- 02.07.2013, 09:13:54
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Klares Signal aus dem Nationalrat für die Rettung alter und seltener Sorten
GLOBAL 2000 und ARCHE NOAH begrüßen den Vier-Parteien-Antrag zur EU-Saatgutverordnung, der gestern im EU-Unterausschuss einstimmig angenommen wurde
Utl.: GLOBAL 2000 und ARCHE NOAH begrüßen den Vier-Parteien-Antrag
zur EU-Saatgutverordnung, der gestern im EU-Unterausschuss
einstimmig angenommen wurde =
Wien (OTS) - Am gestrigen Montagabend wurde im ständigen
Unterausschuss in Angelegenheiten der EU ein klares Zeichen für die
Vielfalt und den Erhalt alter und seltener Sorten gesetzt. Der
Vier-Parteien-Antrag, eingebracht von SPÖ, ÖVP, Grüne und BZÖ, wurde
einstimmig angenommen. ARCHE NOAH und GLOBAL 2000 sind erfreut. Iga
Niznik, Referentin bei der ARCHE NOAH, erklärt: "Auch wenn nicht alle
unsere Forderungen in diesem Antrag vorkommen, sehen wir das klare
Signal an Minister Berlakovich sehr positiv." Der Antrag sieht unter
anderem einen der wesentlichen Punkte vor, dass sich der
Anwendungsbereich der Verordnung auf das Inverkehrbringen von Saat-
und Pflanzgut zum Zweck der kommerziellen Nutzung und oberhalb
bestimmter Mengen beschränkt.
Auch das Anliegen, den KonsumentInnen den Zugang zu einer möglichst
großen Vielfalt an Obst-, Gemüse- und anderen Pflanzensorten zu
ermöglichen, findet darin Berücksichtigung. Heidemarie Porstner von
GLOBAL 2000 betont: "Die Kommission schießt mit ihrem Vorschlag weit
über das Ziel hinaus. Nun haben EU-Parlament und Rat die Möglichkeit,
die Verordnung zu verbessern."
Stark kritisiert wurde von mehreren Seiten auch der Umstand, dass
viele Punkte der Verordnung erst durch die EU-Kommission in so
genannten delegierten Rechtsakten ausformuliert werden sollen. Niznik
sagt: "In der Verordnung finden sich derzeit über 30 solcher
Rechtsakte, in denen hinter verschlossenen Türen über wesentliche
Punkte der Verordnung bestimmt werden soll. Daraus könnte sich eine
weitere Verschärfung der Verordnung ergeben. Diese delegierten
Rechtsakte müssen raus! Wir wollen nicht die Katze im Sack kaufen.
Die Kommission muss ihre wahren Absichten offenlegen."
Der einstimmig angenommene Antrag ist nun bindend für Umweltminister
Nikolaus Berlakovich. ARCHE NOAH und GLOBAL 2000 fordern Berlakovich
nun auf, sich in Brüssel beim Ministerrat dafür einzusetzen, dass die
österreichische Position Gehör findet. "Das EU Saatgutverkehrsrecht
bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Diese Verordnung lehnen wir
ab", bekräftigen Heidemarie Porstner und Iga Niznik.
GLOBAL 2000 und die ARCHE NOAH hatten bereits im April dieses Jahres
auf die EU-Saatgut-Verordnung aufmerksam gemacht, die eine große
Gefahr für den Erhalt alter und seltener Sorten von Gemüse und Obst
darstellt und die Biodiversität in der Landwirtschaft bedroht.
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