- 21.06.2013, 12:49:31
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Bildungsvolksbegehren fordert bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für Ganztagsschulen
Wien (OTS) - Die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens lassen nicht
locker: Heute erhielten sowohl Bundeskanzler Werner Faymann als auch
sein Vizekanzler Michael Spindelegger persönliche Briefe von Hannes
Androsch und Bernd Schilcher zum Thema gemeinsame Schule der 10- bis
14jährigen. Diese neuerliche Diskussion wurde aktuell durch das
Arbeitsübereinkommen der neuen Salzburger Landesregierung ausgelöst.
Mit Wilfried Haslauer ist es neben Markus Wallner und Günther Platter
inzwischen der dritte der ÖVP zuzurechnende Landeshauptmann, der aus
der ÖVP - Parteilinie ausgebrochen ist und im jeweiligen Bundesland
Modellversuche für die gemeinsame verschränkte Ganztagsschule
durchführen wird.
Im Sinne einer flächendeckenden Unterstützung der politischen
Eigenständigkeit haben Hannes Androsch und Bernd Schilcher
gleichlautende Schreiben auch an die übrigen amtierenden
Landeshauptleute gerichtet.
Auch wenn in diesem Schreiben eingeräumt wird, dass "die
gemeinsame Ganztagsschule nicht die Patentlösung für alle
Bildungsprobleme" sei, so ist sie "zweifellos eine ganz entscheidende
Voraussetzung, um den vieltausendfachen Schatz von Talenten und
Begabungen bei den bildungsfernen Schichten und im Migrationsbereich
zu heben."
Eindringlich verweisen die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens
darauf, dass die Folgen des antiquierten Schulsystems inzwischen
verheerend sind. So können 28 Prozent der Fünfzehnjährigen nicht
lesen und sind daher weitgehend bildungsunfähig. 79.500 der 15- bis
24jährigen haben entweder keinen Schulabschluss oder keine
weiterführende Ausbildung und damit in aller Regel auch keinen Job.
Eine wachsende Zahl von Pflichtschulabgängern ist derart schwach in
Lesen, Schreiben und Rechnen, dass immer mehr Arbeitgeber erhebliche
Mittel in die Nachhilfe für Berufsschüler investieren müssen, um
diese Defizite einigermaßen auszugleichen.
In diesem Zusammenhang erinnern Hannes Androsch und Bernd
Schilcher auf die von Michael Spindelegger ins Leben gerufene
Initiative "Unternehmen Österreich". Die Expertengruppe unter der
Leitung von Markus Hengstschläger kommt zu einem höchst fatalen
Ergebnis: "Werden nicht rasch Taten gesetzt, werden sich die Defizite
im Bildungsbereich verstärken und unter anderem zur Folge haben, dass
die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes sinkt und der
Mangel an qualifizierten Fachkräften steigt. Andererseits droht eine
höhere Jugendarbeitslosigkeit und zwar bei Jugendlichen aus
bildungsfernen Schichten und aus dem Migrationsbereich sowie bei
Akademikern. Soziale Spannungen sind dann unabwendbar."
Die Unterzeichner des Briefes fordern sowohl die Regierungsspitze
als auch alle Landeshauptleute eindringlich auf, Modellversuche zur
gemeinsamen Schule in allen Bundesländern durchzuführen und
gleichzeitig bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für gemeinsame
Ganztagsschulen zu schaffen.
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