- 08.07.2013, 17:43:00
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Neues Volksblatt: "Mittelweg" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 9. Juli 2013
Utl.: Ausgabe vom 9. Juli 2013 =
Linz (OTS) - In einer kontroversen Angelegenheit einen Mittelweg zu
finden und auch zu gehen, gehört zum politischen Handwerk. So gesehen
hat Staatssekretär Sebastian Kurz schon in jungen Jahren bewiesen,
dass er dieses Handwerk durchaus beherrscht. Denn eines ist
unbestritten: Über das Thema Integration kann heute sachlich geredet
werden, Stammtischpolemik ist weitgehend vernünftigen Argumenten
gewichen. Zwischen den Polen "Die Grenzen dicht" und "Alles ins Land"
hat sich nun Sachpolitik breit gemacht.
Dass Österreich Zuwanderer braucht, ist unbestritten - ob aus Sicht
der Demografie oder des Arbeitsmarktes. Dass man sich lange den Luxus
geleistet hat, auf die Qualifikationen, die sich Zuwanderer in ihrer
Ex-Heimat erworben haben, zu verzichten, ist eines dieser
Versäumnisse, von denen auch ÖVP-Chef Michael Spindelegger spricht.
Ein ebensolches Versäumnis war es auch, potenziellen Zuwanderern
nicht zu sagen, was sie in Österreich erwartet und vor allem, was man
von ihnen erwartet. Mit diesem Schweigen wollte man sich
drüberschwindeln, geerntet hat man ein beträchtliches Potenzial an
sehr schlecht integrierten Billigarbeitskräften.
Eines gehört freilich auch zur gelungenen Integration: Dass nämlich
die Zuwanderer tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft willkommen
sind. Anders gesagt: Einschwenken auf den Mittelweg müssen auch wir
Österreicher.
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