• 27.06.2013, 10:44:51
  • /
  • OTS0118 OTW0118

Bures und Thann präsentieren neue Verkehrssicherheitskampagne: "Kinder sehen die Welt anders"

"Denk daran: Fahr aufmerksam"

Utl.: "Denk daran: Fahr aufmerksam" =

Wien (OTS/BMVIT) - Für rund 700.000 Kinder stehen die Sommerferien
vor der Tür und für sie wird die Welt zum großen Spielplatz. Aber:
Speziell in der beginnenden Ferienzeit verunglücken besonders viele
Kinder im Straßenverkehr. Deshalb startet Verkehrsministerin Doris
Bures gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) jetzt
die Kampagne "Kinder sehen die Welt anders", um mehr Bewusstsein für
die Situation von Kindern im Straßenverkehr zu schaffen. Am
Donnerstag hat die Ministerin gemeinsam mit KfV-Direktor Othmar Thann
und Manuel Sprung, Professor für Klinische Kinder- und
Jugendpsychologie an der Universität Wien, die neue
Verkehrssicherheitskampagne vorgestellt. ****

Das Ziel ist, die Erwachsenen für mehr Rücksicht und Aufmerksamkeit
zu sensibilisieren. "Denk daran: Fahr aufmerksam! Das Motto fasst
sehr gut zusammen, worum es uns geht", betont Bures, "Kinder sind die
schwächsten Verkehrsteilnehmer, sie brauchen unseren besonderen
Schutz."

Erwachsene haben daher eine besondere Verpflichtung, auf Kinder im
Straßenverkehr achtzugeben. Kinder sind vom Vertrauensgrundsatz, der
besagt, dass sich VerkehrsteilnehmerInnen auf das richtige Verhalten
der anderen verlassen können, ausgenommen. Trotzdem wurden 2012
nahezu 3.000 Kinder im Straßenverkehr verletzt. Besondere
Unfallhäufungen gibt es im Sommer rund um den Schulschluss und zum
Schulbeginn. Darauf ist die Kampagne abgestimmt, die in zwei Wellen
stattfindet, in den ersten Juliwochen und Ende August und Anfang
September.

"Jeder Unfall mit Kindern ist einer zu viel, deshalb rücken wir
dieses Thema bewusst in den Vordergrund", betont Verkehrsministerin
Bures. "Neben gesetzlichen Rahmenbedingungen wie der Radhelmpflicht
für Kinder oder der Verankerung des Rücksichtnahmegebots in der StVO
sind mehr Rücksicht und Achtsamkeit von Erwachsenen notwendig. Daher
setzen wir neben den legistischen Maßnahmen auf Bewusstseinsbildung
bei den erwachsenen Verkehrsteilnehmern", erläutert Bures. Denn die
meisten Verkehrsunfälle von Kindern passieren, weil Erwachsene nicht
gut genug aufpassen.

So wird jedes dritte im Straßenverkehr verletzte Kind als Mitfahrer
im Pkw verletzt. Nahezu jedes fünfte Kind im Straßenverkehr verletzte
Kind verunglückt beim Überqueren einer Kreuzung. "Es ist eine
traurige Tatsache, dass rund ein Drittel aller Kinder im Auto nicht
richtig gesichert oder gar nicht gesichert sind. Das Risiko, bei
einem Unfall getötet oder schwer verletzt zu werden, ist bei
ungesicherten Kindern sieben Mal so hoch wie für richtig gesicherte
Kinder", mahnt Othmar Thann, Direktor des KfV (Kuratorium für
Verkehrssicherheit).

Die Eckdaten der Kampagne

Die Kampagne wird bis Mitte September über alle relevanten
Kommunikationskanäle deutlich wahrnehmbar sein. Neben dem bewegenden
Fernsehspot ist die Kampagne in Form von Hörfunkspots, Print-Sujets,
auf den Autobahnplakaten der ASFINAG und auf Facebook präsent.
Besondere Werbe- und Informationsschwerpunkte werden auf den
Ferienbeginn bzw. den Schulbeginn im September gelegt.

* Die Kampagne richtet sich in erster Linie an alle erwachsenen
VerkehrsteilnehmerInnen, denn sie haben es in der Hand, Kindern ein
Vorbild zu sein und durch besondere Rücksicht den Straßenverkehr
sicherer zu gestalten.
* Der Mediamix garantiert, dass mehr als fünf Millionen
VerkehrsteilnehmerInnen und somit größtmögliche Bekanntheit und
maximale Wirkung erreicht werden.
* Über Facebook wird ein interaktiver Kommunikationskanal zur
Verfügung gestellt, der auf unterhaltsame Weise Wissen zum Thema
vermittelt und über den sinnvolle Preise verlost werden, wie z.B.
Kindersitze oder Fahrsicherheitstrainings.

Mehr Kindersicherheit im Straßenverkehr

In den vergangenen Jahren wurden schon wesentlich Schritte für mehr
Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr gesetzt:

* 2011 wurde das Rücksichtnahmegebot in der StVO verankert und die
Radhelmpflicht für Kinder bis zwölf Jahre erfolgreich eingeführt.
* Seit 2009 müssen bei zwei Verstößen gegen die richtige
Kindersicherung im Rahmen des Vormerksystems Kindersicherungsseminare
besucht werden.
* Informationen zur richtigen Kindersicherung im Auto werden seit
2009 österreichweit den Baby-Startpaketen beigelegt.
* Bei den Radworkshops in Zusammenarbeit mit der AUVA lernen Kinder
sicheres Verhalten im Straßenverkehr - daran haben bisher 61.000
kleine Pedalritter teilgenommen.

"Mit unseren Maßnahmen haben wir schon viel erreicht und Österreichs
Straßen für Kinder sicherer gemacht. Vor zehn Jahren starben jeden
Monat zwei Kinder im Straßenverkehr, 2012 waren es insgesamt acht und
ich möchte, dass künftig kein Kind mehr sein Leben im Straßenverkehr
verliert", betont Verkehrsministerin Doris Bures.

Hintergrund: Kinder im Straßenverkehr

Prinzipiell sind Kinder im Straßenverkehr sehr vorsichtig und
verhalten sich meistens genau richtig. Dennoch ist die
"Straßenverkehrstauglichkeit" von Kindern eingeschränkt - weil ihre
Entwicklung bestimmte Schlussfolgerungen noch nicht zulässt bzw. auch
physische Limits vorhanden sind:

* Kinder sind klein - das ist ein Grund für gefährliche Situationen
im Straßenverkehr, weil sie selbst zu wenig sehen oder zu spät
gesehen werden.
* Das Blickfeld von Kindern ist gegenüber jenem Erwachsener
eingeschränkt: Gefahren, die Erwachsene noch aus dem Augenwinkel
wahrnehmen können, sind für Kinder oft nicht sichtbar.
* Kinder können schlecht einschätzen, woher Geräusche kommen, weil
diese Zuordnung noch nicht voll ausgebildet ist.
* Außerdem haben Kinder häufig Probleme, links und rechts zu
unterscheiden.
* Distanzen korrekt einzuschätzen, fällt Kindern ebenfalls ziemlich
schwer - das kann sich insbesondere bei Bremswegen fatal auswirken.
* Das größte Manko ist aber die fehlende Erfahrung: Kinder müssen mit
dem Straßenverkehr erst umgehen lernen.

Kinder im Straßenverkehr - Unfallbilanz

* In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Zahl der verletzten
und getöten Kinder im Straßenverkehr deutlich zu reduzieren. Gab es
2002 noch über 4.000 verletzte und 25 getötete Kinder, waren es 2012
um tausend Verletzte weniger, acht Kinder wurden 2012 im
Straßenverkehr tödlich verletzt.
* Das Unfallrisiko von Kindern steigt, sobald sie aktiv am
Verkehrsgeschehen teilnehmen - also ab sechs Jahren als
FußgängerInnen, ab zehn als RadfahrerInnen bzw. ab 14 mit dem Moped.
* 38 Prozent der Kinder verunglücken als MitfahrerInnen im Pkw, 27
Prozent zu Fuß und 21 Prozent mit dem Fahrrad, wobei jüngere Kinder
in erster Linie im Pkw als MitfahrerInnen betroffen sind, ältere
Kinder hingegen als RadfahrerInnen.
* Der überwiegende Anteil der Unfälle - nämlich knapp drei Viertel -
ereignet sich im Ortsgebiet.
* Mehr als 360 Unfälle passierten 2011 am Schulweg.
* Unfälle mit Kinderbeteiligung passieren am häufigsten gegen Ende
der Woche, also Donnerstag oder Freitag.
* Vier Fünftel aller Unfälle mit Kinderbeteiligung gehen zum Glück
mit leichten Verletzungen aus.

Alle Informationen zur Kampagne finden Sie unter:

www.bmvit.gv.at
www.facebook.com/Kinder.sehen.die.Welt.anders

(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel