- 07.08.2013, 09:04:42
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Allianz Sicherheitsreport: Pro Tag mehr als 11 verletzte Fußgänger auf Österreichs Straßen
Wien (OTS) - Bis 2030 werden weltweit Unfälle im Straßenverkehr als
Todesursache von Platz 8 auf Platz 5 vorrücken. Besonders betroffen:
Fußgänger, die 22 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmer stellen.
In Österreich starben 2012 81 Menschen als Fußgänger bei
Verkehrsunfällen. Für Fußgänger sind das Queren der Straße in den
Längsverkehr und der Schutzweg mit am gefährlichsten, wie ein
aktueller Allianz Report ermittelte. Bis zum Jahr 2030 werden
hierzulande rund eine halbe Million Menschen in Ballungszentren mehr
leben als heute - für die Zukunft erwartet die Allianz daher ein
steigendes Risiko für Fußgänger.
"Ein deutlicher Rückgang der im Straßenverkehr verletzten oder
getöteten Personen wird ohne ein besonderes Augenmerk auf die
Fußgänger nicht zu erreichen sein", erklärt Kurt Benesch,
Geschäftsführer des Allianz Kundenservice.
Etwa jeden vierten Tag stirbt in Österreich ein Fußgänger im
Straßenverkehr
Im Report des Allianz Zentrums für Technik (AZT) über nicht
motorisierte Verkehrsteilnehmer wurden auch Fußgänger in eine Analyse
einbezogen. Dabei zeigte sich: Mehr als ein Fünftel (22 Prozent)
aller im weltweiten Straßenverkehr Getöteten war zu Fuß unterwegs, in
Österreich waren es im Jahr 2011 17 Prozent, vergangenes Jahr 15
Prozent. Während die Zahl der in Österreich getöteten Fußgänger laut
Statistik Austria von 87 auf 81 im Jahr 2012 leicht zurückging, stieg
die Zahl der verletzten Fußgänger von 3.646 auf 4.214 an. Auch wenn
die Unfallzahlen aufgrund geänderter Erhebungsmethoden nicht mehr
ohne Weiteres mit den Zahlen der Vorjahre vergleichbar sind, zeigt
sich eine traurige Bilanz: Im Durchschnitt stirbt etwa jeden vierten
Tag in Österreich ein Fußgänger im Straßenverkehr, jeden Tag
verletzen sich mehr als elf dieser "ungeschützten
Verkehrsteilnehmer". Die Dunkelziffer bei Verletzten liegt jedoch
deutlich höher, ein Großteil der Verunglückten taucht in den
Straßenverkehrsunfallstatistiken nicht auf. Besonders gefährdet sind
ältere Menschen: In Österreich sind 51 Prozent aller getöteten
Fußgänger Senioren ab 60 Jahren.
29 Prozent aller Fußgänger-Unfälle passieren auf dem Schutzweg
Fußgänger verunglücken vor allem im Stadtverkehr bei Tag und nur
zu einem Drittel bei Dämmerung und Dunkelheit. In Österreich ist der
Anteil der Fußgängerunfälle auf Schutzwegen mit bis zu 29 Prozent
seit Jahren konstant auf sehr hohem Niveau. Im Vergleich der
Altersklassen sind Kinder am ehesten, Senioren am wenigsten die
Hauptverursacher. Der Allianz Report zeigt aber auch, dass
Fußgängerunfälle nur zum geringeren Teil vom Fußgänger selbst
verursacht werden. Hauptverursacher ist meist ein Fahrzeuglenker.
Unachtsames Straßequeren gilt als Hauptfehlverhaltensweise,
zweithäufigster Fehler der Fußgänger ist plötzliches Hervortreten
hinter Sichthindernissen. Alkoholisierung bei Fußgängern spielt
insbesondere in Osteuropa eine Rolle und liegt dabei zum Teil höher
als bei Autofahrern, wie die Zahlen für Ungarn (64 Prozent) und Polen
(39 Prozent) zeigen.
Ausblick: Fußgänger leben künftig noch gefährlicher
Wirft man einen Blick in die Zukunft, so erwartet die Allianz ein
steigendes Risiko für Fußgänger: In New York sind Fußgänger mit 52
Prozent aller Todesopfer die am meisten gefährdete Gruppe von
Verkehrsteilnehmern. Trends wie Urbanisierung und veränderte
Mobilitätsgewohnheiten werden sich auch hierzulande massiv auswirken,
wie auch ein Blick auf die Entwicklung der Bevölkerungszahlen zeigt:
Bis zum Jahr 2030 werden Österreichs Ballungszentren rund 600.000
Menschen mehr beheimaten als 2009 - mit möglicherweise steigenden
Risiken für Fußgänger. Auch wenn es technisch noch nicht möglich ist,
alle potentiellen Fußgänger-Pkw-Kollisions-Szenarien mit einer
Pkw-seitigen Messtechnik zu erfassen, so gibt es doch schon heute
besonders häufige Fußgängerbewegungen, die eine Sensorik am Fahrzeug
gut erkennt. Hierbei handelt es sich um das "klassische" Queren der
Fahrbahnen in den Längsverkehr hinein. "Wir begrüßen daher die
Entwicklung und Implementierung von Fußgängererkennungs- und
Notbremssystemen in Kraftfahrzeugen", so Benesch abschließend.
Downloads im Internet unter
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- Foto: Kurt Benesch ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
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