• 20.06.2013, 14:30:31
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AGRANA: Kritik der Abg. z. NR Bayr (SPÖ) an Bioethanolproduktion in Österreich von Unsachlichkeit und Unkenntnis geprägt

Wien (OTS) - In der OTS-Aussendung der Abg. z. Nationalrat Petra Bayr
(OTS0029/19. Juni 2013) wurden gestern einmal mehr unrichtige
Behauptungen zur Bioethanolproduktion in Österreich aufgestellt.
Konkret behauptete darin Abgeordnete Bayr, dass Agro-Treibstoffe
schlechtere CO2-Bilanzen als fossile Treibstoffe hätten und
Umweltminister Berlakovich angesichts der österreichischen
Bioethanolproduktion in der Anlage der AGRANA Bioethanol GmbH reine
Klientelpolitik gegenüber dem "Raiffeisenkonzern" betreibe. Weiters
heißt es in der SPÖ-Aussendung "Der Raiffeisenkonzern fürchtet um
seine Auslastung im Werk in Pischelsdorf, im Burgenland".

"Die Behauptungen von Fr. Abg. Bayr sind in aller Deutlichkeit
zurückzuweisen. Sie zeugen leider von Unkenntnis, beginnend mit der
geografischen Zuordnung von Pischelsdorf, das nicht im Burgenland
sondern in Niederösterreich an der Donau liegt. Bezüglich der
Umweltbilanz, hat die Bioethanolanlage in Pischelsdorf nicht nur eine
exzellente Energiebilanz sondern emittiert nur ein Drittel der
Treibhausgase im Vergleich zu Benzin. Dies belegt eine Studie des
Grazer Joanneum Research Instituts", stellt DI Johann Marihart,
Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG fest.

Anlässlich dieser neuerlich unsachlichen Kritik rund um das Thema
E10 in Österreich weist die AGRANA Beteiligungs-AG auf die
wirtschaftliche und ökologische Sinnhaftigkeit einer 10 %igen
Benzinbeimischung von Bioethanol hin.

1) In Österreich werden lediglich rund 2,5% der landwirtschaftlichen
Flächen für die Produktion von Rohstoffen für Bioethanol verwendet.
Dh. 97,5% dienen zur Nahrungsmittelerzeugung. Vorrang hat dabei immer
die Lebensmittel- und Futtermittelerzeugung. Nur Kapazitäten, die
darüber hinausgehen, werden für den Anbau als Energiepflanzen
genützt.

2) Konkret wird in Österreich für die Produktion von Bioethanol
Getreide verwendet (Weizen, Mais, Triticale). Zur Erzeugung werden
nachhaltig produzierte Futtergetreide-Überschüsse aus Mitteleuropa
eingesetzt, die für die Nahrungsmittelproduktion nicht geeignet sind.
Es handelt sich also nicht um Brotgetreide.

3) E10 hat keine Mitschuld am Welthunger. Die oft zitierte Rechnung,
dass durch den Getreideanbau für Biosprit Agrarflächen knapp werden,
stimmt auf Europa bezogen nicht. Jeder Hektar Futterweizen oder
Futtermais, der hierzulande in die Bioethanolindustrie geht, ersetzt
Sojaanbauflächen in Südamerika. Denn das Eiweissfutter, das AGRANA
als Nebenprodukt der Bioethanolerzeugung herstellt, ersetzt einen
Teil des Sojaimports aus diesen Ländern. Die dort freiwerdenden
Anbauflächen können daher für die Ernährung der lokalen Bevölkerung
genutzt werden, anstatt sie diesen Ländern durch den Export zur
Deckung des Fleischkonsums der entwickelten Länder zu entziehen.

4) Im AGRANA Bioethanolwerk in Pischelsdorf werden jährlich rund
220.000 m3 Bioethanol hergestellt - eine Menge, die ausreicht, um den
gesamten österreichischen Bedarf an Bioethanol bei einer Einführung
von E10 im Inland zu decken. AGRANA verzeichnet eine vollständige
Produktionsauslastung und stellt aktuell eine Hälfte ihrer in
Niederösterreich erzeugten Bioethanolmenge für die derzeit erfolgende
5%-ige Benzinbeimischung her. Die andere Hälfte wird exportiert,
wodurch CO2-Einsparungspotentiale verschenkt werden, die Österreich
zur Gänze selbst nutzen könnte, anstatt sie teuer in Form von
Verschmutzungsrechten am Weltmarkt zuzukaufen.

"Die Bioethanolbeimischung von 10% zu Benzin in Österreich ist
kein Allheilmittel, aber ein wertvoller Beitrag zur
Treibhausgas-Minderung", betont Marihart.

Zur weiteren Optimierung der Rohstoffnutzung am Standort
Pischelsdorf hat AGRANA dort eine der Bioethanolproduktion
vorgelagerten Weizenstärkefabrik errichtet. Die vergangene Woche
eröffnete Anlage nutzt alle wesentlichen Rohstoffbestandteile für die
Nahrungs- und Futtermittelproduktion, um dann die agrarischen
Reststoffe in der Bioethanolerzeugung zu verwerten. Gemeinsam mit dem
ebenfalls in Pischelsdorf hergestellten gentechnikfreien
Eiweißfuttermittel ActiProt(R) sowie dem hochreinem CO2, welches der
Industriegaskonzern Air Liquide über eine CO2-Rückgewinnungsanlage
produziert, werden in Pischelsdorf somit aus nur einem Rohstoff vier
hochwertige Produkte hergestellt und dieser damit zu 100 % genutzt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGR

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