• 01.07.2013, 11:12:49
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ORF gibt Bruchteile des Budgets für Kultur und Wissenschaft aus

Gemeinsame Stellungnahme des ÖJC und der IG Autorinnen Autoren

Utl.: Gemeinsame Stellungnahme des ÖJC und der IG Autorinnen Autoren =

Wien (OTS/ÖJC) - Der ORF will sparen. Und das, obwohl er im dritten
Jahr in Folge mit einem Gewinn von 4,5 Millionen Euro (EGT) neuerlich
schwarze Zahlen schrieb. Und so schickt er arbeitswillige erfahrene
Redakteure in die staatlich, subventionierte Korridorpension. Er will
alle öffentlich-rechtlichen Sendungen und Kultur- und
Wissenschaftsevents, wie den diese Woche beginnenden Bachmannpreis,
sowie die wöchentliche dok.film-Leiste, die Kinder-Hotline "Rat auf
Draht", den eigenproduzierten Mittwoch-Abend, die Musikprotokolle und
das Wissenschaftsformat Science Busters und seine Beteiligungen wie
am Österreichischen Musikfonds sowie seine erfahrenen Redakteure
hinterdrein in die Rente schicken.

Im letzten bilanzierten Jahr 2011 hat der ORF Umsatzerlöse von EUR
936 Mio. erwirtschaftet. Nach eigenen Angaben (OTS 0324 vom 27. Juni
2013) gibt der ORF davon 100 Millionen für die Kultur aus. Das sind
knapp mehr als 10 Prozent. Wenn der Bachmannpreis EUR 350.000 und die
Musikprotokolle 100.000 kosten, so sind das Bruchteile eines Budgets,
die für die Kernaufgaben eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks
ausgegeben werden. Bei solchen für Kunst- und Kulturprogramme
genannten Beträgen, die ohnehin noch eingespart werden sollen, taucht
unweigerlich die Frage auf, wofür der ORF seine 100 Kulturmillionen
ausgibt und warum er 10 Prozent seiner Umsatzerlöse für einen
ausreichenden Aufwand für seinen Kultur- und Bildungsauftrag hält.

Die Aussendungen des Generaldirektors Alexander Wrabetz geben über
Details keine Auskunft, sie belegen nur, dass er keine Diskussionen
über den öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF haben möchte. Nun ist
der ORF-Stiftungsrat und die Bundesregierung gefordert. Prekäre
Bezahlungen der Journalistinnen und Journalisten, angekündigter
Personalabbau, ein Bruchteil der Umsatzerlöse für die Kunst und
Kultur, eine inhaltliche Privatisierung des Programms und die
Streichung der gesellschaftspolitischen Aufgaben des ORF, um sie nur
bei einer eventuellen Gebührenrefundierung aus Steuermitteln weiter
zu erfüllen, sind eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks unwürdig.

Der Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Gerhard Ruiss, und der
Präsident des Österreichischen Journalisten Club - ÖJC, Fred
Turnheim, fordern daher in einer gemeinsamen Stellungnahme am Montag:
"Die Entscheidung des ORF zur Streichung des Bachmannwettbewerbs, der
Musikprotokolle und seiner Kultur- und Wissenschaftssendungen und
Beteiligungen ist umgehend zurückzunehmen. Die Erfüllung des
Bildungs- und Kulturauftrags ist eine Primäraufgabe des ORF, sie ist
an keinerlei Zusatzfinanzierungen zu knüpfen. Wir wollen ein offen
gelegtes Zahlenwerk der Ausgaben für seine Kunst- und
Kulturprogramme. Und genauso fordern wir ein fachlich versiertes
Personal im Umgang mit Kunst und Kultur, das dem ORF mehr und mehr
abhanden kommt."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OJC

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