• 09.08.2013, 12:57:42
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Berlakovich: Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel wird umgesetzt

Gezielte Maßnahmen in 14 Sektoren gegen die Folgen des Klimawandels

Utl.: Gezielte Maßnahmen in 14 Sektoren gegen die Folgen des
Klimawandels =

Wien (OTS) - "Klimawandel passiert nicht irgendwann, wir sind
mittendrin. Die Auswirkungen bedrohen Existenzen, verursachen
menschliches Leid, hohe finanzielle Schäden sowie die Verteuerung von
Lebensmitteln. Darauf bereiten wir uns aktiv vor", erklärt
Umweltminister Niki Berlakovich. Österreich begegnet dem Klimawandel
einerseits mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und
anderseits mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Bereits im
Oktober 2012 wurde die österreichische Klimawandelanpassungsstrategie
im Ministerrat beschlossen. Die Strategie berücksichtigt Bund und
Länder und wurde Mitte Mai 2013 auch von der
Landeshauptleutekonferenz beschlossen.

Klare Handlungsempfehlungen zum Schutz von Mensch und Umwelt

"Wir sind eines der wenigen EU-Länder, das parallel zu
realistischen Szenarien der Veränderung auch einen Aktionsplan mit
konkreten Handlungsempfehlungen formuliert hat. Wir setzen gezielte
Maßnahmen in 14 Sektoren wie z.B. in der Gesundheit, im Bereich der
Naturkatastrophen, im Tourismus, beim Bauen und Wohnen, der
Landwirtschaft, um den Schutz für Mensch und Umwelt bestmöglich zu
gewährleisten", erklärt der Umweltminister. Kernpunkt der Strategie
ist, die möglichen Folgen des Klimawandels in allen Planungs- und
Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. In Österreich, dem "Land
der Berge", ist Anpassung an den Klimawandel und der Schutz vor
Naturgefahren eine zentrale Herausforderung. Besonders in den Alpen
machen sich die Auswirkungen des Klimawandels stärker als in viele
anderen Regionen bemerkbar.

Klimawandel - eine Herausforderung in allen Gesellschaftsbereichen

Die Landwirtschaft ist bei einer möglichen Zunahme von
Wetterextremen wie Hochwasser und Dürreperioden besonders betroffen.
Bei vermehrter Hitze, Kälte, Trockenheit oder Nässe ist mit zum Teil
erheblichen Ertragsausfällen zu rechnen. Hier wurden Wege für die
Zukunft entwickelt. Nachhaltige Bodennutzung und angepasste
Bewirtschaftungsformen sichern die natürlichen Bodenfunktionen und
verhindern Erosion. Innovative Technologien können die Effizienz in
der Bewässerung und Wassernutzung steigern. Auch Tierschutz und
Tiergesundheit sollen unter veränderten klimatischen Bedingungen u.a.
mit modernen Stallungen gefördert werden. Der Klimawandel hat nicht
nur negative Auswirkungen. Regionen, die heute für eine
landwirtschaftliche Nutzung eher zu kühl beziehungsweise zu feucht
sind, können von einer allmählichen Erwärmung und der längeren
Vegetationsperiode profitieren.
Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels werden alle
Altersgruppen und Bevölkerungsschichten zu spüren bekommen. Zu der
stärksten Belastung zählen Hitzewellen, insbesondere in städtischen
Gebieten. Hitze und direkte Sonneneinstrahlung schädigen die Haut,
belasten den Kreislauf und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit.
Verstärkte Bewusstseinsbildung, gezielte Präventionsmaßnahmen für
besonders gefährdete Gruppen, Beschattungskonzepte für den
öffentlichen Raum und die Bereitstellung von Trinkwasserspendern sind
Teil des Lösungskonzepts.

Mit fortschreitendem Klimawandel gewinnen der Umgang mit
Naturgefahren und Prävention an Bedeutung. Die wissenschaftlichen
Szenarien zeigen regional sehr unterschiedliche Veränderungen.
Verlagerung des Hochwasserrisikos in den Winter und Frühling,
vermehrte Hangrutschungen und Zunahme intensiver Stürme mit
Hagelschlag. Die Freihaltung von potenziell durch Naturgefahren
beeinflussten Flächen für Siedlungs-, Gewerbe- und
Infrastrukturzwecke ("rote Zonen"), die Forcierung des
Wasserrückhalts in der Fläche sowie Reaktivierung natürlicher
Überschwemmungsflächen und die Förderung des ehrenamtlichen
Engagements im Bereich des Katastrophenmanagements zählen zu den
konkreten Handlungsempfehlungen.

Die Strategie mit Leben füllen

Wesentlich ist nun die Umsetzung. Die
Klimawandelanpassungsstrategie wurde von den Umweltlandesräten
angenommen. Das Lebensministerium ist federführend in der
Koordination des Gesamtprozesses und wird regelmäßig über den
Fortschritt berichten. Der erste Erfolgsbericht wird Ende 2014
erscheinen. Noch 2013 werden die ersten Ergebnisse einer vom
Lebensministerium beauftragten Studie über die "Kosten des
Nichthandelns" erscheinen. "Wir nehmen sowohl die Veränderung als
auch unsere Verantwortung ernst. Je weniger wir vorbeugen, umso
teurer kommt uns der Klimawandel", meint Berlakovich abschließend.

Die Klimawandelanpassungsstrategie zum Download:
www.lebensministerium.at/umwelt/klimaschutz/klimapolitik_national/anp
assungsstrategie/strategie-aussendung.html

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