaftlichen Kooperation
zwischen Österreich und den USA: Eine Professorin oder ein Professor
wird daher aus den USA berufen.
Dr. Wolfgang Petritsch, Vorsitzender der Marshall-Plan-Stiftung zur
Beteiligung an der Initiative: "Ein strategisches Zusammenwirken von
Universitäten und Industrie ist heute entscheidend. Ohne die Stanford
Universität gäbe es kein Silicon Valley oder es wäre nicht dort, wo
es ist. Wir wollen, dass österreichische Unternehmen mit den besten
Universitäten der Welt kooperieren. Bei Universitätsrankings zu
Produktionstechnologien sind unter den ersten zehn Universitäten
weltweit immer zumindest sechs US-amerikanische zu finden. Damit
werden wir mit den Stiftungsprofessuren auch US-amerikanische
Forschungskompetenz nach Österreich holen können. Der Wissenstransfer
nach Österreich wird daher einen Schwerpunkt der zukünftigen
Aktivitäten der Marshall-Plan-Stiftung darstellen." Petritsch wird
mit Anfang September seine Joseph A. Schumpeter Professur in Harvard
antreten. Damit ist er ein Jahr lang in einer der bedeutendsten
Universitätsregionen der USA, in der sich neben Harvard auch das MIT
befindet. Er wird diese Möglichkeit nutzen, um vor Ort für die
österreichischen Stiftungsprofessuren Kontakte zu knüpfen.
Universitäten können sich ab Herbst bewerben
Die heimischen Universitäten werden im Herbst dazu eingeladen, sich
um die Stiftungsprofessuren zu bewerben. Danach entscheidet eine Jury
über die Vergabe. Die Finanzierung erfolgt durch das BMVIT mit drei
Mio. Euro und die Marshall-Plan-Stiftung mit einer Mio. Euro. Die
restlichen 40 Prozent der Kosten werden von unterstützenden
Unternehmen und der jeweiligen Universität getragen.
Die Stiftungsprofessuren werden nach § 98 des
Universitätsorganisationsgesetzes eingerichtet. Damit sind
Langfristigkeit und Autonomie in der Personalentscheidung für die
Universitäten sicher gestellt. Insgesamt steht mit 3,2 Mio. Euro pro
Stiftungsprofessur ein auch international attraktives Budget zur
Verfügung.
Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, Uni-Rätin Montanuniversität Leoben und
Aufsichtsratsvorsitzende der FFG: "Heimische Unis haben es nicht
leicht, im weltweiten Wettbewerb um die besten Forscherinnen und
Forscher zu bestehen. Die beiden Universitäten, die zum Zug kommen
werden, profitieren mehrfach: Sie erhalten die Möglichkeit, neue
Forschungsschwerpunkte zu erschließen und zu vertiefen, strategische
Partnerschaften mit Unternehmen auszubauen und attraktive Akzente für
Studierende in Lehre & Forschung zu setzen. Vor allem aber wird auch
die österreichische Wirtschaft gewinnen: Exzellente
Stiftungsprofessorinnen und Professoren haben die Strahlkraft, junge
Talente für ihr Fachgebiet zu begeistern und für eine spätere
Forschungslaufbahn in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu
motivieren."
Die Universitäten legen gemeinsam mit den Unternehmen, welche sich
an der Initiative beteiligen, das inhaltliche Profil für die
Stiftungsprofessuren fest. Als international technologisch führendes
Produktionsunternehmen mit hohem Forschungsanteil unterstützt der in
Oberösterreich angesiedelte Luftfahrtlieferant FACC AG die Initiative
des bmvit und der Marshall-Plan-Stiftung als wichtigen Beitrag zur
langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Dipl.-Ing. Walter Stephan, Vorstandsvorsitzender FACC AG: "Wir
investieren laufend in neue Forschung und Produktion. Aber auch in
meinem Unternehmen haben wir es zunehmend schwerer, hochqualifizierte
Fachkräfte aus dem akademischen Bereich zu rekrutieren. Bei unseren
Stellenausschreibungen im akademischen Bereich melden sich immer
weniger qualifizierte Leute. Bei einer Stiftungsprofessur, die zu
unseren Forschungsschwerpunkten passt, kann ich mir daher ein
langfristiges Engagement meines Unternehmens gut vorstellen."
(Schluss)
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