- 02.07.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Das Hypo-Drama hat kein Ende - von Günter Fritz
Bei der notverstaatlichten Bank geht das große Aufräumen erst richtig los
Utl.: Bei der notverstaatlichten Bank geht das große Aufräumen erst
richtig los =
Wien (OTS) - Der Rücktritt von Hypo-Alpe-Adria-Boss Gottwald
Kranebitter, den dieser gestern angeblich ohne Absprache mit
Finanzministerin Maria Fekter verkündete, ist ein weiteres Kapitel im
Drama um die notverstaatlichte Bank, das offenbar kein Ende nimmt.
Zwar wurde erst am Wochenende der monatelang umstrittene
Restrukturierungsplan gerade noch fristgerecht an die EU-Kommission
übermittelt; aus dem Schneider ist die Hypo damit aber längst nicht.
Im Gegenteil: Jetzt geht das große Aufräumen erst richtig los.
Denn das, was in puncto Abwicklung in den vergangenen dreieinhalb
Jahren unter der Führung von CEO Kranebitter passierte, war alles
andere als berauschend - und mit ein Grund, warum
EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zwischenzeitlich enormen
Druck auf die Republik Österreich aufbaute. Ein Druck, der letztlich
Kranebitter den Job kostete, wenngleich es seiner Argumentation
folgend die schädliche, öffentliche Diskussion um die Bank sowie die
EU-Auflagen und Geschäftsbeschränkungen waren. Diese hätten es ihm
unmöglich gemacht, seinen Ansprüchen zu folgen und seine Aufgabe
weiterzuführen. Wirklich überraschend kam der Rücktritt des
Hypo-Chefs aber nicht, immerhin hatte wenige Wochen zuvor bereits
sein Aufsichtsratschef Johannes Ditz aus ähnlichen Motiven den Hut
genommen. In Finanzkreisen war Kranebitter ohnehin schon seit
Längerem für "erledigt" erklärt worden - und zwar wegen mangelnden
Erfolgs. Auch wenn die Finanzministerin jetzt den bisherigen Abbau
von einem Viertel der Haftungen und des Bilanzvolumens als positiv
darstellt, ist klar, dass bei der Hypo vieles viel zu langsam oder
äußerst unrund vonstattengegangen ist bzw. noch geht. Das fängt bei
der nach wie vor umstrittenen Notverstaatlichung an, setzt sich bei
den zahlreichen Gerichtsverfahren fort und geht hin bis zur
Bereinigung notleidender Kredite sowie dem Verkauf von Beteiligungen
und Banktöchtern.
Vor allem hat man sich lange Zeit zu sehr auf die juristische
Aufarbeitung der Vergangenheit konzentriert und dabei vergessen, dass
die Hypo eine normale Bank mit normalem Geschäft war, das es zu
sanieren und redimensionieren galt. Zu verantworten hat das nicht nur
Kranebitter als CEO, sondern insbesondere auch die Politik, die ihn
als Nichtbanker in diese Position gehievt und ihm in der Folge die
Richtung vorgegeben hat.
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