• 16.06.2013, 12:57:04
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Ö-Menschenrechts-Delegation in Istanbul: Nach Taksim-Räumung Solidarisierungsschub in türkischer Gesellschaft

Wien (OTS) - Nach der Räumung des Istanbuler Taksim-Platzes und des
Gezi-Parks in Istanbul zieht die von türkischen Gruppierungen
eingeladene österreichische Delegation in Istanbul eine
Zwischenbilanz: "Als gestern Abend die Polizei mit der Räumung
begann, waren selbst langgediente Reporter von der harten
Vorgehensweise erschüttert: Tränengas- und Nebelgranaten sowie mit
Pfefferspray versetzte Wasserwerfer wurden gegen die völlig
friedliche Gezi-Park-Bewegung eingesetzt. Ohne jede Rücksicht auf
Kinder oder alte Menschen wurden diese Mittel angewendet, sogar gegen
viele Menschen, die sich in Hotellobbies geflüchtet hatten. Es gab
viele Verletzte. In vielen Istanbuler Stadtteilen kam es zu spontanen
Solidaritätsbekundungen mit den AktivistInnen," so Kabarettist Markus
Koschuh.

Wir können die Aussagen der türkischen Regierung, wonach es sich bei
der Taksim-Bewegung ausschliesslich um "Randalierer, Terroristen oder
extremistische Gruppierungen" handeln soll, keinesfalls bestätigen:
Was wir vor Ort gesehen haben, zeichnet ein gänzlich anderes Bild:
GewerkschafterInnen, FrauenrechtlerInnen, UmweltschützerInnen,
Homosexuelleninitiatven, armenische, kurdische und politisch breitest
gefächerte Gruppierungen setzen sich friedlich für mehr Demokratie
ein, tausende Menschen harrten seit 17 Tagen im Gezi-Park aus. Zudem
hatte die Taksim-Bewegung ohnedies beschlossen, den Protest auf
andere Weise fortzusetzen: lediglich ein Zelt sollte symbolisch im
Gezi-Park verbleiben, um so den Protest auf eine neue Ebene zu hieven
und der Regierung keine Rechtfertigung für eine gewaltsame Räumung zu
geben - dies alles sollte vor Verstreichen eines von der türkischen
Regierung gesetzten Ultimatums heute Sonntag geschehen."

"Unser Eindruck ist, dass durch das gewaltsame Vorgehen ein
Solidarisierungsschub durch die türkische Gesellschaft geht und eine
weitere Eskalation droht. Heute Abend sind Grosskundgebungen der AKP
in vielen türkischen Städten geplant, die Gewerkschaft KESK
(Gewerkschaft öffentlicher Dienst) hat für morgen zum Streik
aufgerufen. Es scheint jedenfalls klar: durch die friedlichen
Aktivitäten der Gezi-Park-Bewegung seit der gestrigen Räumung von
Taksim-Platz und Gezi-Park haben wir es mit einer anderen Türkei zu
tun, als etwa vor drei Wochen."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

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