"Balkangipfel" beim diesjährigen Europa-Forum Wachau

LH Pröll: "Schrittmacherdienste für Zukunft des gemeinsamen Europas"

St. Pölten (OTS/NLK) - Zu einem bemerkenswerten Zusammentreffen der Regierungschefs von Serbien und Kosovo kam es am gestrigen zweiten Tag des Europa-Forums Wachau, das seit Samstag im Stift Göttweig stattfindet. Nach dem einleitenden Referat von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sprachen auch der Premierminister der Republik Kosovo, Hashim Thaci, sowie der Premierminister der Republik Serbien, Ivica Dacic zum Plenum. Weiters kamen auch der Außenminister der Republik Mazedonien, Nikola Poposki, der Außenminister Rumäniens, Titus Corlatean, und Vizekanzler Außenminister Dr. Michael Spindelegger zu Wort.

Zum 18. Mal treffe man zum Europa-Forum Wachau zusammen, um europäische Anliegen zu diskutieren, sagte Landeshauptmann Pröll. Das diesjährige Europa-Forum sei dabei ein besonderer Höhepunkt, so Pröll: "Denn wir glauben, dass derartige Begegnungen Schrittmacherdienste für die Zukunft unseres gemeinsamen Europas leisten können."

Gerade in der gegenwärtigen Situation habe man "größtes Interesse daran, dass das gemeinsame Europa noch stabiler wird", meinte Pröll. Dazu beitragen solle zum einen die Donauraumstrategie, zum anderen gehe es aber auch darum, den Balkan zu stabilisieren: "Darum ist es wichtig, dass Menschen zusammenkommen, die aus der Vergangenheit lernen und einen Beitrag leisten, um eine angespannte Situation zu entspannen." Der Landeshauptmann: "Weniger Konflikte auf diesem Kontinent bedeuten auch ein Prolongieren der Friedensphase auf diesem Kontinent."

Hashim Thaci, Premierminister der Republik Kosovo, sprach im Zusammenhang mit dem Brüsseler Abkommen zwischen Kosovo und Serbien von einer "historischen Leistung" und einem "historischen Erfolg":
"Wir haben damit eine neue Situation geschaffen, und wir haben damit begonnen, ein neues Kapitel der Geschichte aufzuschlagen."

Der westliche Balkan habe großen Einfluss auf den Frieden und den Wohlstand am europäischen Kontinent, betonte Ivica Dacic, Premierminister Serbiens. Auch er sprach im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit dem Kosovo von "historischen Schritten". Die EU sei "sicherlich das wichtigste Friedensprojekt in der Geschichte Europas", so Dacic.

Vizekanzler Spindelegger bezeichnete die diesjährige Veranstaltung als ein "außergewöhnliches Europa-Forum". Er bedankte sich im Blick auf das Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo bei den Premierministern, "dass beide diese historische Chance genutzt haben." Zum Außenauftritt der Europäischen Union hielt er fest: "Wir brauchen eine starke Position Europas in der Welt."

Nikola Poposki, Minister für auswärtige Angelegenheiten der Republik Mazedonien, nahm in seinem Referat zur gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union Stellung, diese werde in Zukunft "immer mehr an Bedeutung gewinnen".

Titus Corlatean, Minister für auswärtige Angelegenheiten von Rumänien, meinte, das Europa-Forum Wachau habe "im Laufe der Jahre sehr an Prestige gewonnen". Österreich und Rumänien verbinde "eine ganz besondere Partnerschaft", so Corlatean.

Das diesjährige Europa-Forum Wachau, das auch heuer wieder von Paul Lendvai moderiert wurde, stand ganz im Zeichen des Themas "Jenseits der Krise - Umrisse eines neuen Europas". Im Zuge der abschließenden Plenarveranstaltung wurden auch die Resumées der Arbeitskreise präsentiert. Getagt wurde zu den Themen "10 Jahre Gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik", "Subsidiarität - Solidarität", "Wirtschaft - Wachstum und Budgetsanierung" sowie "Mehr Europa durch mehr Kultur - Die Rolle der Kultur bei der europäischen Integration und in den EU-Außenbeziehungen".

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