• 07.08.2013, 11:54:39
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Philharmoniker-Chef scharf gegen Festspielkuratorium

Haslauer nennt Zeitplan und kritisiert SP-Politiker

Utl.: Haslauer nennt Zeitplan und kritisiert SP-Politiker =

Wien (OTS) - Das Salzburger Festspielkuratorium (Kunst- und
Finanzministerium, Salzburger Landeshauptmann, Bürgermeister und
Fremdenverkehr) hat in die Intendantensuche überraschend ein
Personalberatungsbüro eingeschaltet. Das berichtet NEWS in seiner
morgen erscheinenden Ausgabe. Das Vorgehen, eine der wichtigsten
Personalien komplett im außerkünstlerischen Kreis zu entscheiden,
erregt den Zorn von Philharmoniker-Chef Clemens Hellsberg. "Der
teilweise lemurenhaft geführte Versuch, weiterhin Machtpolitik als
Selbstzweck zu betreiben, ist für mich abstoßend", sagt er im
NEWS-Interview. Die Idee, Headhunter einzuschalten hielte er "für ein
Armutszeugnis. An erster Stelle sollte nämlich, pardon!, die Kunst
stehen. Wenn man den Fremdenverkehr dazuzählt, kommen 13 Millionen
des Budgets von der öffentlichen Hand, also gerade ein Fünftel. Aber
die Besetzung des Direktoriums wird zu 100 Prozent von der Politik
bestimmt. Da sehe ich einfach ein Missverhältnis." Und: "Wenn
gewünscht wird, dass die Wiener Philharmoniker weiterhin das
künstlerische Zentrum der Festspiele bleiben, dann muss die Politik
uns als jenen treuen Partner sehen, der wir Salzburg sind, und dann
für eine Intendanz sorgen, mit der wir eine vertrauensvolle und
kreative Partnerschaft eingehen können."

Präsidentin Rabl-Stadler solle über 2017 hinaus im Amt bleiben:
"Sie ist unersetzlich."

Im NEWS-Gespräch nimmt Landeshauptmann Haslauer zur Causa
Stellung. Das Personalberatungsbüro solle "die Bewerbungen sortieren,
nach gewissen Kriterien analysieren und eine Art Ranking aufstellen,
wer für das Hearing geeignet ist". Im September würden die "drei oder
vier Bestgereihten" zum Gespräch eingeladen. Die Entscheidung werde
in der Kuratoriumssitzung vom 25. September fallen. Ob die
Philharmoniker gefragt würden? "Da muss ich mich erst schlau machen,
wie das bisher gehandhabt wurde."

Während Hellsberg die von Pereira auf neun Wochen erstreckten
Festspiele für zu lang hält, will Haslauer sowohl an der einleitenden
Woche geistlicher Musik als auch am abschließenden Ball festhalten.
Bloß die Eröffnung, bisher erst nach der geistlichen Woche, solle im
Sinne größerer Klarheit vorverlegt werden.

Zum designierten Wiener Festwochenintendanten Markus Hinterhäuser,
der von der fast gesamten Kulturwelt sowie von Bürgermeister Schaden
und Alt-Landeshauptfrau Burgstaller favorisiert wurde, sagt Haslauer:
"Es gibt in Salzburg große Sympathien für ihn, aber eine Entscheidung
ist in keiner Weise gefallen." Von Schadens und Burgstallers
"Ankündigungen" halte er "überhaupt nichts, weil die Optik darunter
leidet".

Dagegen Hellsberg: "Hinterhäuser hat 2011 als interimistischer
Intendant überzeugende Fakten gesetzt, seine jahrelange Tätigkeit als
Konzertchef weist ihn als vorzüglichen Mann aus, bei dem sich immer
alles um die Kunst gedreht hat."

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