• 05.07.2013, 13:04:38
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Beratung hilft aus der Gewaltspirale heraus

Erfolgreiche Zusammenarbeit von Polizei und IfS im Auftrag des Landes

Utl.: Erfolgreiche Zusammenarbeit von Polizei und IfS im Auftrag des
Landes =

Bregenz (OTS/VLK ) - Mit dem Projekt "Wegweisung - was dann?" haben
die Polizei und die IfS-Gewaltberatung in Vorarlberg gemeinsam einen
in dieser Form österreichweit einzigartigen Weg beschritten, um neben
dem Opferschutz auch den Täterinnen bzw. Tätern die Möglichkeit zu
geben, aus dem Kreislauf der Gewalt herauszufinden. Die bisherigen
Erfahrungen stimmen zuversichtlich, bestätigten die Projektpartner in
einer Zwischenbilanz am Freitag, 5. Juli 2013, im Landhaus in
Bregenz.

"Wir wollen, dass Gewalt - speziell Gewalt innerhalb der Familie,
gegen Frauen und Kinder - in unserer Gesellschaft keinen Platz hat",
betonte Landesrätin Greti Schmid. Um das zu erreichen, gelte es neben
der Hilfe für Gewaltopfer auch deren Umfeld - Familienangehörige,
Nachbarn und Freunde - zu sensibilisieren und zu ermutigen, sich
helfend einzusetzen aber auch Gewalt zu melden. Ebenso wichtig sei
aber auch die Arbeit mit den Tätern bzw. Täterinnen selbst. "Nur wenn
diese ihr Verhalten ändern und den Gewaltkreislauf verlassen, kann
Gewalt wirksam und nachhaltig verhindert werden", so Landesrätin
Schmid.

Durch das Programm "Wegweisung der Täter - was dann?" konnte
bereits ein messbarer Erfolg erzielt werden: In rund einem Drittel
aller Wegweisungen konnte die Polizei die Kontaktdaten von Tätern -
mit deren erforderlichem Einverständnis - an die IfS-Gewaltberatung
weiterleiten. Über 53 Prozent dieser vermittelten Aggressoren haben
Gespräche mit der IfS-Gewaltberatung angenommen, ca. 26 Prozent
entschieden sich für eine langfristige Therapie.

Die IfS-Gewaltberatung bietet gewalttätigen bzw. potentiell
gewalttätigen Männern und Frauen die Möglichkeit, gemeinsam mit
speziell geschulten Beraterinnen und Beratern Perspektiven für ein
selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu entwickeln und umzusetzen.
"Besonders wichtig ist dabei, dass Täterinnen und Täter im Rahmen der
Beratung Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und dass sie
lernen, ihre eigenen, aber auch die Grenzen anderer zu erkennen und
zu respektieren", erklärte der Leiter der IfS-Gewaltberatung Arno
Dalpra

Im Vordergrund stehe das Bestreben, die Spirale der Gewalt zu
durchbrechen - vor allem im familiären Umfeld - und längerfristige
Deeskalationsmöglichkeiten zu entwickeln, bekräftigten auch
Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher und der Leiter der
Polizeiinspektion Feldkirch, Harald Mayer, ein Mitinitiator des
Projektes. "Wir wollen, dass Straftäter nicht mehr straffällig und
Opfer nicht erneut zum Opfer werden. Die Polizei sieht sich dabei als
Partner in einem Team mit dem Institut für Sozialdienste, das dort
die Arbeit aufnimmt, wo die Möglichkeiten der Polizei aufhören", so
Ludescher. 2012 nahmen 425 Beamte der Polizeiinspektionen an
insgesamt 17 Workshops der IfS-Gewaltberatung teil. Zweck dieser
Veranstaltungen ist ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Exekutive und
Gewaltberatung, damit bei Wegweisungen eine prompte Kontaktaufnahme
mit dem Täter bzw. der Täterin möglich ist.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Sozialfonds (Land und
Gemeinden).

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