Ponykarussell im Prater

Tierarzt bestätigt Kritik des Österreichischen Tierschutzvereins

Wien (OTS) - Im aktuellen Konflikt zwischen dem Österreichischen Tierschutzverein und der MA 60, zuständig für Veterinärwesen und Tierschutz(!), gibt es nun auch fachliche Rückendeckung von dem durch seine Bücher und Kolumnen bekannten Tierarzt Dr. Hans Christ. Seine Kritikpunkte am Ponykarussell im Wiener Prater:

  • durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat (ungleiche Beanspruchung der Gelenke, Bänder und der Wirbelsäule)
  • die Sägespäne auf der Bahn führen auf Dauer zu einer starken Feinstaubbelastung der Atemwege
  • Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar!
  • Der Pflegezustand der Pferde (Hufe) lässt zu wünschen übrig!

Dr. Christ weiter: "Die Kontrollen durch die MA 60 besagen überhaupt nichts! Es gibt genügend Beispiele auch aus anderen Bereichen (z.B. Jugendschutz), wo trotz behördlicher Aufsicht jahrelang Missstände ignoriert oder verharmlost wurden."

Walter Reisp, Leiter der MA 60, hatte dem Anliegen des Österreichischen Tierschutzvereins kürzlich eine herbe Abfuhr erteilt. Für ihn sei die Kritik "viel Wind um nichts" und "unberechtigt". Janina Koster, Pressesprecherin des Vereins dazu:
"Der Österreichische Tierschutzverein kennt Reisp seit vielen Jahren als einen typischen Beamten, der auf Beschwerden stets reflexartig dieselben Beschwichtigungen herunterleiert. Dass jemand, der so eindeutig nicht auf der Seite der Tiere steht, überhaupt auf diesem Posten sitzt, ist ein Skandal."

Als Schande bezeichnet sie auch, dass die massiven Proteste, die beim Österreichischen Tierschutzverein gegen das Ponykarussell eintreffen, unbeachtet bleiben. "Die Abschaffung des Ponykarussells stellt keinen Imageschaden für die Stadt Wien dar, dessen Weiterführung jedoch sehr wohl", so Koster. Hintergrund sind die über 4000 Proteststimmen und täglichen Beschwerde-Emails von Tierfreunden. "Dieses Erlebnis hat unseren Wien-Aufenthalt stark getrübt und wir werden sicherlich nicht die einzigen Touristen bleiben, die daran Anstoß nehmen. Tierquälerei im Prater, das wird auf lange Sicht auch den Ruf der Tourismus-Stadt Wien schädigen. Solange dieses Problem nicht gelöst ist, werden wir Wien jedenfalls nicht mehr besuchen", schreibt z.B. eine Schweizerin dem Österreichischen Tierschutzverein.

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