- 25.06.2013, 12:00:02
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Insulinpumpentherapie bei Diabetes - wie ein kleines Gerät die große Freiheit bringt
Qualitätskontrolle erfolgt durch das Insulinpumpenregister der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG)
Utl.: Qualitätskontrolle erfolgt durch das Insulinpumpenregister der
Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) =
Wien (OTS) - Die Diabetes-Therapie mittels Insulinpumpe etabliert
sich in Österreich immer mehr als Routinebehandlung. Bei Kindern und
Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes ist die kontinuierliche subkutane
Insulin-Infusion (CSII) mittlerweile die Therapie der Wahl. Eine
optimale Betreuung der DiabetikerInnen, für die die Insulinpumpe
geeignet ist, gewährleisten DiabetologInnen und Diabeteszentren. Die
Insulinpumpe wird für jeden Patienten/jede Patientin individuell
programmiert und gibt ein kurzwirksames Insulin kontinuierlich unter
die Haut ab. Dadurch gelingen bedarfsgerechtere Insulinspiegel. Die
Struktur-, Prozess- und Outcome-Qualitäten der Insulinpumpentherapie
werden vom Österreichischen Insulinpumpenregister der
Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) überprüft.
DiabetologInnen - ExpertInnen für die optimale Therapieform
Die Insulinpumpentherapie und die kontinuierliche Glukosemessung
sind ein wesentlicher Fortschritt in der Behandlung von
insulinpflichtigen DiabetikerInnen und machen einmal mehr die
wichtige Rolle der DiabetologInnen und spezieller Diabeteszentren
deutlich. "Um diese Therapie anbieten zu können, ist eine
Infrastruktur notwendig, die das computerbasierte Auslesen von
Pumpen, Blutzuckermessgeräten und Glukosesensoren ermöglicht. Ebenso
bedarf es strukturierter Schulung jener DiabetikerInnen, die mit der
Insulinpumpe therapiert werden, sowie einer durchgehenden
Versorgungsmöglichkeit für Stoffwechselentgleisungen", betont Prim.
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Prager, Facharzt für Innere Medizin,
Nephrologie, Endokrinologie und Stoffwechsel, Vorstand der 3.
Medizinischen Abteilung am Krankenhaus Wien Hietzing und Mitglied im
Team des Insulinpumpenregisters der ÖDG.
So funktioniert eine Insulinpumpe
Insulinpumpen haben die Größe eines Handys und werden direkt am
Körper getragen. In der Pumpe befindet sich ein Insulinvorrat, aus
dem über einen dünnen Plastikschlauch (Katheter), der unter der Haut
am Bauch platziert wird, Insulin in den Körper abgegeben wird. Dieses
kontinuierlich abgegebene kurzwirksame Insulin (Basalrate) ersetzt
das langwirksame Insulin. Die Basalrate ist für den Patient/die
Patientin individuell programmierbar. Zu den Mahlzeiten ruft der
Diabetiker/die Diabetikerin zusätzlich Insulin (Insulinbolus) über
die Pumpe ab.
Insulinpumpen mit Zusatzfunktionen
Über die Jahre wurden die Insulinpumpen technisch
weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es z. B.
Bolus-Kalkulationsprogramme, die eine an die jeweilige Mahlzeit
angepasste Insulinmenge berechnen können, womit zu niedrige
Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) nach dem Essen vermieden werden
sollen.
Die Gefahr von Hyper- und Hypoglykämien wird auch durch eine
kontinuierliche Glukosemessung (CGM) verringert. Dabei wird mit einem
Sensor der Glukosewert in der Gewebsflüssigkeit gemessen.
Insulinpumpen mit CGM schalten sich bei einem definierten Wert ab und
nach zwei Stunden wieder an. Damit ist der Diabetiker/die
Diabetikerin vor Hypoglykämien geschützt, denn besonders in der Nacht
werden akustische Alarmsignale nicht immer wahrgenommen ("alarm burn
out").
Insulinpumpen ermöglichen aber nicht nur eine personalisierte
Insulintherapie. Durch das Auslesen von Pumpen und Messgeräten können
strukturierte Datenanalysen vorgenommen werden. Diese sind wiederum
hilfreich bei der Beurteilung der Einstellungsqualität bzw. bei
Therapieveränderungen.
Für welche DiabetikerInnen die Pumpe geeignet ist
Generell ist die Insulinpumpe für DiabetikerInnen mit
Typ-1-Diabetes konzipiert, nur in seltenen Fällen werden
Typ-2-DiabetikerInnen damit therapiert. "Die Insulinpumpe ist vor
allem für PatientInnen mit labilem Diabetes geeignet, aber auch für
jene, die sportlich und körperlich sehr aktiv sind. Von der
kontinuierlichen subkutanen Insulin-Infusion profitieren besonders
PatientInnen mit häufigen Hypoglykämien sowie DiabetikerInnen mit
erhöhtem Insulinbedarf in den Morgenstunden (Dawn-Phänomen), mit
hoher Insulinempfindlichkeit und geringem Tagesinsulinbedarf oder
auch DiabetikerInnen mit stark wechselndem Tagesablauf (z. B.
Manager, Piloten, Schichtarbeiter). Die Insulinpumpe ist auch für
viele Betroffene vor und während einer Schwangerschaft
empfehlenswert, da dem unterschiedlichen Insulinverbrauch in der
Schwangerschaft rasch Rechnung getragen werden kann", erklärt OÄ Dr.
Ingrid Schütz-Fuhrmann, 3. Medizinische Abteilung für
Stoffwechselerkrankungen und Nephrologie, Krankenhaus Hietzing und
Mitglied im Team des Insulinpumpenregisters der ÖDG.
Insulinpumpentherapie für Teenager und Kleinkinder
Blutzuckerschwankungen und einen wechselnden Insulinbedarf haben
besonders häufig junge DiabetikerInnen. "Die unterschiedlichen
Nahrungsmengen, die kleine Kinder zu sich nehmen, sowie ihr
wechselnder Bewegungsdrang stellen eine besondere Herausforderung für
die Diabetes-Therapie dar. Mit einem ausgeprägten Dawn-Phänomen haben
wiederum Teenager häufig zu kämpfen. Eine Insulinpumpe ist bei jungen
PatientInnen am besten geeignet, denn hier kann der
Basalinsulinbedarf fein dosiert und auch in Kleinstmengen abgegeben
werden", erläutert Univ.-Prof. Dr. Birgit Rami-Merhar, MBA,
Diabetesambulanz, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde,
Wien. Die sensorunterstützte Therapie (kontinuierliche
Glukosemessung) bietet den Eltern eine zusätzliche Hilfestellung mit
Trendangaben in welche Richtung sich der Glukosespiegel gerade bewegt
sowie mit der oben genannten Alarmfunktion bei Hypoglykämiegefahr.
Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft ist die
ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen
Diabetes-Fachleute. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und
Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der
Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen. Die ÖDG engagiert
sich für die Sicherstellung einer Betreuung der Menschen mit Diabetes
in Österreich, die den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
entspricht. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind ÄrztInnen
und wissenschaftlich einschlägig orientierte AkademikerInnen.
Assoziierte Mitglieder sind DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen.
Die Presseaussendung sowie Fotos der genannten ExpertInnen finden
Sie unter: http://www.publichealth.at/p-70090.html
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