• 27.07.2013, 08:00:33
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"profil": Gstrein: "Habe Zweifel,ob Ulla Berkéwicz die moralische und intellektuelle Integrität hat, den Suhrkamp Verlag zu leiten."

Autor Norbert Gstrein attackiert im Interview Suhrkamp-Chefin Berkéwicz und Suhrkamp-Autor Peter Handke

Utl.: Autor Norbert Gstrein attackiert im Interview Suhrkamp-Chefin
Berkéwicz und Suhrkamp-Autor Peter Handke =

Wien (OTS) - In der Montag erscheinenden Ausgabe des
Nachrichtenmagazins "profil" nimmt der Tiroler Autor Norbert Gstrein
erstmals zu der seit Wochen dräuenden Krise um den Berliner
Traditionsverlag Suhrkamp Stellung. Gstrein, dessen 2010 publizierten
Schlüsselroman "Die ganze Wahrheit" viele Beobachter als maliziöses
Porträt von Suhrkamp-Verlegerin Ulla Berkéwicz interpretierten,
stellt im Interview mit "profil" fest: "Ich habe begründete Zweifel,
ob Ulla Berkéwicz die moralische und intellektuelle Integrität hat,
diesen Verlag zu leiten." Für den Verlag wäre es das Beste, wenn eine
neue Geschäftsführung die "alte, die nur mit allen Mitteln zu
überwintern versucht, möglichst schnell ablösen würde". Die
"großflächige Solidarisierung des Feuilletons mit Ulla Berkéwicz"
hält Gstrein für "problematisch - nicht die Solidarisierung mit dem
Verlag, nicht die Solidarisierung mit Suhrkamp. Es wird da ja nicht
nur für das Überleben von Suhrkamp gekämpft, sondern vor allem für
das geschäftliche Weitermachen von Berkéwicz, und das halte ich für
falsch." Wie "profil" weiter berichtet, kritisiert Gstrein im
Interview auch Peter Handke, der den an Suhrkamp beteiligten Investor
Hans Barlach jüngst als "Feind" und "Satan" bezeichnet hatte: "Das
muss wohl unter totaler Realitätsverweigerung verbucht werden. Lesen
Menschen diese Tirade, müssen sie jedes Vertrauen in Autoren und in
die Literatur verlieren. Wir leben in der Realität und nicht in einem
Märchenwald, in dem das Wünschen hilft. Die Realität ist nicht böse,
wenn sie sich den eigenen Wünschen nicht fügt. Das ist
Berkéwicz'sches Denken. Die Realität ist. Punktum!", so der
Schriftsteller, von dem im Münchner Hanser Verlag soeben der Roman
"Eine Ahnung vom Anfang" erschienen ist. "Und daran muss sich auch
ein Autor messen oder messen lassen. Handkes Satan-Sätze schreien da
im Grunde nach der Zwangsjacke."

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