Bäuerlicher Familienbetrieb als Maßstab

Ergebnisse der Landesagrarreferentenkonferenz präsentiert

Bezau (OTS/VLK) - Die GAP-Reform (Gemeinsame Agrarpolitik) der EU, aber auch die Alplächenfeststellung und die Saatgutverordnung waren die Hauptthemen der heutigen (Freitag, 28. Juni) Konferenz der Landesagrarreferenten in Bezau. Im anschließenden Pressegespräch gaben Landesrat Erich Schwärzler und Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich Details dazu bekannt.

Die EU-Agrarminister haben sich am 26. Juni 2013 in Luxemburg über die Zukunft der europäischen Landwirtschaft für die nächsten sieben Jahre bis 2020 geeinigt. Das Europaparlament, das erstmals Mitspracherecht hatte, hat dieser Reform ebenfalls zugestimmt. Der erzielte Kompromiss bleibe zwar in manchen Bereichen hinter den allgemeinen Erwartungen zurück, so Minister Berlakovich, Österreich habe sich aber mit seinen Kernanliegen durchgesetzt. "Wir haben mit einem Budget von minus 2,8 Prozent eine akzeptable Grundlage, Bayern muss ein Minus von 20 Prozent verkraften", informierte Belakovich. Auch bei der Anerkennung der österreichischen Umweltleistungen konnte man sich gegen das EU-Parlament durchsetzen - Belakovich: "Statt fünf Prozent der Flächen still legen zu müssen, können wir auf ökologischen Vorrangflächen Eiweißpflanzen anbauen und so unsere Importabhängigkeit von Soja aus Übersee verringern. Wir haben aber auch unser Bergbauernprogramm erfolgreich verteidigt und können so unsere wichtige Berglandwirtschaft absichern." Die GAP-Reform stelle laut dem Minister insgesamt sicher, dass "aktive Bäuerinnen und Bauern auch in Zukunft eine flächendeckende, wettbewerbsfähige, nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft betreiben können. Maßstab ist der bäuerliche Familienbetrieb und nicht die Agrarindustrie."

Agrarlandesrat Erich Schwärzler dankte dem Minister für seinen intensiven Einsatz auf EU-Ebene, "wodurch das Fundament zur Weiterentwicklung der Zukunft des Arbeitsplatzes und Familienunternehmens Bauernhof sowie des ländlichen Raumes für die nächsten Jahre gelegt worden ist. Bei der Umsetzung der neuen Agrarpolitik ist besonders darauf zu achten, dass diese nicht zu mehr, sondern vielmehr zu weniger Bürokratie und Auflagen führt."

Thema war auch die Saatgutverordnung. Der Minister und die Agrarreferenten der Länder sprachen sich klar gegen Mehrbelastungen für die Produzenten von Saat- und Pflanzgut und für den Erhalt der genetischen Vielfalt aus. Die traditionellen alten Sorten und der regionale Handel auf Pflanzenmärkten dürfen nicht gefährdet werden.

Bei der laufenden Diskussion über die Alpflächenfeststellung forderte Landesrat Schwärzler die Berücksichtigung von sechs Prozent Natur- und Landschaftselementen bei der Alpflächenfeststellung. Die Arbeit der Fischler-Sonderkommission "Alm" müsse fortgesetzt werden. Nachdem die Aufarbeitung der Alpthematik bisher von mehreren Abteilungen im Lebensministerium wahrgenommen wurde, soll in Zukunft ein Hauptverantwortlicher als Ansprechpartner für Alpfragen und Strategien sowie deren Koordination im Lebensministerium zur Verfügung stehen, forderte Schwärzler.

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