• 27.07.2013, 11:11:37
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Salzburg: Kulturministerin Dr. Claudia Schmied verleiht den großen österreichischen Staatspreis (+ FOTOS)

Die höchste Auszeichnung der Republik für künstlerisches Schaffen geht 2013 an den Künstler Erwin Wurm.

Utl.: Die höchste Auszeichnung der Republik für künstlerisches
Schaffen geht 2013 an den Künstler Erwin Wurm. =

Wien (OTS/BMUKK) - "Der große Österreichische Staatspreis ehrt
Menschen, die durch ihr erfolgreiches, künstlerisches Schaffen den
Ruf Österreichs als Kulturnation in der ganzen Welt gefestigt haben",
so Claudia Schmied in ihrer Begrüßungsrede. "Erwin Wurm ist ein
wesentlicher Akteur der globalen Kunstszene. Er ist aber auch ein
Mensch, der im Hier und Jetzt lebt. Erwin Wurm provoziert ohne
aggressiv zu sein. Diese Form des Widerstandes erkennen wir besonders
deutlich in seinen one minute sculptures. Vielen Dank, lieber Erwin
Wurm, dass Sie nicht aufhören, Fragen zu provozieren."

Schriftsteller Josef Winkler, Träger des Großen Österreichischen
Staatspreises von 2007 und Präsident des Österreichischen
Kunstsenats, hielt seine Einführungsrede in Form eines satirischen
Textes, der von einer Skulptur Erwin Wurms inspiriert sei - einem
Totenschädel, aus dessen Auenhöhlen zwei Bananen ragen. Winkler
schloss mit den Worten: "Erwin Wurm, die Kamillenseife, die an der
Wegkreuzung liegt, erst frisch angefangen. Und mit einer
Rasierklinge, auf der die trockenen Barthaare des Vaters kleben,
brauchst du nicht feilschen, Drahtzieher der Sonnenstrahlen!"

Der Kulturmanager Max Hollein strich in seiner Laudatio Erwin Wurms
Sinn für Humor und Ironie hervor. "Der Österreicher macht sich ja
gerne über Alles lustig. Vordergründig wird er dabei von Erwin Wurm
sehr gut bedient", so Hollein. Dennoch sei Wurms Wirkung nicht auf
Österreich beschränkt. Im Gegenteil: "Erwin Wurm hat eine
künstlerische Sprache entwickelt, die überall verstanden wird. Wurms
Arbeiten sind Anleitungen zum Wieder-Menschlich-Werden."

Erwin Wurms Dankesrede gestaltete dieser als rasante Wortskulptur von
Assoziationen rund um die Begriffe Preis, Staat, Staatspreis,
Verleihung, Tragen und Träger. "Hoffnungsträger gibt es viele und gab
es schon immer", sagte Wurm. "Im Grunde ist jeder Träger irgendeiner
Hoffnung. Eigentlich wird auf Alles gehofft. Unsere Gesellschaft
entwickelt sich weiter. Vieles zum Guten, anderes braucht noch Zeit."

DER GROSSE ÖSTERREICHISCHE STAATSPREIS:
Der Große Österreichische Staatspreis ist die bedeutendste
Auszeichnung, der Republik Österreich für hervorragende künstlerische
Leistungen. Sie wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats
ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur,
Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches
Lebenswerk vergeben. Der Staatspreis ist mit 30.000 Euro dotiert.

ERWIN WURM:
Erwin Wurm wurde 1954 in Bruck an der Mur geboren. Er studierte am
Mozarteum in Salzburg, sowie an der Akademie der bildenden Künste und
an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Von 2002 bis 2010
lehrte er als Professor für Bildhauerei/Plastik und Multimedia am
Institut für Bildende und Mediale Kunst der Universität für
Angewandte Kunst Wien. Das Werk von Erwin Wurm umfasst
Materialskulpturen, Aktionen, Videos, Fotos, Zeichnungen und Bücher.
Zu seinen einflussreichsten Arbeiten zählen die "oneminute
sculptures", für die Personen mit Alltagsgegenständen in einem
überraschenden Zusammentreffen posieren, was Wurm dann durch
Fotografien dokumentiert. Bekannt sind auch seine "Fat"-Skulpturen,
die kleinbürgerliche Statussymbole wie Autos oder Einfamilienhäuser
in einem "verfetteten", aufgeblähten Zustand zeigen und ins Bizarre
verfremden. Erwin Wurm hatte mehr als hundert Einzelausstellungen.
Seine Arbeiten hängen in zahlreichen Museen in der ganzen Welt.

Hochaufgelöstes Bildmaterial ist unter
www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2013/20130727.xml verfügbar (wird
ergänzt).

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