- 20.06.2013, 11:20:39
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Jüdisches Museum Wien: "Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute"
Die neue permanente Ausstellung des Jüdischen Museums Wien wird ab 19. November 2013 zu sehen sein
Utl.: Die neue permanente Ausstellung des Jüdischen Museums Wien
wird
ab 19. November 2013 zu sehen sein =
Wien (OTS) - Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding
bietet ab 19. November 2013 seinen BesucherInnen die neue permanente
Ausstellung "Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute". 25 Jahre nach
seiner (Wieder-)Gründung und 20 Jahre nach seinem Einzug in das
Palais Eskeles setzt das Jüdische Museum damit neue Maßstäbe.
"Mit der Präsentation dieser neuen Dauerausstellung ist auch der
Prozess der Neupositionierung des Jüdischen Museums unter meiner
Leitung abgeschlossen, erläutert Museumsdirektorin Danielle Spera.
"Im Zuge der ersten Etappe, die im Oktober 2011 der Öffentlichkeit
präsentiert wurde, standen neben der Generalsanierung des Museums am
Standort Dorotheergasse 11 die Neugestaltung des Schaudepots und des
Ateliers im Mittelpunkt. Mit der Präsentation 'Wien. Jüdisches
Museum. 21. Jahrhundert', die wir als 'Denkraum' über Grundfragen
eines jüdischen Museums der Gegenwart konzipiert haben,
signalisierten wir den BesucherInnen bereits, dass wir
museumsdidaktisch neue Wege gehen wollen und unser Konzept für die
neue Dauerausstellung ist der logische Abschluss dieses Prozesses",
so Spera.
Wertvolle Bildungsfunktion für alle
Kulturministerin Claudia Schmied zeigt sich beeindruckt vom Konzept
der neuen Dauerausstellung. "Wien und das Jüdische sind untrennbar
miteinander verbunden. Jüdisches Leben und jüdische Kultur haben
diese Stadt wesentlich mitgeprägt. Die künftige Dauerausstellung im
Jüdischen Museum bringt diesen Umstand auf eindrucksvolle Weise zum
Ausdruck", lobt Schmied den neuen museologischen Ansatz. "Mit
wissenschaftlicher Gründlichkeit und Sachlichkeit wird die Geschichte
des Judentums in Wien aufgearbeitet. Damit erfüllt die Ausstellung
eine wertvolle Bildungsfunktion für alle, die sich mit der Geschichte
der Juden in Wien auseinandersetzen möchten. Sie informiert und regt
zugleich zum Nachdenken an, ohne jedoch zu belehren. Daher hat das
BMUKK die Realisierung dieses beispielhaften Projektes mit 300.000
Euro unterstützt. Ich gratuliere Direktorin Danielle Spera und ihrem
Team zu dieser wichtigen Ausstellung."
Die permanente Ausstellung: Von der Gegenwart in die
Vergangenheit
"Wir haben einen komplett neuen historischen Zugang für die neue
Dauerausstellung gewählt - wir gehen von der Gegenwart zurück in die
Vergangenheit. Das neue Grundnarrativ überrascht und ist logisch
zugleich: Der Rundgang beginnt im Erdgeschoß mit den Jahren von 1945
bis heute. Skizziert wird der schwierige Weg einer im Jahr 1945 total
zerstörten jüdischen Gemeinde, die 1938 - sieben Jahre zuvor - noch
die größte deutschsprachige und die drittgrößte Gemeinde Europas
gewesen war, bis zu ihrer heutigen überschaubaren, aber äußerst
lebendigen Präsenz. Unmissverständlich wird dabei klar, dass die
jüdische Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht auf die
Unterstützung der österreichischen Regierung(en) zählen konnte - im
Gegenteil. Ihre heutige Größe erreichte sie nur durch den Zuzug von
Juden aus Osteuropa", erklärt Danielle Spera das neue
Ausstellungskonzept, das von Chefkurator Werner Hanak-Lettner mit dem
KuratorInnenteam des Museums erarbeitet wurde.
"Mit dem intensiven Blick auch auf die Jahre ab 1945 wird das
Jüdische Museum Wien zu einem der wenigen Ausstellungsorte, an dem
die österreichische Zeit- und Gegenwartsgeschichte thematisiert und
dargestellt wird. Dieser Zugang zeigt nicht nur, dass es heute in
Wien wieder eine vitale jüdische Gemeinde gibt, die regen Anteil am
Leben dieser Stadt nimmt, sondern er verdeutlicht auch, dass sich
Wien nicht nur mit der Vergangenheit bis 1945 sondern mit der
Nachkriegszeit kritisch auseinandersetzt", betont Kulturstadtrat
Andreas Mailath-Pokorny, der für die neue Dauerausstellung neben der
Grundsubvention für das Museum zusätzliche Mittel zur Verfügung
stellt, in seinem Statement. "Der bloße Blick zurück ohne kritische
Auseinandersetzung mit der Gegenwart, wäre gerade bei einem jüdischen
Museum zu wenig."
Umfassende Darstellung der jüdischen Geschichte
Im 2. Stock des Palais Eskeles erleben die BesucherInnen die Wiener
jüdische Geschichte von ihren Anfängen bis zu den Jahren 1938/1945.
Hier realisiert die israelische Künstlerin Maya Zack auch eine
Rauminstallation, die als Ausgangspunkt die "Gute Stube" von Isidor
Kaufmann hat, die dieser für das erste Jüdische Museum entworfen
hatte und die von den Nationalsozialisten 1938 zerstört wurde. Der
zweite Stock mit der Dauerausstellung kann dank eines vom Team Planet
Architects um Gerhard Abel entwickelten vollkommen neuen Konzepts
auch weiterhin als Veranstaltungsraum genutzt werden. Das Schaudepot
im dritten Stock ist bereits seit Herbst 2011 Bestandteil der
permanenten Ausstellung und wird nun ebenso in die neue
Gesamtkonzeption eingegliedert, wie das ebenfalls 2011 eröffnete
Atelier, das Einblicke in die Feste im jüdischen Lebensablauf bietet.
Für die neue permanente Ausstellung wird zusätzlich ein Medienguide
erstellt, der die Ausstellung auf mehreren Ebenen erlebbar macht.
"Unsere Stadt!" Die Kampagne im öffentlichen Raum
Die neue permanente Ausstellung "Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis
heute" macht die Stadt selbst zum Thema und wird mittels einer neuen
Plakatserie, die den Kern der neuen Werbelinie des Museums ausmacht,
in den öffentlichen Raum getragen. Die Stadt wird damit zum
erweiterten Ausstellungs- und Diskussionsraum.
Die Finanzierung
Für die Realisierung der neuen permanenten Ausstellung wurden
zusätzliche Mittel vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur, vom Kulturressort der Stadt Wien und von der Wien Holding als
Eigentümer des Museums bereitgestellt: Sie steuern zu den
Gesamtprojektkosten von 600.000 Euro 300.000 Euro (BMUKK), 150.000
Euro (Stadt Wien) bzw. 75.000 Euro (Wien Holding) bei. Die restlichen
Mittel werden vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus und Privatsponsoren sowie vom Verein der Freunde
des Jüdischen Museums und dem Museum selbst aufgebracht.
Information
Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Museum ist von
Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für beide Museen
(Dorotheergasse & Judenplatz) gibt es ein gemeinsames Ticket zum
Preis von 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Gruppen 7 Euro, Kinder bis zum
vollendeten 14. Lebensjahr frei, SchülerInnen (ab 15 Jahren),
Lehrlinge, StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und Präsenzdiener 5
Euro. Freier Eintritt für Schulklassen, für die Schülerführung ist
ein Kostenbeitrag von 20 Euro zu leisten. Weitere Informationen unter
www.jmw.at.
Foto- und Pressematerial zu den aktuellen Ausstellungen finden Sie
auf der Homepage des Medienbüros des Jüdischen Museums unter:
www.stalzerundpartner.com unter Service/Downloads.
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