Dok.film: Erfolgreicher Sendeplatz für Dokumentarfilme soll gestrichen werden

Sparmaßnahmen und Nicht-Gebührenrefundierung gefährden Kultur- und Bildungsauftrag des ORF

Wien (OTS) - Der dok.film am Sonntag ist der einzige Sendeplatz innerhalb des ORF Hauptprogramms an dem die inhaltliche Vielfalt des heimischen Dokumentarfilms zur Ausstrahlung kommt.

Seit dem Start der Sendeleiste 2007 haben sich dort das Publikumsinteresse als auch der Marktanteil verdoppelt, was für die Qualitäten des heimischen Dokumentarfilmschaffens als auch die Akzeptanz dieses erfolgreichen TV-Angebots spricht. Die für diesen Sendeplatz verantwortliche Redaktion und das dort vorhandene Budget sind für österreichische Produktionen ein zentraler Partner geworden. Auch für internationale Koproduktionen stellte der Beitrag dieser Redaktion eine wichtige Grundlage dar, der Wegfall des Sendeplatzes und des Budgets würde sich für österreichische ProduzentInnen auf internationalen Märkten als großer Nachteil auswirken.

Der heimische Dokumentarfilm hat sich in den letzten 20 Jahren von einem zarten Pflänzchen zu einem starken Baum entwickelt. Die Filme von Beckermann, Seidl, Wagenhofer, Glawogger oder Geyrhalter zählen hierzulande wie international zu den erfolgreichen Beiträgen heimischer Filmkultur und haben dem Genre des kreativen Dokumentarfilms seinen unübersehbaren Platz innerhalb des österreichischen Filmschaffens verschafft. Der dok.film steht in dieser Tradition und hat in den letzten Jahren konsequent auch dem starken heimischen Dokumentarfilmnachwuchs ein Podium geboten.

Gerade der kreative, frei produzierte Dokumentarfilm hat immer auch die Funktion einer kritischen Öffentlichkeit eingenommen. Der Verlust oder das Abschieben in die Unsichtbarkeit dieser Programminhalte bedeutet somit auch einen Verlust für den öffentlichen politischen wie kulturellen Diskurs in diesem Land, das sich sonst so gern zu den führenden Kulturnationen zählt.

Ein Ersatz eines wöchentlichen Formats durch bis zu 10 Plätze pro Jahr im Hauptprogramm, wie kolportiert wird, stellt jedenfalls eine Verarmung der Vielfalt von Sichtweisen und Meinungen dar.
Eine weitestgehende Auslagerung des österreichischen (Kino-)Dokumentarfilms in ORF III stellt unserer Meinung auch keine Alternative für den Sendeplatz auf ORF II dar. ORF III hat zudem kein auch nur annähernd vergleichbares Produktionsbudget.

dok.at als Interessensgemeinschaft für den österreichischen Dokumentarfilm wehrt sich gegen die geplanten Sparpläne der ORF-Führung, die neben der Existenz und der Sichtbarkeit des österreichischen Dokumentarfilms auch den Kultur- und Bildungsauftrag des ORF gefährden.

Für dok.at:
Harald Friedl (Obmann) Michael Kitzberger
Johannes Rosenberger Ralph Wieser

Rückfragen & Kontakt:

Hanna Schmollgruber
office@dok.at
Tel.: 0699/111 87 460

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AFP0001