- 11.07.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Lieber mit Athen als ohne Euro - von Wolfgang Tucek
Griechenlands Euro-Abschied wäre weit teurer, als es weiterzufinanzieren
Utl.: Griechenlands Euro-Abschied wäre weit teurer, als es
weiterzufinanzieren =
Wien (OTS) - Bis zu den Wahlen im September will Berlin nicht über
Griechenland, Portugal und Bankenunion reden. Sie alle bedeuten, dass
deutsche Steuerzahler oder Banken Geld verlieren könnten. Ganz
ähnlich verhalten sich Österreichs Regierungsparteien vor ihren
Wahlen. Dabei glaubt nach den jüngsten Zinsausschlägen niemand mehr,
dass Griechenland schon Ende nächsten Jahres an die Märkte
zurückkehrt.
Der Abbau des Schuldenbergs von mehr als 300 Milliarden Euro kann den
Griechen aus eigener Kraft kaum gelingen. Da fast zwei Drittel davon
den Euroländern gehören, ist leicht zu erraten, wer zur Kasse gebeten
wird. Wien hängt im schlimmsten Fall mit mehr als fünf Milliarden
Euro drinnen, Berlin ungefähr mit zehn Mal so viel.
Diese Fakten sollten auch die Politiker in Österreich nicht der FPÖ
und dem Team Stronach überlassen, die gerne für den Euro-Austritt
Griechenlands, das Ende des Euro oder ähnlichen Unsinn hetzen. Die
Regierung sollte lieber erklären, warum Griechenland weiterfinanziert
werden muss, obwohl es immer noch an Reformfortschritten hapert.
Denn lieber stunden wir den Griechen ein paar Milliarden Euro oder
lassen sie gar nach, als dass die Krise wieder voll durchschlägt.
Derzeit hält nur die Drohung der EZB die Märkte in Schach, zur Not
alle Staatsanleihen aufzukaufen, falls die Zinsen wild anziehen. Doch
ein Aufbrechen der Eurozone und der einhergehende Vertrauensverlust
könnten die Spekulanten dazu ermuntern, die Zentralbank
herauszufordern. Das Schreckgespenst der Ansteckung von Spanien,
Italien oder gar Frankreich kehrte zurück. Die EZB müsste wohl
Hunderte Milliarden Euro springen lassen. Für Deutschland und
Österreich würde das am Ende noch viel teurer. Denn ein Ende des Euro
würde die Weltwirtschaft laut Studien einen zweistelligen
Billionenbetrag kosten.
Und die FPÖ sollte man immer daran erinnern, dass ihre frühere
Kärntner Hausbank Hypo Alpe Adria weit mehr Kosten verursacht als
Griechenland im schlimmsten Fall, nämlich so um die sieben Milliarden
Euro.
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