• 06.08.2013, 12:51:54
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Rotes Kreuz zu Integrationsbericht 2013: Deutsch als Zweitsprache und mehr Lehrpersonal

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Für "grundsätzlich begrüßenswert" hält das
Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) die Empfehlungen des heute von
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz vorgestellten
"Integrationsberichts 2013" im Bereich Sprache und Bildung. Auch der
Ergänzung der Schulpflicht durch eine "Bildungspflicht" bis zum 18.
Lebensjahr steht das Rote Kreuz positiv gegenüber. "Wenn
Fünfzehnjährige nicht lesen, schreiben und rechnen können, bleibt
nichts anderes übrig, als das Versäumte auch in diesem Alter noch
nachzuholen", sagt ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum. "Dass
Kinder aus bildungsfernen Familien in denselben unseligen Kreislauf
aus geringer Bildung und Arbeitslosigkeit geraten wie ihre Eltern
muss auf jeden Fall verhindert werden."

Konkretere Handlungsempfehlungen wünscht sich das Rote Kreuz bei der
Pädagogenausbildung. Damit Lehrer im Zuge ihrer Ausbildung
Kompetenzen vermittelt bekommen, die der Diversität in den
Klassenzimmern entsprechen, fordert das Rote Kreuz das Fach "Deutsch
als Zweitsprache" als fixen Bestandteil in der Lehrerbildung aller
Schularten. "In vielen Schulklassen liegt der Anteil von Kindern mit
einer anderen Erstsprache als Deutsch bei über 50 Prozent. Da wird
auch der Geografie- und Mathematiklehrer zum Sprachlehrer", so
Kerschbaum.

Auch eine "Sensibilisierung der Pädagogen hinsichtlich der
Herausforderung von Integration und Migration" alleine, wie der
Integrationsbericht empfiehlt, hält der Generalsekretär nicht für
ausreichend. "Die Pädagogen kennen die Herausforderungen aus ihrer
täglichen Arbeit", so Kerschbaum. "Was vor allem die Volksschulen
konkret brauchen, ist eine bessere Personalausstattung. Die
Pädagoginnen und Pädagogen bräuchten Unterstützung von
Sozialarbeitern sowie Beratungs- und Teamlehrern - "damit sie Zeit
haben, das zu tun, wofür sie da sind: nämlich unterrichten", so
Kerschbaum.

Der ÖRK-Generalsekretär bemängelt auch die geringe Anzahl an
muttersprachlichen Lehrerinnen und Lehrern. "Deutsch zu lernen und
die Erstsprache zu pflegen, das schließt einander nicht aus", sagt
Kerschbaum. "Wer eine Sprache gut beherrscht, lernt die nächste
leichter." Nirgends sei die Förderung von Mehrsprachigkeit so
einfach und preiswert wie in der Schule. Aus mehrsprachigen Kindern
sollten nicht wieder einsprachige werden, denn: "In der Schule lassen
wir Sprachkenntnisse brachliegen, aber auf dem Arbeitsmarkt sollen
wir sie dann nachweisen", so der Generalsekretär.

Diese Vorschläge kosteten Geld, räumt Kerschbaum ein. "Allerdings ist
gerade bei der Bildung Sparen sehr teuer", sagt Kerschbaum. "Und je
früher die Prävention ansetzt, desto erfolgversprechender ist sie.
Jeder Euro, der in die Prävention gesteckt wird, spart später bis zu
14 Euro bei der Intervention. Gibt es eine lohnendere Investition?"

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