Macht, Politik, Familie und eine starke Frau: "Borgen - Gefährliche Seilschaften" ab 7. Juli in ORF 2

Start für Adam Prices bejubeltes Serienjuwel aus Dänemark

Wien (OTS) - Von Kritikern gelobt, vom Publikum geliebt und in Biarritz mit der FIPA d'or für die beste Fiktion (2011) ausgezeichnet - mit der brandneuen Politserie "Borgen - Gefährliche Seilschaften" wirft nun auch ORF 2 ab Sonntag, dem 7. Juli, um 22.50 Uhr jeweils wöchentlich rund 105 Minuten lang einen Blick hinter die Kulissen des Politikgeschäfts in Dänemark und zeigt, wie Macht einen Menschen verändern kann. Im Mittelpunkt von "Borgen", das den Sitz des Parlaments und des Ministerpräsidenten in Dänemark bezeichnet, steht die aufsteigende und willensstarke Politikerin Birgitte Nyborg Christensen. Gespielt wird sie von Sidse Babett Knudsen, die einem größeren Kinopublikum durch ihre ausgezeichnete Rolle in Susanne Biers Oscar-nominiertem Beziehungsdrama "Nach der Hochzeit" bekannt geworden ist. Birgitte Nyborg Christensen, Ehefrau und Mutter zweier Kinder, hat ihre Partei in den Wahlsieg geführt und wird nun Ministerpräsidentin. Doch: Wie weit darf man gehen, um an die Macht zu kommen und sie zu behalten? In weiteren Rollen dieser dänischen Serie sind u. a. Pilou Asbäk, Birgitte Hjort Sörensen, Lars Knutzon, Mikael Birkkjär, Peter Mygind und Sören Mallin zu sehen. In der Auftaktfolge "Wahlkampf" muss sich Birgitte Nyborg Christensen der Herausforderung ihres Lebens stellen.

Zum Hintergrund der Serie

Insgesamt sahen 1,5 Millionen dänische Zuschauer das Politdrama (bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 5,5 Millionen Einwohnern). Vorbild von "Borgen" ist nach Aussage der Autoren und Produzenten die amerikanische Kultserie "Im Zentrum der Macht" ("The West Wing"), die zwischen 1999 bis 2006 von NBC ausgestrahlt wurde. Um an den Erfolg anzuknüpfen, hat NBC die Rechte an "Borgen" für eine US-Adaptation der Serie erworben. Zudem wurde "Borgen" nicht nur in alle skandinavischen Länder verkauft, sondern u. a. auch nach Westeuropa, Großbritannien, in die USA, nach Brasilien und Australien.

Sidse Babett Knudsen: "Birgitte ist eine Idealistin. Sie sucht den Dialog, will verstehen und verstanden werden"

Knudsen erzählt über die Serie im Allgemeinen und was sie an ihrer Rolle Birgitte Nyborg Christensen schätzt: "Es ist eine politische Serie und es geht primär um die Geschichte einer weiblichen Premierministerin in Dänemark. Birgitte ist eine starke Frau, die aber auch in vielerlei Hinsicht verletzbar ist, was sie auch sehr menschlich erscheinen lässt. Ich schätze an Birgitte, dass sie allen Respekt entgegenbringt. Für mich war es immer ein Rätsel, was es ist, das Menschen in der Politik antreibt und weshalb sie sich gerade in diese oder jene Situation begeben. Ich habe mit einigen Politikern gesprochen, und viele von ihnen wollen wirklich etwas in der Gesellschaft verändern; sie wollen ein Zeichen setzen, und ich finde das wirklich beeindruckend. Daher wollte ich meine Rolle auch auf genau diesen Politikern aufbauen, auf Menschen, die sich nach dieser Veränderung aus tiefstem Herzen sehnen. Birgitte hat sicherlich auch eine sehr harte Seite, doch sie versucht immer, Integrität zu wahren. Die Darsteller können ihre Funktion von Anfang an miterleben und sehen, wie sie in ihre Rolle hineinwächst. Man erfährt Vieles aus Birgittes Perspektive, daher kann man die Handlungen der Figur gut nachvollziehen. Birgitte sucht den Dialog. Sie will verstehen und verstanden werden. Und spannend ist auch, dass es nach Anlaufen der Show erstmals eine reale, weibliche Premierministerin in Dänemark gab. Ich habe die Rolle ja schon gespielt, bevor es eine weibliche Premierministerin in Dänemark gab, und daher war es sehr wichtig für mich, Realität und Fiktion zu trennen." Denn eine dänische Premierministerin gibt es erst, seitdem seit 2011 Helle Thorning-Schmidt dieses Amt als erste Frau in Dänemark innehat.

Drehbuchautor Adam Price: "Es kommt jede Entscheidung an, die man jeden Tag, jede Minute trifft"

Mit der Kochsendung "Spise med Price", die er seit 2008 mit seinem Bruder leitet, wurde er in Dänemark berühmt. Nach einigen anderen Serien schrieb er im Jahr 2010 "Borgen" und erzählt darin mit nordischem Esprit die Geschichte einer Frau an der Macht. Wie es zu dieser Idee gekommen ist? "Mit "Borgen" wollte ich mich unter anderem mit der Vorstellung auseinandersetzen, dass sich eine Frau immer mehr um das Familienleben sorgt als ein Mann", so Price. "Ich habe mir überlegt, dass es schmerzlicher - und damit auch dramatischer - wäre, eine Frau zu sehen, die gezwungen ist, ständig Entscheidungen zu treffen: Lasse ich meine Familie heute Abend allein? Gebe ich meine politischen Ambitionen auf? Das ist das zentrale Thema der Serie und noch wichtiger als der ganze politische Zusammenhang, denn darauf beruht die Dramaturgie der Figur. Im Grunde handelt es sich dabei um eines der großen Probleme unserer modernen Zeit: Wie bringen wir Privatleben und Beruf in Einklang? Auch für mich persönlich ist dies eine Herausforderung ... die ganze Serie beruht auf der Idee zu zeigen, dass es auf jede Entscheidung, die man jeden Tag, jede Minute trifft, ankommt. Birgitte ist eine ehrgeizige Frau, die sich von der Fülle der auf sie wartenden Arbeit positiv herausgefordert fühlt und die dafür schließlich die Menschen, die sie liebt, fallen lässt."

Und Price weiter: "'Borgen' ist eine Serie über die drei Säulen der Demokratie: Politik, Zivilsphäre und Medien. Wir haben versucht, das Wechselspiel zwischen diesen drei Säulen zu beschreiben, indem wir je eine der drei Hauptfiguren als Symbol für sie eingesetzt haben. Normalerweise behandelt jede Folge ein politisches Ereignis, das den Hauptstrang der Handlung darstellt. Dabei kann es sich um einen Skandal handeln, der in der Boulevardpresse aufgedeckt wurde, um einen Minister auf der Anklagebank ... Borgen handelt zwar von der dänischen Gesellschaft, doch vieles darin ist auch allgemeingültig. Die angesprochenen Probleme können jede westliche Demokratie betreffen. Bisher hatte keine Serie die dänische Politik zum Gegenstand. Ich habe also überlegt, welche Form ebenso spannend sein könnte wie eine Krimiserie - ein sehr beliebtes Genre in Dänemark -und zwar unter Verwendung derselben dramaturgischen Mittel, aber ohne die dunkle Seite, ohne Tote oder Schießereien. Das war nicht gerade einfach, aber das Ergebnis ist, glaube ich, nicht schlecht."

Mehr zum Inhalt der ersten Folge "Wahlkampf" (Sonntag, 7. Juli, 22.50 Uhr, ORF 2)

In Dänemark herrscht Wahlkampf. Indiskretionen, Korruption und Intrigen kennzeichnen die Schlacht um die Wählergunst. Das Blatt scheint sich zu wenden, als nach Auszählung der Stimmen einer sympathischen Außenseiterin die Zügel in die Hand fallen. Ein Großteil der Dänen will Birgitte Nyborg Christensen (Sidse Babett Knudsen), Vorsitzende der Moderaten, an der Macht sehen. Sie scheint das stärkste Rückgrat zu haben. Wie sich rasch zeigt, steht Nyborg vor der Herausforderung ihres Lebens. Neid und Missgunst pflastern ihren Weg.

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