• 27.06.2013, 12:54:43
  • /
  • OTS0223 OTW0223

Mitterlehner: "Neue Jugendstrategie macht aus Betroffenen Beteiligte"

Praktika mit neuem Qualitäts-Check erleichtern, neue Jugendbanken etablieren, Freiwilligeneinsatz fördern - Jugend trotz Wirtschaftskrise zu 81 Prozent optimistisch

Utl.: Praktika mit neuem Qualitäts-Check erleichtern, neue
Jugendbanken etablieren, Freiwilligeneinsatz fördern - Jugend
trotz Wirtschaftskrise zu 81 Prozent optimistisch =

Wien (OTS/BMWFJ) - Wien (BMWFJ). Wirtschafts- und Jugendminister
Reinhold Mitterlehner präsentierte am Donnerstag die neue
Jugendstrategie seines Ressorts, die Ziele, Projekte und
Maßnahmenvorschläge für den Zeitraum 2013 bis 2020 enthält. "Unser
Ziel ist es, nicht nur eine Politik für Jugendliche zu machen,
sondern vor allem mit ihnen. Mit der Jugendstrategie wollen wir aus
Betroffenen Beteiligte machen, indem wir Bewerbung und Jobsuche
erleichtern, die Mitbestimmung von Jugendlichen ausbauen und den
Freiwilligeneinsatz fördern", sagt Mitterlehner zu der unter
Einbindung von rund 1.000 Jugendlichen und gemeinsam mit der
Bundes-Jugendvertretung, dem Netzwerk Offene Jugendarbeit und dem
Netzwerk Österreichische Jugendinfos erarbeiteten Strategie. "Mit
neuen Projekten wie der Checkliste für Qualitätspraktika und den
geplanten Jugendbanken sind wir auf dem richtigen Weg", so
Mitterlehner.

Rückenwind für die Umsetzung liefert der hohe Zukunftsoptimismus, wie
der neue Jugendmonitor zeigt: "Trotz der wirtschaftlichen
Krisenstimmung in ganz Europa sind Österreichs Jugendliche
ungebrochen optimistisch. 81 Prozent blicken der Zukunft derzeit sehr
oder eher zuversichtlich entgegen, das sind sechs Prozentpunkte mehr
als im Herbst des Vorjahres", so Mitterlehner auf Basis der
repräsentativen Befragung von netto 800 Jugendlichen, repräsentativ
für die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen.

Bildungs- und Berufsorientierung ausbauen

Die Ziele und Vorschläge der Jugendstrategie drehen sich rund um die
drei Schwerpunkte Beschäftigung und Bildung, Beteiligung und
Engagement sowie Lebensqualität und Miteinander. So soll Österreich
im Jahr 2020 bei der Jugendarbeitslosigkeit weiterhin unter den drei
besten EU-Ländern liegen, die Schulabbrecher-Quote 2020 die
niedrigste in der EU sein und die Zahl der Unternehmensgründer unter
30 Jahre steigen. "Daher müssen wir sowohl den Unternehmergeist
fördern als auch die Bildungs- und Berufsorientierung auf allen
Ebenen ausbauen, zum Beispiel durch einen eigenständigen
Pflichtgegenstand dafür zumindest ab der siebten Schulstufe", so
Mitterlehner. "Aufgrund des demographischen Wandels mit einer
langfristig sinkenden Zahl an jungen Menschen müssen wir die
Treffsicherheit der Ausbildung erhöhen und die Potenziale der Jugend
besser nützen", betont Mitterlehner.

Freiwilliges Engagement fördern, Politische Bildung ausbauen

Darüber hinaus sollen auf Basis des im Herbst in Niederösterreich
startenden Pilotprojekts "Was ich kann" vor allem informell erworbene
Schlüsselkompetenzen im Berufsleben stärker anerkannt werden. "Wir
wollen damit auch das freiwillige Engagement fördern, weil gerade
sozial und gesellschaftlich engagierte Jugendliche bei Bewerbungen
Vorteile haben werden, wenn 'soft skills' wie Teamkompetenz im
Berufsleben besser anerkannt werden", so Mitterlehner. In Zukunft
soll sich die Quote der freiwillig engagierten Jugendlichen auf
zumindest 50 Prozent erhöhen und soll die Wahlbeteiligung der
Erstwähler steigen. Notwendig dafür ist aus Mitterlehners Sicht auch
ein Ausbau der Politischen Bildung an Schulen, damit Jugendliche ihr
Wahlrecht ab 16 informiert ausüben können. Zu diesem Thema wird daher
eine Machbarkeitsstudie erstellt.

In diesem Zusammenhang fördert das Jugendministerium auch die
Erstellung von sachlichen Abstimmungshilfen durch die
Bundesjugendvertretung. "Allein schon aufgrund des demographischen
Wandels müssen wir die Stimme der Jugend verstärken", so
Mitterlehner. Die damit verbundenen Herausforderungen erläutert der
Politik- und Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier. "2012
lebten in Österreich 1,714 Millionen Kinder und Jugendliche unter 20
Jahren, das sind rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil
wird aber laut dem Hauptszenario der Statistik Austria-Prognosen bis
2030 auf unter 15 Prozent sinken, während der Anteil der Menschen im
nicht mehr erwerbsfähigen Alter von heute 18 auf mehr 30 Prozent
steigen wird", so Filzmaier.

Neue Checkliste Qualitätspraktika

Als weitere Maßnahme sieht die Jugendstrategie eine neue Checkliste
für Qualitätspraktika vor. "Ein ideales Praktikum besteht für
Jugendliche aus einer interessanten Tätigkeit, der Chance auf
Erfahrungen und der Möglichkeit, wirklich mitarbeiten zu können. Die
Informationen darüber sollten aber noch verstärkt werden", verweist
Mitterlehner auf die Ergebnisse des aktuellen Jugendmonitors. Demnach
hat rund die Hälfte der Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren
bereits Praktika absolviert, bei Jugendlichen über 17 Jahren sind es
knapp zwei Drittel. Rund die Hälfte davon waren freiwillige Praktika,
die übrigen verpflichtend im Rahmen der Schul- bzw. Berufsausbildung.
"Knapp 50 Prozent der Befragten sind für ihre Arbeit in einem
Praktikum bezahlt worden. Geld zu verdienen ist gegenüber dem
Interesse aber kein herausragendes Motiv, wie der Jugendmonitor
ergeben hat", ergänzt Filzmaier, dessen Institut die Studie im
Auftrag des BMWFJ durchgeführt hat.

Pilotprojekt für neue Jugendbanken

Ein weiteres Strategieziel dreht sich um den Schwerpunkt
Lebensqualität & Miteinander, in dessen Rahmen Mitterlehner neue
Jugendbanken ("Youth Banks") etablieren will. Dafür soll ein
Projektfonds nach dem Modell der europäischen "Lokalen Agenda 21"
aufgesetzt werden, mit dem regionale Nachhaltigkeits-Projekte
unterstützt werden. "Damit können die Jugendlichen ihre Agenda selbst
in die Hand nehmen. Durch kleine Jugendbank-Projekte lassen sich
sowohl das individuelle Leben als auch die Gesellschaft umwelt-,
gesundheits- oder sozialbewusster gestalten", so Mitterlehner. Die
Umsetzung erfolgt über eine Gruppe von Jugendlichen von 14 bis 24
Jahren, die sich unter Betreuung von Experten zusammenschließen und
mit ihrem Förderbudget einzelne Projekte mit bis zu 500 Euro
unbürokratisch unterstützen können. Mögliche Projekte sind zum
Beispiel Fortbildungen für ein Schülerzeitungsredaktionsteam, die
Durchführung eines Jugendforums mit Politikern, ein Weblog zu einem
Jugendthema oder eine Ausstellung mit den Werken junger Künstler. Ein
Pilotprojekt für Jugendbanken wird Anfang 2014 gestartet.

Die neue Jugendstrategie und der aktuelle Jugendmonitor stehen auf
der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und
Jugend (www.bmwfj.gv.at) zum Download zur Verfügung.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel