- 09.08.2013, 13:14:43
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Treibhausgase 2012: Projizierter Rückgang um 3,4 %
Wien (OTS) - Das Umweltbundesamt hat im Auftrag des
Lebensministeriums eine erste Abschätzung der österreichischen
Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2012 durchgeführt. Die
Treibhausgas-Emissionen werden voraussichtlich um 3,4 % sinken.
Dieser Wert unterliegt noch einiger Unsicherheit. Maßgebliche
Einflussfaktoren für den Rückgang 2012 sind der sinkende Verbrauch
fossiler Energieträger und die witterungsbedingte hohe Produktion von
Strom aus Wasserkraft. Die Treibhausgas-Inventur mit den exakten,
qualitätsgesicherten Zahlen für das Jahr 2012 wird Mitte Jänner 2014
fertiggestellt und veröffentlicht.
Nach ersten Schätzungen des Umweltbundesamtes wird Österreich im
Jahr 2012 voraussichtlich 80,0 Mio. Tonnen an Treibhausgasen
emittieren. Gegenüber dem Jahr 2011 wäre dies eine Reduktion um 2,8
Mio. t CO2 Äquivalent oder 3,4%. Der überwiegende Teil des Rückgangs
liegt bei jenen energieintensiven Betrieben in Österreich, die dem
europäischen Emissionshandel unterliegen. Im Vergleich zum Vorjahr
sind im gesamten Emissionshandelsbereich die Treibhausgase um 2,2
Mio. t CO2 Äquivalent zurückgegangen. Die Emissionen außerhalb des
Emissionshandels (Raumwärme, Verkehr, Landwirtschaft,
Abfallwirtschaft, Fluorierte Gase sowie die Anteile der
Energieaufbringung und Industrie außerhalb des Emissionshandels) sind
laut Schätzung um 0,6 Mio. t CO2 Äquivalent gesunken.
"Österreich verzeichnet seit 2005 eine deutlich abnehmende Tendenz
in der Treibhausgas-Emission. Dieser Trend ist natürlich erfreulich
und belegt den Erfolg der konsequenten Umsetzung der
Klimaschutzmaßnahmen, aber lange kein Grund sich zurückzulehnen. Es
gilt, die begonnenen Anstrengungen fortzuführen und weitere Maßnahmen
zu setzen, um unser Ziel, minus 16% gegenüber 2005 im
Nicht-Emissionshandelsbereich bis 2020, zu erreichen. Nur CO2 zu
reduzieren ist aber nicht genug. Nachhaltiger Klimaschutz kann nur
über die Reduktion von Treibhausgasen sowie Erneuerbare Energieträger
und Energieeffizienz erfolgen", unterstreicht Umweltminister Niki
Berlakovich.
"Österreich kann die erste Kyoto-Verpflichtungsperiode mit einem
positiven Trend für 2012 und mit Hilfe eines ausgeweiteten
Zertifikate-Ankaufsprogramms erfolgreich abschließen. Die
Berechnungen unserer Experten und Expertinnen zeigen, dass wir damit
voraussichtlich auch gut in die zweite Verpflichtungsperiode von 2013
bis 2020 starten. Jetzt gilt es in den Anstrengungen nicht
nachzulassen und diese besonders außerhalb des Emissionshandels zu
verstärken, insbesondere bei Gebäuden und im Verkehrsbereich",
erläutert Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig.
Die aktuelle Nahzeitprojektion zeigt die größte Reduktion im Sektor
Energieaufbringung (1,86 Mio. t CO2 Äquivalent; d.s. - 13,3 %).
Bedingt durch den Anstieg der Wasserkraftproduktion 2012 um rund 14 %
gegenüber dem Vorjahr ist der Bedarf an Strom aus Wärmekraftwerken
deutlich gesunken. Allein die Kraftwerke in Dürnrohr, Timelkam und
Simmering melden in Summe Rückgänge von etwa 1,6 Mio. t CO2
Äquivalent.
Im Sektor Industrie ist ein Emissionsrückgang um rund 0,7 Mio. t
CO2 Äquivalent (d.s. - 2,8 %) zu erwarten, wobei ein Großteil auf
Reduktionen im Emissionshandelsbereich (0,5 Mio. t CO2 Äquivalent)
zurückzuführen ist. Wesentlicher Anteil daran hat der vom Stahlwerk
und Energiepark Donawitz gemeldete Rückgang von 0,3 Mio. t CO2
Äquivalent.
Trotz schlechter Witterung (kalter Winter im Jahr 2012, Anstieg
der Heizgradtage um + 4,9 %) werden die Treibhausgas-Emissionen im
Sektor Raumwärme um rund 1,2 % sinken. Zurückzuführen ist dieser
Rückgang auf den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energieträgern,
einer gesteigerten Energieeffizienz bei Heizungen und Gebäuden sowie
auf den sinkenden Verbrauch von Heizöl (Erdgas jedoch plus rd. 5 %).
Der sinkende Verbrauch von Benzin (- 2,3 %) und der leichte
Anstieg von Diesel (+ 0,5 %) bewirken eine Reduktion der
Verkehrsemissionen um rund 0,2 Mio. t CO2 Äquivalent (- 0,8 %).
In der Landwirtschaft bleiben die Treibhausgas-Emissionen 2012
voraussichtlich konstant.
Der abnehmende Trend an Treibhausgas-Emissionen im Sektor
Abfallwirtschaft aufgrund sinkender Deponieemissionen setzt sich auch
im Jahr 2012 fort. Bei den Fluorierten Gasen (PFC, HFC und SF6) ist
aber unter anderem aufgrund des Ersatzes von FCKW-haltigen
Kühlmitteln durch HFC mit einem Anstieg der Emissionen zu rechnen.
Kontakt
Mag. Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.:
01/31304-5488, E-Mail: [email protected]
Mag. Wolfgang Wisek, Pressesprecher von Bundesminister Niki
Berlakovich, Tel.: 01/711000-6703, E-Mail:
[email protected]
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