- 28.06.2013, 15:54:23
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Bäuerlicher Familienbetrieb als Maßstab
Ergebnisse der Landesagrarreferentenkonferenz präsentiert
Utl.: Ergebnisse der Landesagrarreferentenkonferenz präsentiert =
Bezau (OTS/VLK) - Die GAP-Reform (Gemeinsame Agrarpolitik) der EU,
aber auch die Alplächenfeststellung und die Saatgutverordnung waren
die Hauptthemen der heutigen (Freitag, 28. Juni) Konferenz der
Landesagrarreferenten in Bezau. Im anschließenden Pressegespräch
gaben Landesrat Erich Schwärzler und Landwirtschaftsminister Niki
Berlakovich Details dazu bekannt.
Die EU-Agrarminister haben sich am 26. Juni 2013 in Luxemburg über
die Zukunft der europäischen Landwirtschaft für die nächsten sieben
Jahre bis 2020 geeinigt. Das Europaparlament, das erstmals
Mitspracherecht hatte, hat dieser Reform ebenfalls zugestimmt. Der
erzielte Kompromiss bleibe zwar in manchen Bereichen hinter den
allgemeinen Erwartungen zurück, so Minister Berlakovich, Österreich
habe sich aber mit seinen Kernanliegen durchgesetzt. "Wir haben mit
einem Budget von minus 2,8 Prozent eine akzeptable Grundlage, Bayern
muss ein Minus von 20 Prozent verkraften", informierte Belakovich.
Auch bei der Anerkennung der österreichischen Umweltleistungen konnte
man sich gegen das EU-Parlament durchsetzen - Belakovich: "Statt fünf
Prozent der Flächen still legen zu müssen, können wir auf
ökologischen Vorrangflächen Eiweißpflanzen anbauen und so unsere
Importabhängigkeit von Soja aus Übersee verringern. Wir haben aber
auch unser Bergbauernprogramm erfolgreich verteidigt und können so
unsere wichtige Berglandwirtschaft absichern." Die GAP-Reform stelle
laut dem Minister insgesamt sicher, dass "aktive Bäuerinnen und
Bauern auch in Zukunft eine flächendeckende, wettbewerbsfähige,
nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft betreiben können. Maßstab ist
der bäuerliche Familienbetrieb und nicht die Agrarindustrie."
Agrarlandesrat Erich Schwärzler dankte dem Minister für seinen
intensiven Einsatz auf EU-Ebene, "wodurch das Fundament zur
Weiterentwicklung der Zukunft des Arbeitsplatzes und
Familienunternehmens Bauernhof sowie des ländlichen Raumes für die
nächsten Jahre gelegt worden ist. Bei der Umsetzung der neuen
Agrarpolitik ist besonders darauf zu achten, dass diese nicht zu
mehr, sondern vielmehr zu weniger Bürokratie und Auflagen führt."
Thema war auch die Saatgutverordnung. Der Minister und die
Agrarreferenten der Länder sprachen sich klar gegen Mehrbelastungen
für die Produzenten von Saat- und Pflanzgut und für den Erhalt der
genetischen Vielfalt aus. Die traditionellen alten Sorten und der
regionale Handel auf Pflanzenmärkten dürfen nicht gefährdet werden.
Bei der laufenden Diskussion über die Alpflächenfeststellung
forderte Landesrat Schwärzler die Berücksichtigung von sechs Prozent
Natur- und Landschaftselementen bei der Alpflächenfeststellung. Die
Arbeit der Fischler-Sonderkommission "Alm" müsse fortgesetzt werden.
Nachdem die Aufarbeitung der Alpthematik bisher von mehreren
Abteilungen im Lebensministerium wahrgenommen wurde, soll in Zukunft
ein Hauptverantwortlicher als Ansprechpartner für Alpfragen und
Strategien sowie deren Koordination im Lebensministerium zur
Verfügung stehen, forderte Schwärzler.
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