- 10.07.2013, 10:09:52
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Tierschutz im Urlaub: VIER PFOTEN gibt Reisetipps

Wien (OTS) - Andere Länder, andere Sitten. Doch was Touristen auf den
ersten Blick als reizvolle Urlaubsattraktion erscheint, ist oftmals
für Tiere mit Qualen verbunden. Die internationale
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN gibt Tipps, wie man auch im
Ausland Tieren gegenüber respektvoll bleibt.
Streunertiere
Was vor allem in südlichen Ländern dem Urlauber sofort ins Auge
springt, ist die Anzahl an streunenden Hunden oder Katzen. Man lässt
sich als Tierliebhaber leicht dazu verleiten, die Tiere zu füttern.
"Das Problem ist, dass sich die Streuner sehr rasch an diese
Nahrungsquelle gewöhnen.", sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Nikola
Furtenbach. Kaum ist die Saison vorbei, verhungern viele Streuner und
ihre Jungen, weil das Futter ausbleibt. "Besser als sie zu füttern
ist es daher, eine ortsansässige und anerkannte
Tierschutzorganisation direkt am Urlaubsort mit einer Spende zu
unterstützen, damit langfristig Futter und Kastrationen finanziert
werden können", so Furtenbach.
Unterhaltung
Für viele Menschen ist der Ausritt auf einem Tier ein besonderes
Urlaubsvergnügen. Nicht nur Pferde und Ponys, auch Elefanten, Kamele
oder Esel werden den Touristen angeboten. Die Haltungsbedingungen und
der Zustand dieser Tiere ist häufig sehr problematisch. Sie sind den
ganzen Tag der Hitze ausgesetzt - oft ohne ausreichend Wasser, Futter
und Schatten. Nicht passende Sättel und Zaumzeuge führen zu
Scheuerstellen und offenen Wunden, die sehr schmerzhaft sind.
Insbesondere für Wildtiere bedeutet der ständige Kontakt mit Menschen
Stress. Für den Urlauber kann der direkte Kontakt z.B. zu Elefanten
im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Auch mangelhafte Tierhaltung
in vielen Zoos und Tierparks sollte nicht durch Eintrittsgelder
unterstützt werden. VIER PFOTEN empfiehlt außerdem, sich von Sport-
und Wettkämpfen mit Tieren fernzuhalten. Ob es die traditionellen
Stierkämpfe in Spanien, Südfrankreich, Portugal und in Teilen
Südamerikas sind, oder die grausamen Hunde- oder Bärenkämpfe sind:
Ihnen ist gemein, dass Tiere dafür gequält werden. "Je weniger
Menschen sich an dem Geschäft mit den Tieren beteiligen, desto
schneller wird es beendet", so Furtenbach. "Derartige Veranstaltungen
sollten nicht mit Eintrittsgeld unterstützt werden".
Lebende Foto-Motive
In vielen Urlaubsländern werden Wildtierbabys zur Schau gestellt
und in belebten Straßen, am Strand oder in der Diskothek als
Touristenattraktion missbraucht. Für ein paar Euro dürfen sie
angefasst, auf den Arm genommen und Fotos mit ihnen gemacht werden.
Ahnungslose Touristen wissen nicht, welch leidvolles Geschäft sie
damit unterstützen: Die Tierbabys werden viel zu früh von ihren
Müttern getrennt und oft schlecht ernährt, damit sie lange klein
bleiben. Die Tiere stehen unter permanentem Stress und leiden unter
den nicht tiergerechten "Arbeitsbedingungen". Manchen Tieren werden
zuvor Krallen und Eckzähne entfernt oder sie werden mit Medikamenten
ruhig gestellt, damit sie sich besser handhaben lassen. "Wenn Sie im
Urlaubsland auf solch ein Angebot treffen, sagen Sie dem Hotelmanager
oder Reiseveranstalter Bescheid. Je mehr Kunden sich beschweren,
desto schneller finden solche Angebote ein Ende", empfiehlt Nikola
Furtenbach. Insbesondere im südlichen Afrika gibt es viele Farmen
mit Löwen, Leoparden und Geparden, die der Unterhaltung von Touristen
dienen. Das Spektrum reicht von einfachen Tagestouren bis zu
wochenlangen Aufenthalten. Viele Angebote preisen den direkten
Kontakt mit den gefährlichen Großkatzen als unvergessliches
Urlaubserlebnis an. So können Touristen Löwenbabys streicheln, ihnen
die Flasche geben oder mit jugendlichen Großkatzen spazieren gehen
("Walking with Lions"). Diese Angebote sind für Touristen nicht nur
potentiell gefährlich, sondern auch tierschutzwidrig, warnt VIER
PFOTEN. Für Jungtiere und ihre Mütter ist die oft viel zu frühe
Trennung wenige Wochen nach der Geburt traumatisierend. Während die
Weibchen so schnell wie möglich wieder empfängnisbereit werden und am
Fließband Junge gebären sollen, wird der Nachwuchs durch den direkten
Kontakt mit Menschen fehlgeprägt. Sind die jungen Großkatzen dem
Kuschelalter entwachsen, erwartet sie ein ungewisses Schicksal, das
sie im schlimmsten Fall als Jagdtrophäe enden lässt. Eine
tierschutzgerechte Alternative zu so genannten "Streichelfarmen"
bietet das VIER PFOTEN Großkatzenrefugium LIONSROCK in Südafrika
(Free State). Das für Besucher zugängliche Areal bietet ein
artgemäßes Zuhause für schlecht gehaltene Großkatzen aus Europa,
Asien und Afrika.
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