"Strafeuro" für Überstunden erhöht Lohnnebenkosten und gefährdet Jobs

WKÖ-Gleitsmann: Forderung der Frauenministerin geht an Wünschen der ÖsterreicherInnen vorbei - Relative Nachfrage nach Teilzeit ist größer als nach Vollzeit

Wien (OTS/PWK542) - "Trotz des konjunkturellen Gegenwindes
schaffen die österreichischen Unternehmen immer noch zusätzliche Arbeitsplätze. Statt die Wirtschaft zu unterstützen und Beschäftigung zu fördern, werden immer wieder Ideen aus Tapet gebracht, die de facto Unternehmen belasten und damit Jobs gefährden würden", kommentiert Martin Gleitsmann, Leiter Abteilung Sozialpolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Forderung der Frauenministerin nach einer Verteuerung von Überstunden.

Das Ziel, Teilzeit zurückzudrängen, gehe dabei völlig an den Wünschen der Österreicherinnen und Österreicher vorbei, verweist Gleitsmann auf aktuelle Arbeitsmarktzahlen: Das AMS zählte im Juni 2013 zehnmal so viele Arbeitslose mit Teilzeitwunsch wie offene Teilzeitstellen - bei Vollzeit ist das Verhältnis geringer. Zudem bestätigen alle Umfragen, dass nur ein geringer Anteil der Teilzeitbeschäftigten länger arbeiten will, also unfreiwillig Teilzeit arbeitet.

Nach Eurostat ist der Teilzeitanteil - und dementsprechend auch die Frauenbeschäftigungsquote - in den Niederlanden, Deutschland, Skandinavien, Schweiz - also in wohlhabenden Ländern - höher als in Österreich, in den neuen EU-Staaten und in südlichen Ländern hingegen wesentlich niedriger.

"Wozu der Versuch führt, Arbeitszeit umzuverteilen, hat Frankreich mit seiner Arbeitszeitverkürzung und steigenden Arbeitslosigkeit gezeigt", erinnert Gleitsmann. "In der jetzigen wirtschaftlichen Situation müssen Arbeitsplätze Vorrang haben. Jobs entstehen nicht, wenn die in Österreich ohnehin sehr teuren Überstunden noch teurer werden, im Gegenteil: Unternehmen brauchen eine Lohnebenkostensenkung und Wachstumsimpulse, damit wir Europameister bei den Arbeitsmarktdaten bleiben." (PM)

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