Neues Volksblatt: "Mittelweg" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. Juli 2013

Linz (OTS) - In einer kontroversen Angelegenheit einen Mittelweg zu finden und auch zu gehen, gehört zum politischen Handwerk. So gesehen hat Staatssekretär Sebastian Kurz schon in jungen Jahren bewiesen, dass er dieses Handwerk durchaus beherrscht. Denn eines ist unbestritten: Über das Thema Integration kann heute sachlich geredet werden, Stammtischpolemik ist weitgehend vernünftigen Argumenten gewichen. Zwischen den Polen "Die Grenzen dicht" und "Alles ins Land" hat sich nun Sachpolitik breit gemacht.
Dass Österreich Zuwanderer braucht, ist unbestritten - ob aus Sicht der Demografie oder des Arbeitsmarktes. Dass man sich lange den Luxus geleistet hat, auf die Qualifikationen, die sich Zuwanderer in ihrer Ex-Heimat erworben haben, zu verzichten, ist eines dieser Versäumnisse, von denen auch ÖVP-Chef Michael Spindelegger spricht. Ein ebensolches Versäumnis war es auch, potenziellen Zuwanderern nicht zu sagen, was sie in Österreich erwartet und vor allem, was man von ihnen erwartet. Mit diesem Schweigen wollte man sich drüberschwindeln, geerntet hat man ein beträchtliches Potenzial an sehr schlecht integrierten Billigarbeitskräften.
Eines gehört freilich auch zur gelungenen Integration: Dass nämlich die Zuwanderer tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft willkommen sind. Anders gesagt: Einschwenken auf den Mittelweg müssen auch wir Österreicher.

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