- 25.06.2013, 13:03:19
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"Bildung auf einen Blick" - Karlheinz Töchterle: Österreich auf gutem Weg
Wissenschafts- und Forschungsminister zur jüngsten OECD-Studie

Utl.: Wissenschafts- und Forschungsminister zur jüngsten OECD-Studie =
Wien (OTS) - "Bildung auf einen Blick" bietet die heute gemeinsam von
Prof. Dr. Barbara Ischinger, Direktorin des Direktorats Bildung und
Kompetenzen der OECD, Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle
gemeinsam präsentierte OECD-Studie. Erstmals wurde Wien als Standort
der Hauptpräsentation dieser internationalen Studie, die zentrale
Aspekte der Bildungssysteme der 34 OECD-Länder vergleicht, ausgewählt
- "ein stimmiges Bild angesichts der zahlreichen Anstrengungen im
Bildungs- und Hochschulbereich in Österreich", sagte Töchterle. Er
zieht ein überwiegend positives Resümee: "Sämtliche Parameter zeigen
nach oben, Österreich ist auf gutem Weg." Dabei dürfe man aber "auch
jene Hausaufgaben nicht übersehen, die noch zu erledigen sind".
"Wir konnten die Bildungsausgaben steigern", verweist Töchterle auf
das Plus von 0,1 Prozentpunkten. Damit liegt Österreich bei den
Ausgaben im Tertiärbereich bei insgesamt (öffentlich und privat)
1,52 Prozent des BIP - deutlich über dem OECD- und EU-Schnitt (1,1
Prozent bzw. 1,2 Prozent). "Aber was wir sehen und ich nicht müde
werde zu betonen: Österreich hat einen der niedrigsten Anteile an
privater Finanzierung im Hochschulbereich", so der Minister. Mit
0,067 Prozent ist Österreich weit unter dem OECD- und EU-Schnitt (0,5
Prozent bzw. 0,3 Prozent). Die OECD hat Österreich wiederholt die
Einführung von Studienbeiträgen mit entsprechenden sozialen
Begleitmaßnahmen empfohlen, deren weitgehendes Fehlen die OECD als
die Hauptursache für den niedrigen Anteil privater Mittel nennt.
Diesem Ansatz entspreche auch das von Minister Töchterle im September
2011 vorgelegte Studienbeitrags-Modell. Die OECD hält auch fest, dass
es in Österreich kein öffentliches Darlehenssystem für Studierende
gibt. Dieser Aspekt wird derzeit in der
Hochschulkonferenz-Arbeitsgruppe zur sozialen Absicherung der
Studierenden diskutiert, ein Bericht ist für September geplant.
Erwähnt wird seitens der OECD auch die Hochschul-Milliarde. Diese
Mittel wurden anteilmäßig auch bereits für 2016 und 2017
fortgeschrieben. "Gerade aufgrund meiner zahlreichen Besuche in
anderen Ländern weiß ich, dass es in Zeiten wie diesen alles andere
als eine Selbstverständlichkeit ist, zusätzliche Mittel für
Wissenschaft und Forschung bereitzustellen", unterstrich der
Minister. Betreffend öffentliche Finanzierung verwies er auch auf die
jüngste Studie der European University Association (EUA), wonach
Österreich seine Uni-Ausgaben heuer im Europavergleich zum Vorjahr
nach Island am stärksten gesteigert hat. "Aber gerade bei den
privaten Mitteln haben wir Aufholbedarf und setzen daher gezielte
Anreize, um mehr private Gelder für Wissenschaft und Forschung zu
gewinnen", nannte Töchterle als Beispiel etwa den "matching fund" (9
Millionen Euro) und der Anschubfinanzierung von universitären
Kooperationsvorhaben (63 Millionen Euro) im Rahmen der
Hochschulraum-Strukturmittel.
Betreffend Akademikerquote zeigt sich: Österreich hat - wie auch im
Vorjahr - eine erweiterte Akademikerquote (Anteil von Personen mit
tertiärem Bildungsabschluss an der Erwerbsbevölkerung, 25- bis
64-Jährige) von 19 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 33
Prozent, der EU-Durchschnitt bei 29 Prozent. Anders als bei den
Berechnung der EU fließen bei jenen der OECD keine Abschlüsse von
Einrichtungen wie zB berufsbildenden höheren Schulen ("tertiary or
equivalent") ein, die im deutschsprachigen Raum stark sind und jene
Qualifikationen vermitteln, die in anderen Ländern typischerweise im
Hochschulbereich vermittelt werden. Die Europäische Union
berücksichtigt das bereits bei ihrem EU 2020-Ziel für Österreich und
Deutschland und bezieht die Abschlüsse der berufsbildenden höheren
Schulen in die Berechnung mit ein, sodass Österreich in dieser
konsolidierten Berechnung im Jahr 2012 in der Gruppe der
30-34-Jährigen gesamt bereits bei 38,3 Prozent liegt. Die Abschlüsse
an österreichischen Hochschulen haben sich in absoluten Zahlen seit
2001 verdoppelt. "Daher erneut mein Appell, die Akademikerquote
differenziert und vor dem Hintergrund des stark ausgeprägten
berufsbildenden Sektors zu betrachten. Und was man vor allem auch
sehen muss: Wir sind ganz vorne, was die Jugendbeschäftigung
betrifft", so Töchterle.
Weitere ausgewählte Aspekte der OECD-Studie im Überblick:
Ausgaben pro Student/in - leichte Steigerung
- Die jährlichen Ausgaben pro Student/in sind mit 15.007 US-Dollar
gegenüber dem Vorjahreswert leicht gestiegen und liegen etwas über
dem OECD-Durchschnitt (13.528 US-Dollar) sowie dem EU-Durchschnitt
(12.856 US-Dollar).
Ausgaben pro Absolvent/in - an 4. Stelle der EU- und 5. Stelle der
OECD-Länder
- Österreich liegt bei den Ausgaben pro Absolvent/in mit 80.138
US-Dollar deutlich über dem OECD- und EU-Durchschnitt (57.774
US-Dollar bzw. 60.674 US-Dollar).
Ausländische Studierende - Österreich auf Platz 2, hohe Attraktivität
heimischer Hochschulen
- Der Anteil ausländischer Studierender in Österreich beträgt für den
gesamten Tertiärbereich rund 15 Prozent (exakt 14,7 Prozent) und ist
damit mehr als doppelt so hoch wie im OECD-Durchschnitt (7 Prozent).
- Der außerordentlich hohe Anteil ausländischer Studierender belegt
auch die hohe Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Österreich.
Betreuungsverhältnis - verbessert, weitere Schritte im Rahmen der
Studienplatzfinanzierung
- Das aktuelle Betreuungsverhältnis beträgt 16,6 Studierende pro
Lehrperson und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr (17,1)
verbessert.
- Mit der Studienplatzfinanzierung, deren Testphase angelaufen ist,
sollen die Rahmenbedingungen und damit das Betreuungsverhältnis
zunächst vor allem in stark nachgefragten Fächern weiter verbessert
werden (ua rund 95 zusätzliche Professor/innen in fünf besonders
stark nachgefragten Fächern im Zeitraum 2013 - 2015).
Hochschulzugangsquote - merklich aufgeholt
- Die Hochschulzugangsquote (Anteil jener Personen am Altersjahrgang,
die als Studienanfänger/innen ein Studium an einer Universität,
Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule aufnehmen) beträgt
aktuell 52 Prozent. Österreich hat hier in den vergangenen Jahren
deutlich aufgeholt (2009 45 Prozent, 1995 27 Prozent). Diese Erhöhung
lässt in Folge ein Steigen der Akademikerquote erwarten.
Hochschulabschlussquote - deutlich gestiegener Wert, weiterer
FH-Ausbau
- Die Hochschulabschlussquote (Personen mit Tertiärabschluss an der
Bevölkerung im typischen Abschlussalter) ist im letzten Jahr weiter
auf 35 Prozent angestiegen und nähert sich dem OECD- und
EU-Durchschnitt (39 Prozent bzw. 40,9 Prozent).
- Die OECD hält fest, dass die Fachhochschulen in den vergangenen
zehn Jahren erheblich zur Erhöhung der Studienanfänger- und
Abschlussquoten im Tertiärbereich beigetragen haben. Die Anzahl der
Studierenden an FHs hat sich seit 2000 von rund 11.800 auf rund
41.400 beinahe vervierfacht. Das BMWF baut diesen Sektor weiterhin
gezielt aus, bis 2015 werden rund 40 Millionen Euro in die Schaffung
von ca. 4.000 zusätzlichen Studienplätzen investiert.
Steigende Anzahl weiblicher Absolventinnen, besonders auch im
MINT-Bereich
- In Österreich gibt es eine steigende Anzahl an weiblichen
Absolventinnen, besonders auch im MINT-Bereich (Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
- In absoluten Zahlen hat sich die Anzahl der Abschlüsse von
Studentinnen in den MINT-Fächern seit 2000 verdreifacht, der
Frauenanteil wurde von 29 auf 34,4 Prozent erhöht.
- Hier zeigt sich, dass die Initiativen der Institutionen und des
Wissenschaftsministeriums wie die Studienberatung und die
MINT-Offensive in den vergangenen Jahren gegriffen haben.
Erwerbsbeteiligung im Tertiärbereich - Österreich über OECD- und
EU-Schnitt
- Mit zunehmendem Bildungsstand steigen die Beschäftigungsquoten.
Österreich liegt mit 87 Prozent für Absolvent/innen tertiärer
Ausbildung deutlich über dem OECD- und EU-Schnitt (82,9 Prozent bzw.
83,3 Prozent).
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