- 18.07.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Österreich steckt fest - von Isabell Widek
Der Mittelstand hat die Situation allerdings ganz gut im Griff
Utl.: Der Mittelstand hat die Situation allerdings ganz gut im Griff =
Wien (OTS) - Nun ist es also amtlich: Österreichs Wirtschaft steckt
fest. Sowohl das Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer als auch
das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung stellen beim
Wachstum eine Stagnation fest. Der Ausblick des
Wirtschaftsforschungsinstituts fürs Gesamtjahr 2014 (0,4 Prozent
Wachstum) macht die Situation auch nicht besser.
Die große Masse der heimischen Betriebe - der Mittelstand - hat die
Situation allerdings ganz gut im Griff (siehe auch Artikel auf S. 2).
Betroffen vom Stillstand sind vor allem kleinere Betriebe. Sie haben
schlicht und einfach zu wenig Reserven - personell wie strukturell -,
um längere Durststrecken unbeschadet zu überstehen. Genau das scheint
sich aber nun abzuzeichnen: eine längere Durststrecke, die es zu
überstehen gilt.
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl fordert aus diesem Grund
fünf Wachstumsimpulse: Handwerkerbonus, Anhebung der Grenze für
geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1000 Euro, Zweckbindung der
Wohnbauförderung, befristete degressive Abschreibung sowie die
Senkung der Lohnnebenkosten um 0,1 Prozentpunkte. Summa summarum soll
das Paket 19 Millionen Euro kosten - Gelder, die laut Leitl mit
kurzfristigen Einnahmeneffekten und einem Plus von 0,25 Prozent
Wirtschaftswachstum aufzuwiegen wären.
Jetzt muss nur noch die Politik mitspielen. Und zwar jetzt. Auch oder
weil wir uns gerade in den letzten Wochen vor einer Wahl befinden -
der Zeit, in der viel versprochen wird und niemand ernsthaft glaubt,
dass irgendetwas davon eintritt.
Doch wer der nächste Bundeskanzler wird, ist den Märkten zum
momentanen Zeitpunkt vollkommen egal - diese Tatsache allein wird der
Wirtschaft keinen einzigen Auftrag mehr bringen. Jetzt geht es darum,
Maßnahmen zu setzen, die tatsächlich greifen. Auch mit dem Risiko,
dass man selbst vielleicht in der nächsten Regierung gar nicht mehr
vertreten ist.
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