VPI warnt vor unüberlegtem Storno einer Lebensversicherung

Saalfelden (OTS) -

  • Lange Laufzeiten sind zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge unverzichtbar
  • Ansparpläne im Versicherungsmantel unterliegen nicht der Kapitalertragssteuer
  • Bei Kündigung geht auch der Absicherungsschutz verloren
  • Kündigung und gleichzeitiger Neuabschluss ist teuerste Lösung und muss genau überlegt werden
  • Kostentransparenz würde Kunden vor Fehlentscheidung bewahren

Wer in Österreich eine Lebensversicherung abschließt, bindet sich meist für sehr lange Zeit. Üblich sind Laufzeiten von 20 Jahren und mehr. Doch bei näherer Betrachtung relativieren sich diese Zahlen:
"Die durchschnittliche Lebensdauer einer Lebensversicherung beträgt hierzulande zwischen sechs und acht Jahren", sagt Hermann Stöckl, Geschäftsführer der österreichischen Vermögensberatungsgesellschaft VPI. "In den meisten Fällen werden die Verträge bereits in der ersten Hälfte der Laufzeit storniert, was für jeden einzelnen Kunden gravierende Nachteile zur Folge hat." Bestehende Lebensversicherungen sollten daher auf keinen Fall unüberlegt vor Ende der Laufzeit gekündigt werden, warnt Stöckl.

Lebensversicherung als Altersvorsorgeinstrument unverzichtbar

Klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen sind ein wichtiges Instrument zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge und als solches meist auch Teil eines langfristigen Vermögensaufbaukonzeptes. "Es gibt nach wie vor keine brauchbare Alternative: Die Lebensversicherung ist die einzige Vorsorgelösung, die nicht nur einen Ablebensschutz mit bringt sondern auch das Langlebigkeitsrisiko abdeckt." Ein weiterer wichtiger Vorteil der langen Laufzeit: durch den Zinseszinseffekt wird mit den Jahren auch aus kleinen monatlichen Beiträgen ein ordentliches Vermögen - und das steuerbegünstigt. "Auf Wertzuwächse, die im Rahmen einer Lebensversicherung lukriert werden, fällt keine Vermögenszuwachssteuer an."

Vorzeitige Kündigung birgt ein finanzielles Risiko

Neben der Gefährdung der privaten Altersvorsorge und möglicher steuerlicher Konsequenzen bringt eine vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung auch noch eine Reihe weiterer Nachteile mit sich. So bleibt der Rückkaufswert von Polizzen, die jetzt nach sieben, acht Jahren Laufzeit ins Storno kommen, zum Teil deutlich hinter den Erwartungen der Kunden zurück. Die Finanzkrise kann dafür aber nur bedingt als Argument herhalten. Vielmehr basiert dieses enttäuschende Ergebnis auf der lange Zeit bei Versicherungen üblichen Praxis, die Abschlusskosten nur auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit zu verteilen. Wobei sich diese Abschlusskosten aus der bei Vertragsabschluss vereinbarten Gesamtbeitragssumme errechnen - was bedeutet, dass sich bei einer fixierten Laufzeit von 20 Jahren und einem monatlichen Beitrag von 100 Euro eine Berechnungsbasis von 100x12x20=24.000 Euro ergibt.

"Bei einer entsprechend langen Laufzeit fallen diese Kosten nicht so stark ins Gewicht und werden durch die zu erwartende positive Performance der Veranlagung wett gemacht", erklärt Stöckl. "Aber bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung und einer entsprechend verkürzten Veranlagungsdauer bleiben die Kunden meist enttäuscht zurück."

Kunden kennen sich zu wenig aus

Dabei könnte die Kündigung der Versicherungspolizze in vielen Fällen verhindert werden, weiß Stöckl aus eigener Erfahrung. Denn der häufigste Beweggrund für eine Kündigung ist, neben einem vorübergehenden finanziellen Engpass oder einem kurzfristigen Finanzierungsbedarf, ein vermeintlich attraktiveres Angebot eines Mitbewerbers.

"Wenn die Kunden wirklich einen akuten Kapitalbedarf haben, gibt es immer günstigere und intelligentere Möglichkeiten als die Kündigung einer Lebensversicherung. Und wenn ein finanzieller Engpass die vorübergehende Weiterzahlung der monatlichen Beiträge unmöglich macht, erlauben die meisten Tarifbedingungen auch Beitragspausen über einen bestimmten Zeitraum oder - wenn nicht anders möglich - eine Beitragsfreistellung des Vertrages", zeigt Stöckl mögliche Lösungen auf. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn anders als bei einer klassischen Lebensversicherung - hier erfolgt die Verwaltung des Vertrages bis zum Ende der Laufzeit kostenfrei - fallen bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung laufende Verwaltungskosten für die Depotverwaltung an. "Wenn diese Stückkosten über viele Jahre weiter gezahlt werden müssen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass am Ende das bereits eingezahlte Kapital durch Verwaltungskosten aufgefressen wird", sagt Stöckl und empfiehlt auch hier eine umfassende Beratung durch einen Experten. Außerdem sollte das in einer fondsgebundenen Lebensversicherung vorhandene Kapital bis zum Ende der Laufzeit möglichst konservativ veranlagt werden, damit zumindest das Risiko von Kursverlusten reduziert wird. "Letztlich geht es um drei wichtige Fragen, die vor einem Eingriff in einen bestehenden Vertrag geklärt werden müssen: 1. Was kostet eine Prämienfreistellung? 2. Was kostet der prämienfreie Vertrag bis zum Ende der Laufzeit? 3. Welche Alternativen gibt es?" Werden diese drei Fragen umfassend beantwortet, fällt die Entscheidung meist wesentlich leichter.

Verschärfter Wettbewerb um Kunden

Stöckl räumt in diesem Zusammenhang auch ein, dass in Ausnahmefällen eine Kündigung die einzige Möglichkeit sein kann, warnt aber gleichzeitig davor, dies unüberlegt zu tun. "Bevor der Kunde eine Kündigung unterschreibt, muss er sich unbedingt über die damit verbundenen Kosten bzw. die damit verbundenen Nachteile im Klaren sein!" Wenn gleichzeitig ein - vermeintlich besserer - neuer Vertrag abgeschlossen wird, müssen auch die anfallenden neuerlichen Abschlusskosten transparent gemacht werden. Hier könnte die geplante gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Kosten viele Kunden vor Fehlentscheidungen bewahren.

Stöckl rät daher: "Vor der Kündigung einer Lebensversicherung sollten immer alle Optionen geprüft werden. Gibt es wirklich keine gangbare Alternative, dann ist vor dem Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages umso genauer zu überlegen, ob dieser auch tatsächlich den eigenen Bedürfnissen entspricht."

Die VPI Vermögensplanung GmbH wurde 1997 gegründet und betreut heute österreichweit tausende Kunden in allen Belangen der privaten und betrieblichen Vorsorge. Die zentrale Aufgabe der VPI ist die Planung, die Sicherung und der langfristige Aufbau von Kundenvermögen sowie das Finanzmanagement von Unternehmen und privaten Haushalten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.vpi.at

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