- 26.07.2013, 11:38:09
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Digitalisierung läutet Kulturwandel im Gesundheitswesen ein
Informationsmonopol der Ärzte schwindet - Bürger können Anfang 2014 entscheiden, ob sie bei ELGA mitmachen oder nicht - Zugriff auf eigene Daten über Handysignatur

Utl.: Informationsmonopol der Ärzte schwindet - Bürger können Anfang
2014 entscheiden, ob sie bei ELGA mitmachen oder nicht -
Zugriff auf eigene Daten über Handysignatur =
Wien (OTS) - Die Vernetzung des stark fragmentierten heimischen
Gesundheitssystems durch den Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) und
der damit einhergehende Kulturwandel könnten deutliche Auswirkungen
auf die Digitalisierung der gesamten Branche haben. Das ergab eine
Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien.
"Die Macht der Vernetzung erreicht das Gesundheitswesen. Und das
muss dieses sehr traditionelle System erst verkraften", erklärte
Susanne Herbek von der ELGA GmbH, die im Auftrag von Bund, Ländern
und Sozialversicherung die Errichtung und den Betrieb der zentralen
Komponenten des künftigen elektronischen Gesundheitsaktes steuert.
"Das Informationsmonopol schwindet. Der Arzt ist nicht mehr der 'Gott
in Weiß'. Was die Patientenrechte betrifft, kommt es zu einem
regelrechten Kulturwandel", so Herbek.
"ELGA bricht das System auf und überall, wo etwas aufgebrochen
wird, gibt es erstmal einen Wirbel", sagte Österreichs oberste
ELGA-Beauftragte. Die politische Diskussion habe - abgesehen von
Nadelstichen - nun aber ein vorläufiges Ende und die Spielregeln
seien gesetzlich festgelegt. Zum Jahreswechsel werde eine
Infokampagne gestartet, Anfang 2014 sollen die Bürger dann
entscheiden, ob sie bei ELGA mitmachen wollen oder nicht. Der Zugriff
auf die Daten sei für sie nach Umsetzung eines entsprechenden Portals
via Handysignatur möglich.
Ärzte wenig IT-affin
"Daten sollen dort genutzt werden, wo sie helfen können und nicht
dort gelagert werden, wo sie erhoben wurden. ELGA ermöglicht genau
das", zeigte sich auch Manfred Moormann von der A1 Telekom Austria AG
überzeugt. Der Online-Zugang zu den eigenen medizinischen Daten
unterstütze den mündigen Patienten. Die IT-Affinität von Ärzten sei
hingegen noch nicht sehr ausgeprägt. "Das ist eine Gruppe, die
besonders computerfern ist. Da gibt es auch Lücken in der
Ausbildung."
Als Problem im Gesundheitswesen sieht er den Föderalismus.
Kosteneffizienter wäre die Einbindung von Spezialisten, als dass
jedes Bundesland alles selber mache. "Wenn man nicht vernünftig
investiert, wird man sich den heutigen Standard nicht mehr leisten
können - Stichwort Alterspyramide", sagte Moormann. Spannend würden
in Zukunft die zusätzlichen Services rund um das Thema Gesundheit.
Hier müsste es aber eine gewisse Zahlungsbereitschaft geben,
wenngleich die Einstellung bei vielen Bürgern derzeit vorherrschend
sei, dass der Staat in diesem Bereich ohnehin für alles zahle.
Risiko Zwei-Klassen-Medizin
Privatkliniken seien am fortschrittlichsten, was den Einsatz von
Informations- und Kommunikationstechnologie betrifft, so Martin Resel
vom Systemintegrator NextiraOne. In vielen Fällen würden die Ärzte
beim Krankenbett bereits mittels Tablet-PC auf Daten von zentralen
Servern zugreifen. "Auch so manche Seniorenresidenz ist diesbezüglich
schon mit einem Fünf-Sterne-Hotel vergleichbar", erklärte Resel, der
aber gleichzeitig auf die Risiken einer Zwei-Klassen-Medizin verwies.
Einen wichtigen Beitrag könnte Informationstechnologie auch
leisten, um älteren Menschen ein längeres selbstständiges Leben in
der gewohnten Wohnumgebung zu ermöglichen - Stichwort Ambient
Assisted Living (AAL), ergänzte Wolfgang Zagler von der Technischen
Universität (TU) Wien. "Technisch ist vieles möglich. Die großen
Hürden sind Akzeptanz und Finanzierungswillen", so der Experte.
Wenn jemand ein Jahr länger selbstständig daheim leben könne, werde
ein gewaltiges Geldvolumen frei, wodurch sich entsprechende Systeme
schnell rechnen würden. Allerdings gebe es in dieser jungen Disziplin
noch keine Langzeitstudien, weshalb Investments einen gewissen Mut
bzw. finanziellen Leidensdruck voraussetzen, erklärte Zagler.
Die Plattform
Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 www.a1.net
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net
- Gentics Software GmbH www.gentics.com
- Kapsch www.kapsch.net
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.com
- NextiraOne www.nextiraone.at
- Samsung www.samsung.at
- Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.at
- Werbeplanung.at www.werbeplanung.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4399/
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