- 07.07.2013, 10:34:26
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Schönborn: Zwang macht religiösen Missionsauftrag unglaubwürdig
Wiener Erzbischof erinnert an seine Anfragen zur Mission bei seinem Iran-Besuch im Jahre 2001
Utl.: Wiener Erzbischof erinnert an seine Anfragen zur Mission bei
seinem Iran-Besuch im Jahre 2001 =
Wien, 07.07.13 (KAP) Gewalt, Zwang und Druck machen einen religiösen
Missionsauftrag unglaubwürdig, hat Kardinal Christoph Schönborn am
Sonntag in der "Kronen Zeitung" betont. In seinem
Sonntagsevangeliums-Kommentar betont er, dass alle Christen gesandt
seien, die Frohe Botschaft "ohne Zwang, ohne Druck, einlanden,
helfend, aufmerksam, liebevoll" weiterzugeben, denn nur so könne
Mission "echt überzeugen".
Der Wiener Erzbischof erinnert an seine Vortragsreise in den Iran im
Jahr 2001, wo er auch vom damaligen iranischen Staatspräsidenten
Mohammed Khatami empfangen worden war. "In einer der islamischen
Universitäten durfte ich vor Studenten und Professoren einen Vortrag
halten. Es ging um den Dialog der Religionen. Ich sprach ganz offen
und direkt die Frage der Mission an. Wir Christen haben von Christus
den Auftrag, allen Menschen das Evangelium zu bringen, und ihr
Muslime, sagte ich, habt den Auftrag, alle Menschen zum Gehorsam dem
Koran gegenüber zu bringen. Beide Religionen richten sich an alle
Menschen. Beide 'betreiben Mission'. Wie soll da ein friedliches
Zusammenleben möglich sein, sind da Konflikte der Religionen nicht
vorprogrammiert?", schreibt Schönborn.
Geschichte und "leider auch die Gegenwart" zeigten nur zu deutlich,
dass Mission oft mit Gewalt und Zwang verbunden gewesen sei. "Die
Geschichte der christlichen Mission hat viele großartige Seiten
geschrieben. Sie ist aber auch von dunklen Seiten belastet", räumt
der Wiener Erzbischof ein.
Heute wiederum sei es so, dass das Christentum zur "am meisten
verfolgten Religion" geworden sei: "In vielen Teilen der Welt werden
Christen diskriminiert, vertrieben und getötet. Das heutige
Evangelium zeigt uns, wie Jesus selbst die Mission verstanden hat.
Eines ist sicher: Er wollte keine gewaltsame Verbreitung seiner
Botschaft."
Nach dem Willen Jesus sollte "seine Lehre nicht mit Macht und Pomp
zu den Menschen gebracht werden", so der Kardinal. "Mit leeren
Händen, aber mit Frieden im Herzen" sollten jene 72 Jünger, die
Jesus ausgesandt hatte, zu den Menschen kommen. "Sie sollten ihm den
Weg bereiten", und "heute sind alle Christen gesandt, die Frohe
Botschaft Jesu auf diese Weise weiterzugeben".
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