Grüne Wien/Werner-Lobo begrüßt Aktion der Plattform Geschichtspolitik

Naziverherrlichung durch Weinheber war viel zulange zugeschüttet

Wien (OTS) - Ausdrücklich begrüßt der Kultursprecher der Grünen Wien, Klaus Werner-Lobo, die künstlerische Intervention der Plattform Geschichtspolitik, die am Freitag das Betonfundament des Denkmals für Josef Weinheber am Schillerplatz freigelegt und die umliegende Fläche mit Fertigrasen bepflanzt hat. "Weinheber war aktiver Nationalsozialist und hat auch sein künstlerisches Schaffen in den Dienst der Nazipropaganda gestellt. Es ist dringend an der Zeit, darauf in geeigneter Form hinzuweisen."

Trotz wiederholter Kritik habe sich die Stadt Wien bisher gesträubt, das Weinheber-Denkmal umzugestalten. Im Gegenteil: Als Reaktion auf frühere Interventionen befestigte die Stadtverwaltung das Denkmal 1991 mit einem unterirdischen Betonsockel von einem Kubikmeter Volumen. Diesen Sockel und die damit verbundene Verdrängung der Nazivergangenheit machten die KünstlerInnen nun sichtbar. Mit Schaufel und Spaten haben sie die konfliktreiche Geschichte des Denkmals offen gelegt: "Unsere landschaftsarchitektonische Maßnahme wollen wir jedoch nicht als Antwort verstanden wissen, vielmehr soll sie die Frage aufwerfen, wie das vorhandene Nazi-Denkmal umzugestalten ist", so die KünstlerInnen.

"Wir unterstützen die Ankündigung von Stadtrat Mailath-Pokorny, nun endlich eine Umgestaltung gemeinsam mit der KÖR - Kunst im öffentlichen Raum anzudenken. So wie übrigens auch beim Lueger-Denkmal ist es dringend an der Zeit für eine historisch-kritische Kontextualisierung. Als Vorbild dafür könnte etwa die gekonnte Neugestaltung des Sigfriedkopfes in der Aula der Universität Wien gelten", schlug Werner-Lobo vor.

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