• 05.07.2013, 12:02:29
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Erste Enzyklika: "Das Licht des Glaubens" wiedergewinnen

Franziskus und Benedikts "Lehrschreiben der vier Hände": Glaube muss gesellschaftliches Handeln bewirken und das Leben in allen Dimensionen bereichern - Glaube und Vernunft kein Widerspruch

Utl.: Franziskus und Benedikts "Lehrschreiben der vier Hände":
Glaube muss gesellschaftliches Handeln bewirken und das Leben
in allen
Dimensionen bereichern - Glaube und Vernunft kein Widerspruch =

Vatikanstadt, 05.07.13 (KAP) Gerade einmal vier Monate nach
Amtsantritt hat Papst Franziskus am Freitag seine erste Enzyklika -
"Lumen fidei" - veröffentlicht. Damit hat der Papst aus Argentinien
im Blick auf die Ausarbeitungszeit - wenn auch aufgrund der
intensiven Vorarbeit seines Vorgängers Benedikt XVI. - einen Rekord
aufgestellt. Bei einer Pressekonferenz im Vatikan mit dem Präfekten
der Bischofskongregation, Kardinal Marc Quellet, dem Präfekten der
Glaubenskongregation, Ezbischof Gerhard Ludwig Müller, dem
Präsidenten des Rats zur Neuevangelisierung, Erzbischof Rino
Fisichella, und Vatikan-Sprecher P. Federico Lombardi, wurde das
Lehrschreiben vorgestellt. Zentrale Aussage ist, dass christlicher
Glaube notwendig Konsequenzen für das Handeln der Christen in der
Gesellschaft haben muss.

In seiner ersten Enzyklika fordert Franziskus dazu auf, den Glauben
"in den konkreten Dienst der Gerechtigkeit, des Rechts und des
Friedens zu stellen". Weiter sollten Christen für Menschenwürde,
Schutz von Ehe und Familie, Achtung der Schöpfung sowie für Frieden
und gerechte Regierungsformen eintreten. Dazu sei es freilich
erforderlich, das "Licht des Glaubens wiederzugewinnen", der in der
modernen Gesellschaft oft als unvernünftig, nutzlos und trügerisch
bezeichnet werde und zu verdunkeln drohe.

Das Lehrschreiben "Lumen fidei" (Das Licht des Glaubens) ist
"vierhändig" entstanden. Franiziskus schreibt, er habe dankbar auf
die wertvollen Vorarbeiten seines Vorgängers Benedikt XVI.
zurückgegriffen, der eine erste Fassung einer Enzyklika über den
Glauben schon nahezu fertiggestellt hatte.

Der Glaube an Jesus Christus könne und müsse das menschliche Leben
in allen seinen Dimensionen bereichern, bekräftigt der Papst in
seinem sehr theologisch und meditativ gehaltenen Schreiben. Gerade
mit dem "Jahr des Glaubens" - es wurde am 11. Oktober 2012, 50 Jahre
nach Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, ausgerufen und
endet am 24. November 2013 - wolle die Kirche den "Vorrang Gottes in
Christus wieder zum Zentrum unseres kirchlichen und persönlichen
Lebens" machen. Man müsse dem Glauben neue Horizonte erschließen und
ihn in seiner Einheit und Unversehrtheit in Treue zu Christus
erhalten und bekennen. Als grundlegende Elemente bezeichnete er
dabei das Glaubensbekenntnis, die Feier der Sakramente, die Zehn
Gebote und das Gebet.

Gegenteil von Götzendienst

Das Licht des Glaubens komme von Gott und habe daher die Kraft, das
gesamte Sein des Menschen zu erleuchten, heißt es in dem
"Lehrschreiben der vier Hände". Der Glaube sei nicht Privatsache des
einzelnen Christen, vielmehr müsse dieser ihn in der Welt verkünden.

Der christliche Glaube habe seinen Mittelpunkt in Christus und sei
stets an Umkehr zum lebendigen Gott gebunden, so das Papstschreiben.
Er sei damit das Gegenteil von Götzendienst. "Der Götzendienst
bietet nicht einen Weg, sondern eine Vielzahl von Pfaden, die
anstatt zu einem sicheren Ziel zu führen, vielmehr ein Labyrinth
bilden." Glauben bedeutet, sich der barmherzigen Liebe Gottes
anzuvertrauen, die dem Leben Richtung gebe. Dieser Weg des Glaubens
müsse man in der Einheit der Kirche gehen.

Glaube und Vernunft seien keineswegs Widersprüche. Sie stünden
vielmehr in einer fruchtbaren Wechselbeziehung zueinander, heißt es
zu einer Frage, die Benedikt XVI. häufig in seinen Reden und Texten
behandelt hatte. Glaube respektiere den Anderen und auch den
Andersdenkenden, er sei nicht arrogant.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) per/fam/

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