- 19.06.2013, 08:55:58
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Weltflüchtlingszahlen: Höchster Stand seit 1994
45,2 Millionen Menschen waren 2012 weltweit auf der Flucht
Utl.: 45,2 Millionen Menschen waren 2012 weltweit auf der Flucht =
Genf/Wien (OTS) - Die Zahl der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen hat
weltweit den höchsten Stand seit 1994 erreicht. Ein Hauptgrund
hierfür ist der Syrien-Konflikt, so der neue UNHCR-Bericht 'Global
Trends', der heute, einen Tag vor dem Weltflüchtlingstag, in Genf
veröffentlicht wurde.
Der Bericht bietet umfassende Daten und Statistiken zum Thema 'Flucht
und Vertreibung im Jahr 2012'. Die Angaben beruhen auf Informationen
von Regierungen, nichtstaatlichen Partnerorganisationen (NGOs) und
eigenen Zählungen. Ende 2012 waren demnach insgesamt über 45,2
Millionen Menschen auf der Flucht (2011: 42,5 Mio.): 15,4 Millionen
Flüchtlinge, 937.000 Asylsuchende und 28,8 Millionen
Binnenvertriebene (IDPs).
Krieg bleibt die Hauptursache für die weltweite Flucht und
Vertreibung. 55 Prozent der Flüchtlinge in der UNHCR-Statistik
stammen aus gerade einmal fünf Staaten: Afghanistan, Somalia, Irak,
Syrien und dem Sudan. Der Bericht listet zudem neue
Massenfluchtbewegungen auf: Mali, die Demokratische Republik Kongo,
den Sudan (Richtung Süd-Sudan) und Äthiopien.
"Dies sind wahrlich alarmierende Zahlen. Sie spiegeln im gewaltigen
Ausmaß individuelles Leid wider und zeigen die Schwierigkeiten der
internationalen Staatengemeinschaft auf, Konflikte zu verhindern und
rechtzeitig Lösungen für diese anzustreben", so
UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres.
Die Kluft zwischen ärmeren und reicheren Staaten bei der Aufnahme von
Flüchtlingen wird dabei immer offensichtlicher. Von den rund 10,5
Millionen Flüchtlingen unter UNHCR-Mandat (weitere 4,9 Millionen
palästinensische Flüchtlinge fallen unter das Mandat des
UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA) befinden sich die
Hälfte in Staaten mit einem Pro-Kopf-Jahreseinkommen von weniger als
5.000 US-Dollar. Insgesamt leben 81 Prozent der Flüchtlinge weltweit
in Entwicklungsländern. Vor einem Jahrzehnt waren es lediglich 70
Prozent.
Insgesamt sind 46 Prozent aller Flüchtlinge weltweit Kinder und
Jugendliche unter 18 Jahren. Von unbegleiteten Minderjährigen oder
Kindern, die von ihren Eltern getrennt sind, wurden im letzten Jahr
21.300 Asylanträge eingereicht. Dies ist die höchste jemals von UNHCR
erfasste Zahl in diesem Bereich.
Die weltweite UNHCR-Statistik umfasst neben neuen Fluchtbewegungen
und der Gesamtzahl der von globaler Flucht und Vertreibung
betroffenen Menschen auch Angaben über ehemalige Flüchtlinge und
Binnenvertriebene, die z. B. in ihre Heimatorte bzw. -regionen
zurückkehren konnten oder in ihrem neuen Heimatland eingebürgert
wurden.
UNHCR unterstützt Menschen, die zur Flucht gezwungen wurden, durch
humanitäre Hilfe oder bei der Suche nach dauerhaften Lösungen. So
konnten letztes Jahr mit UNHCR-Unterstützung für 2,7 Millionen
Menschen (526.000 Flüchtlinge und 2,1 Millionen Binnenvertriebene)
dauerhafte Lösungen erreicht werden. Unter ihnen auch 74.800
Menschen, die im Rahmen von Resettlement-Programmen aus
Erstzufluchtsstaaten in Drittstaaten neuangesiedelt werden konnten.
Im Vergleich zum Jahr 2011 gab es bei den Hauptaufnahmestaaten wenig
Änderungen. In Pakistan leben mit 1,6 Millionen Menschen aber weiter
mit Abstand die meisten Flüchtlinge, gefolgt vom Iran (868.200) und
Deutschland (589.700).
Die meisten Flüchtlinge weltweit stammen weiterhin aus Afghanistan.
Diese Angabe gilt bereits seit 32 Jahren. Durchschnittlich ist jeder
vierte von Flucht und Vertreibung Betroffene aus Afghanistan. 95
Prozent von ihnen haben in Pakistan oder im Iran Aufnahme gefunden.
Somalia, ein weiterer langwieriger Konflikt, ist das zweitgrößte
Herkunftsland von Flüchtlingen weltweit, wenngleich sich deren Zahl
nicht mehr in dem Umfang erhöhte wie in den Jahren zuvor. Es folgen
der Irak (746.700) und Syrien (471.400).
Die Zahl der Binnenvertriebenen war 2012 mit 28,8 Millionen Menschen
so hoch wie nie. Von ihnen unterstützte UNHCR 17,7 Millionen. Die
Aktivitäten erfolgen hier nicht automatisch, sondern bedürfen der
Anfrage der jeweiligen Regierungen. Einen signifikanten Anstieg der
Zahl der Binnenvertriebenen gab es im letzten Jahr in der
Demokratischen Republik Kongo und in Syrien.
Der 'Global Trends'-Report ist UNHCRs wichtigster Jahresbericht zur
weltweiten Flucht und Vertreibung. Weitere Information werden in den
Statistical Yearbooks veröffentlicht; halbjährlich erscheinen zudem
Statistiken zu den Asylanträgen in den Industrienationen.
Alle Informationen zu den Global Trends finden Sie unter
http://unhcr.org/globaltrendsjune2013
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