• 14.06.2013, 13:43:09
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The Essence 2013: Jahresausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien

Wien (OTS) - The Essence 2013 zeigt ausgewählte künstlerische Einzel-
und Gruppenarbeiten von Studierenden und AbsolventInnen aller
künstlerischen Abteilungen aus dem Studienjahr 2012/13. Die
Jahresausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien gilt als
Höhepunkt eines Studienjahres und spiegelt - kuratiert von Edek Bartz
in Zusammenarbeit mit den Professorinnen und Professoren - die
künstlerische Disziplinenvielfalt, die intermedialen
Grenzüberschreitungen und Semesterthemen an der Angewandten wider.

Das Unvorstellbare vorstellen

Die Abteilung Industrial Design 2, geleitet von Fiona Raby,
entwickelte Techniken der Prototypengestaltung mit dem Ansatz, nicht
Probleme lösen, sondern neue Fragen stellen zu wollen. Insofern die
Erforschung neuer Techniken selbst Thema war, muten die Ergebnisse zu
so unterschiedlichen Objektbereichen wie "Beautification", "Factory
Farming", "Prosthetics" abstrahiert und überraschend fast wie
Kunstwerke an. Sie verhelfen der Vorstellung des Unvorstellbaren zur
Anschaulichkeit.

Auch die in der Abteilung Digitale Kunst unter der Leitung von
Ruth Schnell entwickelten Objekte sind Ergebnisse
künstlerisch-experimentellen Forschens. Präsentiert werden Projekte
aus den Bereichen Videoinstallation, Sonifizierung, spatialer Sound,
Cross Media und Hybrid Art. In der Installation "Spatially
Apprehended Will of the Epoch, Nothing Else" von David Razzi
konvergieren unterschiedliche Medien zu einem hybriden Artefakt. Als
Computeranimation auf Fotoprint projiziert, dient eine Abbildung des
prototypischen Musterraums von Mies van der Rohe aus dem Jahre 1931
als Dispositiv und wird zum "Schauplatz", auf dem die Verhältnisse
ins Wanken geraten. Die materiellen Güter, mit denen die räumliche
Umgebung nach und nach befüllt wird, geben Hinweise auf die sich
verändernde Lebensumstände der jeweiligen Subjekte.

Die Videoarbeit Fracking Traces von Johannes Schrems setzt sich
mit Problemen der Veranschaulichung komplexer gesellschaftlicher
Zusammenhänge im globalen Maßstab auseinander. Die Arbeit besteht aus
einer raumhohen Videoprojektion, in der Satellitenbilder zu einer
Bewegtbildsequenz montiert sind. Vom Weltall aus gesehen scheint es
sich um ästhetisch ansprechende "Tätowierungen" der Erdoberfläche zu
handeln, tatsächlich sind die geometrischen Gebilde Spuren in der
Landschaft, welche die Fracking-Industrie hinterlässt. Die Soundebene
der Installation imitiert Bohr- und Fracking-Geräusche. Man hört
gleichsam, wie sich die Schallwellen im Erdreich fortbewegen und in
einem dumpfen Soundwall verdichten.

Öffentliche Bilder und individuelle Erscheinungen

Die Abteilung Grafik und Druckgrafik stellte das Thema öffentliche
und veröffentlichte Bilder, die in der Kommunikationsgesellschaft für
unser Weltbild bestimmend geworden sind, sowie die
verantwortungsvolle Rolle der Kreativen in den Vordergrund ihres
künstlerischen Schaffens. Exemplarisch präsentiert die Abteilung zwei
Positionen in einer gemeinsamen, raumgreifenden Installation.

Die Arbeit "Public Image" von János Mohácsi experimentiert mit dem
öffentlichen Bild und der öffentlichen Wahrnehmung von individueller
Erscheinung. Es ist ein kritischer Umgang mit den Erfahrungen in
einem Mitteleuropa, das zur Normalität der Mobilität zurückgekehrt
ist. Überdimensionale Zeichnungen zeigen Selbstportraits mit leichten
Variationen, ausreichend, um unterschiedliche Kategorisierungen zu
provozieren. Selbstbefragung wird so zur Befragung der
Fremdwahrnehmung, die Zeichnung zur Kopie. In Postergröße wird die
Verbindung zur Funktion und Macht des affichierten Bildes und seiner
Macht über uns sichtbar. Wenn die Blätter durch die Luft bewegt
werden, zeigt sich aber auch deren Flüchtigkeit. Bleibend sind die
Bilder, die Zugang zu unserem kollektiven Gedächtnis gefunden haben.

Umschlossen von den außenwirksamen Posterportraits findet sich die
medienübergreifende Installation "Forest Transparency" von Karina
Mendreczky. Ihr Pendeln zwischen Ungarn und Österreich führt sie
entlang der Wälder, die fast unberührt zwischen den großen urbanen
Zentren der beiden Länder liegen. In ihrer lyrischen Installation
spürt sie in einem romantischen Sinn einer Natur ohne Menschen nach.
Das Objekt, das aus Papier und bedrucktem Acrylglas entstanden ist,
dient Mendreczky sowohl als Entsprechung der Projektionsfläche
"Natur" als auch als Container von Ideen zur Visualisierung und
Medialisierung ihrer Reflexionen.

Bewegung als architektonische Ausdrucksform

Auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten der Bewegung als
eine neue architektonische Ausdrucksform, nicht im Sinne der
Suggestion, sondern sprichwörtlich zu erkunden, abseits von
herkömmlichen Beschattungselementen oder parametrischen Fassaden,
beschäftigte sich das Studio Lynn am Institut für Architektur im
Studienjahr 2013 mit Projekten, die über Volumen-Verschiebungen/
-Transformationen im Gebäudemaßstab sowohl das innere Raumgefüge als
auch das städtebauliche Bild verändern. Erkundet wurde "sich
bewegende Architektur", die sowohl auf neue programmatische Aufgaben
als auch auf Anforderungen des Klimaengineerings Bezug nehmen kann.
Es wurden Strategien im Tages- und Jahresablauf getestet, wie sich
die riesigen bewegenden Gebäude-Volumina positiv auf Temperatur,
Beschattung und Luftfeuchtigkeit auswirken können. Im Wintersemester
wurde ein Sportkomplex in den Vereinigten Arabischen Emiraten
entworfen, wobei drei im Maßstab unterschiedliche
Veranstaltungsstätten eingehüllt werden mussten. Im Sommersemester
wurde dieselbe Aufgabenstellung in einem "Flagshipstore" in
Tokyo-Ginza erprobt. Trotz des Sprunges im Maßstab vom Sportkomplex
zum Kaufhaus manifestieren sich in den Projekten dieselben Grundideen
der stätigen räumlichen Veränderung des Inneren des Gebäudes und im
urbanen Kontext eine sich fortlaufend wandelbare Silhouette in einer
Größe, in der tatsächliche Bewegungen in der Architektur selten einen
Platz findet.

On-site Research

Im Jänner 2013 haben "Art-&Science"-Studierende mit 14/16, On-site
research - Micro-exhibits at six places ortsspezifische Arbeiten an
den Partnerinstituten gezeigt, die zusammen ein Netzwerk von
Mikro-Ausstellungen bilden und den erweiterten Raum eines
transdisziplinären Laboratoriums nachzeichnen sollten.
Mit Fragments zeigte Anita Peretti als ortsspezifische
Mikro-Ausstellung im Jänner 2013 Reflexionen über den Alltag im
Wartebereich der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am
Allgemeinen Krankenhaus Wien. Im Fokus standen die individuellen
Perspektiven und Erwartungen der PatientInnen im Wartebereich und wie
diese beeinflusst oder verändert werden können. Mit entworfenen
Postkarten, Tarotkarten, Flyern sowie einem Doktormantel stellte
Peretti Gegenstände aus, die etwas über das Image des Krankenhauses
in den Medien, die Ausstattung des Spitals und die persönlichen
Anliegen der PatientInnen aussagen sollten.

Zugvögel orientieren sich am Erdmagnetfeld, um von ihren
ursprünglichen Nistgebieten in den Süden zu ziehen. Sie fliegen dabei
ohne Blickkontakt zur Erdoberfläche. Die Intensitätsschwankungen der
Magnetlinien verändern während des Flugs bestimmte Moleküle in der
Netzhaut der Tiere, sodass diese vor ihrem inneren Auge einen
Flugplan abrufen können. Céline Struger von der Abteilung TransArts
hat ein aus 6 mm starken Stahlplatten zusammengesteckten Vogelhaus
gebaut. Auf Schraubverbindungen hat sie verzichtet. Die um den
Eisenpfosten gewundene Kupferspule bildet gemeinsam mit der Batterie
einen Elektromagneten. Durch Anklemmen der Kabel wird ein Magnetfeld
mit einer Stromstärke von 0,5 Ampere erzeugt.

The Essence 2013 ist vom 26. Juni bis zum 14. Juli 2013 im
Künstlerhaus Wien zu sehen.

Ausstellungseröffnung
25. Juni 2013, 19:30

Ausstellung
26. Juni 2013 - 14. Juli 2013
Künstlerhaus Wien, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Täglich außer Mo 10:00-18:00; Do 10:00-21:00
Eintritt: Euro 5,00 regulär; Euro 4,00 ermäßigt
Ö1 Club Ermäßigung und Ö1 Uni-Card Ermäßigung: 20 %, gilt auch für
eine Begleitperson

Pressefotos:
Druckfähige Fotos finden Sie in Kürze auf www.dieangewandte.at

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