• 19.06.2013, 09:43:19
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Weltflüchtlingstag: LR Kaufmann-Bruckberger dankt Bürgermeistern

Aufnahme von Flüchtlingen fußt auf christlich-humanistischer Prägung

Utl.: Aufnahme von Flüchtlingen fußt auf christlich-humanistischer
Prägung =

Baden (OTS) - Anlässlich des Weltflüchtlingstages, der morgen
begangen wird, dankte Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger
allen Bürgermeistern des Landes, die bereits Flüchtlinge in ihren
Gemeinden aufnehmen konnten. "Die dezentrale Unterbringung von
Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen müssen, ist die
richtige Maßnahme und fußt auf unsere christlich-humanistischen
Prägung. Da geht es meist nur um ein, zwei Familien pro Gemeinde",
erläutert die dafür in NÖ zuständige Landesrätin.

Eine erschütternde Verlogenheit sei es, so Elisabeth
Kaufmann-Bruckberger, zwar andere Staaten für ihre Unterdrückung der
Menschenrechte mit Gewalt, großspurig zu verurteilen, aber im selben
Atemzug die Opfer, die deshalb aus ihrer Heimat flüchten, als
"Schmarotzer" zu bezeichnen.

Elisabeth Kaufmann-Bruckberger: "Weltweit gibt es Millionen
Flüchtlinge, die auf Grund von politischer oder religiöser
Verfolgung, auf Grund eines Krieges, eines Rassenkampfes ihre Heimat
verlassen müssen. Wir haben die Verpflichtung diesen Menschen
gegenüber, wenn sie Asyl suchen, in einem kurzen, gesetzlichen
Verfahren zu überprüfen, ob Asyl gewährt wird oder nicht." Die
Landesrätin streicht auch hervor, dass von einer Überbelastung
Österreichs mit Flüchtlingen nicht die Rede sein kann. Im Vergleich
zur österreichischen Bevölkerung liegt die Zahl der Asylwerber bei
rund 0,4 Prozent.

Welche Bereicherung Flüchtlinge sein können, unterstreicht EKB
stellvertretend mit der Nennung dreier bekannte Persönlichkeiten, die
nach Österreich flüchten mussten:

Ioan Holender: 1959 flüchtete er von Rumänien nach Österreich. Er war
von 1992 bis August 2010 Direktor der Wiener Staatsoper und damit der
am längst amtierende Direktor seit dem Bestehen des Hauses.

Paul Lendvai: Der aus Ungarn stammende Journalist Paul Lendvai ist
politischer Kommentator in österreichischen und englischsprachigen
Medien und gilt als einer der profundesten Kenner Osteuropas. Lendvai
wurde in Ungarn im Jahr 1953 als "politisch Unzuverlässiger" für acht
Monate inhaftiert und konnte erst 1957 nach Österreich flüchten.

Kardinal Christoph Schönborn: Geboren wurde Schönborn 1945 in
Skalsken bei Litomerice (Leitmeritz) in der Tschechischen Republik.
Noch im selben Jahr musste die Familie flüchten und fand eine neue
Heimat in Österreich.

Aber auch flüchtende Österreicher konnten sich auf das Asylrecht
anderer Länder verlassen. So flüchtete der spätere Bundeskanzler
Bruno Kreisky nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten wegen seiner
jüdischen Abstammung und seines Engagements bei den Sozialisten nach
Schweden. Von dort kehrte er in den 50er Jahren nach Österreich
zurück und setzte seine politische Tätigkeit fort, bis er schließlich
1959 stellvertretender Parteivorsitzender der SPÖ wurde und von 1971
bis 1983 Bundeskanzler.

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