ASFINAG: Neuer Bosrucktunnel bringt mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer

Wien (OTS) - Um dreieinhalb Monate schneller als geplant konnte heute Freitag, den 19. Juli, der neue Bosrucktunnel auf der A 9 Pyhrn Autobahn zwischen der Steiermark und Oberösterreich für den Verkehr freigegeben werden. Den Startschuss gaben Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer, der steirische LH-Stellvertreter Siegfried Schrittwieser, Tunnelpatin Doris Hummer, ASFINAG-Vorstand Alois Schedl, ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher und Bundesminister Alois Stöger im Rahmen eines Festaktes direkt im neuen Tunnel. Die ASFINAG investierte in dieses Projekt 200 Millionen Euro, weitere knapp 80 Millionen Euro werden für die Generalerneuerung der alten Tunnelröhre veranschlagt. Verkehrsministerin Doris Bures gratulierte und bedankte sich bei den Mineuren und Arbeitern für die besondere Leistung: "Das ist sehr gut angelegtes Geld, weil bei der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer machen wir keine Abstriche." Die geplanten Kosten konnten sogar um 18 Millionen Euro unterschritten werden. "Und das natürlich bei gleichbleibender Qualität", war ASFINAG-Vorstand Alois Schedl stolz. "Die Verkehrsfreigabe ist ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Verkehrssicherheit auf der Pyhrn Autobahn, die wir bis 2019 bekanntlich voll ausbauen." Im Rahmen des Konjunkturpaketes zieht die ASFINAG dabei auch Investitionen in mehr Tunnelsicherheit in Höhe von 120 Millionen auf die Jahre 2014 und 2015 vor. "Damit schaffen wir also auch einen ganz wichtigen Impuls für die Bauwirtschaft und den Arbeitsmarkt", er-läuterte ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher.

Vom Glasfaserkabel über Section Control bis zum Thermoscanner

Die neue 5425 Meter lange Weströhre des Bosrucktunnels verfügt über die europaweit modernste Ausstattung für Tunnelanlagen. Die ASFINAG-Standards sind: helle, reflektierende Tunnelwandbe-schichtung, Bordsteinreflektoren beidseits, Tunnelfunkanlage für Verkehrsfunk, Einsatzkräfte und Betrieb, brandbeständige Lüfter und Glasfaserkabel statt Kupfer und damit schnellere Datenübertra-gung. Die neue Röhre ist aber auch mit einer Section Control Anlage ausgestattet. Darüber hinaus wird der Bosrucktunnel mit den Spezialsystemen AKUT und einem Thermoscanner ausgestattet.

AKUT: Das mit Joanneum Research entwickelte System AKUT erkennt durch Spezialmikrofone un-gewöhnliche Geräusche im Tunnel wie etwa splitterndes Glas oder eine Vollbremsung. Die ASFI-NAG-Operatoren in der zuständigen Überwachungszentrale Ardning können so außerordentliche Ereignisse wie Unfälle schneller erkennen und Einsatzkräfte schneller alarmieren. Bereits installiert sind Spezial-Lautsprecher, so genannte Grenzflächenhörner, die es Personen im Tunnel ermöglicht, Informationen sowie Anweisungen der Mitarbeiter in der Überwachungszentrale gut zu verstehen.

Thermoscanner: Das beim Karawankentunnel auf der A 11 erfolgreich getestete System kommt bei weiteren Tunnelanlagen zum Einsatz, neben Bosruck- auch bei Arlberg- und Gleinalmtunnel. Schwerfahrzeuge über 7,5 Tonnen werden vor der Einfahrt in den Tunnel von Spezialkameras und -sensoren auf heiße Bestandteile wie Bremsen, Motor, Turbolader gescannt. Wird ein Grenzwert überschritten, muss das Fahrzeug erst abkühlen. Die in einem Tunnel besonders gefährlichen Lkw-Brände können so bereits im Vorfeld vermieden werden.

Generalsanierung der "alten" Röhre bis 2015, Ausbau Tunnelkette Klaus

Mit der Verkehrsfreigabe der neuen Röhre gibt die ASFINAG den Startschuss für die Generalerneuerung der Bestandsröhre bis Herbst 2015. Bereits ab Freitagabend ist die neue Röhre in Fahrtrichtung Süden befahrbar, Richtung Norden bleibt die Bestandsröhre noch in Betrieb, spätestens ab Mittwoch ist der neue Tunnel im Gegenverkehr befahrbar. Bereits im September startet der Ausbau der Tunnelkette Klaus in Oberösterreich sowie des Gleinalmtunnels in der Steiermark. Bis 2019 wird die Pyhrn Autobahn durchgehend über zweiröhrige Tunnelanlagen verfügen.

ECKDATEN BOSRUCKTUNNEL:

  • Ausbruchsmenge: 770.000 Kubikmeter bzw. zwei Millionen Tonnen
  • Sechs begehbare Querschläge (Fluchtmöglichkeiten)
  • Fünf bereits jetzt begehbare und künftig auch mit Einsatzfahrzeugen befahrbare Querschläge
  • 43 Notrufnischen und 48 Feuerlöschnischen
  • 250.000 Kubikmeter Beton für Innenschale, Portalgebäude; 110.000 Kubikmeter Spritzbeton
  • 325 Kilometer Kabel wurden verlegt, mehr als 800 Leuchten installiert
  • Mit 93 Videokameras überwacht die Überwachungszentrale Ardning den Verkehr
  • Start Brückenbauarbeiten war November 2007, der Tunnelvortrieb begann im Februar 2010
  • Baubeginn der Bestandsröhre war 1978, Inbetriebnahme der 23. Oktober 1983

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