• 10.07.2013, 12:29:31
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Bures zu Verkehrsunfallbilanz: Zahl der Verkehrstoten seit 2002 beinahe halbiert

"Arbeiten weiter konsequent daran, unsere Straßen noch sicherer zu machen"

Utl.: "Arbeiten weiter konsequent daran, unsere Straßen noch
sicherer zu machen" =

Wien (OTS/BMVIT) - Verkehrsministerin Doris Bures sieht die heute
veröffentlichte Verkehrsunfallbilanz mit gemischten Gefühlen. Auf der
einen Seite gab es im Vorjahr einen leichten Anstieg bei den
tödlichen Unfällen um 1,5 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es
heuer im ersten Halbjahr einen sehr starken Rückgang um beinahe 20
Prozent. "Jeder Tote und Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu
viel. Ich sehe die Ergebnisse der Unfallstatistik deswegen auch als
einen Handlungsauftrag. Wir haben in den letzten Jahren viel
erreicht, und wir werden konsequent weiter daran arbeiten, unsere
Straßen noch sicherer zu machen", so die Ministerin. ****

Ungebrochen positiv ist der längerfristige Trend. Seit 2008 gab es
bei der Zahl der Verkehrstoten einen Rückgang um 22 Prozent, im
Zehnjahresabstand um 45 Prozent. 2002 kamen in Österreich 956
Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 2008 waren es 679, 2011 523
und im Vorjahr 531. Nachdem die Unfalldatenaufzeichnung seit dem Jahr
2012 mit einer geänderten Erhebungsmethode gemacht wird, sind die
einzelnen Kategorien nicht ohne weiteres vergleichbar. Die Ministerin
verspricht sich aber vom neuen Umfalldatenmanagement, dass es helfen
wird, riskante Situationen, Straßenstellen und Verhaltensweisen noch
präziser zu erkennen.

"Obwohl die Mobilität zunimmt, werden unsere Straßen sicherer", so
die Ministerin. Dafür gibt es viele Faktoren, so werden die Autos mit
immer mehr Sicherheitsfeatures ausgestattet; zugleich wirken sich die
vielen Verkehrssicherheitsmaßnahmen der letzten Jahre positiv aus.
"Es kommt auf die Kombination an - sichere Fahrzeuge, eine sichere
Infrastruktur, strenge Regeln, Kontrolle und Bewusstseinsbildung",
betont Bures, "in allen Bereichen haben wir sehr viel getan und viel
erreicht."

So sind im laufenden Jahr wesentliche Neuerungen für den
Straßenverkehr in Kraft getreten. Das Fahrradpaket mit der Einführung
von Fahrradstraßen, Begegnungszonen, dem Handyverbot beim Radfahren
und mehr Flexibilität für die Kommunen bei der
Radwegebenützungspflicht ist seit 31. März geltendes Recht. Und ganz
aktuell läuft die große Bewusstseinsbildungskampagne von
Verkehrsministerium und KfV rund um Kinder im Straßenverkehr, Motto:
"Kinder sehen die Welt anders".

Die EU-Führerscheinrichtlinie wurde umgesetzt und gilt seit 19.
Februar, womit die Motorradausbildung ganz gezielt auf
Gefahrenwahrnehmung, Risikokompetenz und Fahrpraxis ausgerichtet
wird. Schon davor hat die Verkehrsministerin die Mopedausbildung
reformiert, seitdem beinhaltet die Ausbildung acht Stunden Praxis.
Und mit der Motorradsicherheitsmillion hat das Verkehrsministerium
eine Anschubfinanzierung für die Länder zur Verfügung gestellt, mit
der besonders kritische Verhältnisse auf den Straßen entschärft
werden können.

Seit 1. Jänner 2012 gilt auf den heimischen Autobahnen und
Schnellstraßen die Rettungsgassenpflicht, wenn sich ein Stau bildet.
Und es wurde erstmals das Rücksichtnahmegebot in der
Straßenverkehrsordnung verankert. Die Radhelmpflicht für Kinder bis
zum vollendeten 12. Lebensjahr ist seit 31.Mai 2011 in Kraft und
bewährt sich, wie eine aktuelle Studie des KfV zeigt.

In den Jahren davor hat die Verkehrsministerin zwei
Verkehrssicherheitspakete ausgearbeitet. So gibt es seit September
2009 deutlich höhere Strafen für Hochrisikogruppen Raser und
Alkolenker, nach Alkofahrten kann der Führerschein länger entzogen
werden und es gibt einheitliche Strafen auf den Autobahnen. Ebenfalls
im Jahr 2009 wurde die große Bewusstseinsbildungskampagne gegen
Alkohol am Steuer gestartet.

Im zweiten Verkehrssicherheitspaket, das Anfang 2011 in Kraft
getreten ist, wurde die Führerscheinentzugsdauer für Extremraser
verlängert. Und die Polizei bekam die Möglichkeit, Strafen gegen
ausländische Verkehrssünder wirksam einzubringen. Bis eine
Verkehrsstrafe bezahlt ist, kann eine Sicherheitsleistung einbehalten
oder auch das Fahrzeug solange stillgelegt werden. Außerdem wurde die
Grundlage für den Beitritt Österreichs zur Europäischen Führerschein-
und Fahrzeughalterdatenbank EUCARIS geschaffen.

Ein besonderer Schwerpunkt der letzten Jahre war immer die
Kindersicherheit. Hier wurde der Verkauf von Kindersitzen, die nicht
der aktuellsten Prüfnorm entsprechen, verboten. Nachdem Verstöße
gegen die Kindersicherung zu den häufigsten Vormerkdelikten zählen,
werden jetzt als Maßnahme spezielle Kindersicherungs-Kurse
vorgeschrieben, statt wie davor allgemeine Fahrsicherheits-Trainings.

Neben den rechtlichen Änderungen hat die Verkehrsministerin die
Förderung für Verkehrssicherheitsprojekte forciert; darunter das von
der EU ausgezeichnete Projekt "Close to", bei dem junge Alkolenker,
die einen schweren Unfall verursacht haben, mit anderen Jugendlichen
ein Verhalten, das Leben zerstören kann, diskutieren. Das
Pilotprojekt Alkolocks für Berufskraftfahrer wurde erfolgreich
abgeschlossen, aktuell läuft noch das Pilotprojekt Alkolocks für
Lenker, die wiederholt alkoholisiert erwischt wurden. Die Ergebnisse
werden im Herbst vorliegen.

Bures: "Das alles wird dazu beitragen, dass wir die heimischen
Straßen zu den sichersten in Europa machen. Aber den wichtigsten
Beitrag können und müssen die VerkehrsteilnehmerInnen selbst leisten,
indem sie vorsichtig und rücksichtsvoll unterwegs sind - dann kommen
alle sicher ans Ziel." (Schluss)

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