The Essence 2013: Jahresausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien

Wien (OTS) - The Essence 2013 zeigt ausgewählte künstlerische Einzel-und Gruppenarbeiten von Studierenden und AbsolventInnen aller künstlerischen Abteilungen aus dem Studienjahr 2012/13. Die Jahresausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien gilt als Höhepunkt eines Studienjahres und spiegelt - kuratiert von Edek Bartz in Zusammenarbeit mit den Professorinnen und Professoren - die künstlerische Disziplinenvielfalt, die intermedialen Grenzüberschreitungen und Semesterthemen an der Angewandten wider.

Das Unvorstellbare vorstellen

Die Abteilung Industrial Design 2, geleitet von Fiona Raby, entwickelte Techniken der Prototypengestaltung mit dem Ansatz, nicht Probleme lösen, sondern neue Fragen stellen zu wollen. Insofern die Erforschung neuer Techniken selbst Thema war, muten die Ergebnisse zu so unterschiedlichen Objektbereichen wie "Beautification", "Factory Farming", "Prosthetics" abstrahiert und überraschend fast wie Kunstwerke an. Sie verhelfen der Vorstellung des Unvorstellbaren zur Anschaulichkeit.

Auch die in der Abteilung Digitale Kunst unter der Leitung von Ruth Schnell entwickelten Objekte sind Ergebnisse künstlerisch-experimentellen Forschens. Präsentiert werden Projekte aus den Bereichen Videoinstallation, Sonifizierung, spatialer Sound, Cross Media und Hybrid Art. In der Installation "Spatially Apprehended Will of the Epoch, Nothing Else" von David Razzi konvergieren unterschiedliche Medien zu einem hybriden Artefakt. Als Computeranimation auf Fotoprint projiziert, dient eine Abbildung des prototypischen Musterraums von Mies van der Rohe aus dem Jahre 1931 als Dispositiv und wird zum "Schauplatz", auf dem die Verhältnisse ins Wanken geraten. Die materiellen Güter, mit denen die räumliche Umgebung nach und nach befüllt wird, geben Hinweise auf die sich verändernde Lebensumstände der jeweiligen Subjekte.

Die Videoarbeit Fracking Traces von Johannes Schrems setzt sich mit Problemen der Veranschaulichung komplexer gesellschaftlicher Zusammenhänge im globalen Maßstab auseinander. Die Arbeit besteht aus einer raumhohen Videoprojektion, in der Satellitenbilder zu einer Bewegtbildsequenz montiert sind. Vom Weltall aus gesehen scheint es sich um ästhetisch ansprechende "Tätowierungen" der Erdoberfläche zu handeln, tatsächlich sind die geometrischen Gebilde Spuren in der Landschaft, welche die Fracking-Industrie hinterlässt. Die Soundebene der Installation imitiert Bohr- und Fracking-Geräusche. Man hört gleichsam, wie sich die Schallwellen im Erdreich fortbewegen und in einem dumpfen Soundwall verdichten.

Öffentliche Bilder und individuelle Erscheinungen

Die Abteilung Grafik und Druckgrafik stellte das Thema öffentliche und veröffentlichte Bilder, die in der Kommunikationsgesellschaft für unser Weltbild bestimmend geworden sind, sowie die verantwortungsvolle Rolle der Kreativen in den Vordergrund ihres künstlerischen Schaffens. Exemplarisch präsentiert die Abteilung zwei Positionen in einer gemeinsamen, raumgreifenden Installation.

Die Arbeit "Public Image" von János Mohácsi experimentiert mit dem öffentlichen Bild und der öffentlichen Wahrnehmung von individueller Erscheinung. Es ist ein kritischer Umgang mit den Erfahrungen in einem Mitteleuropa, das zur Normalität der Mobilität zurückgekehrt ist. Überdimensionale Zeichnungen zeigen Selbstportraits mit leichten Variationen, ausreichend, um unterschiedliche Kategorisierungen zu provozieren. Selbstbefragung wird so zur Befragung der Fremdwahrnehmung, die Zeichnung zur Kopie. In Postergröße wird die Verbindung zur Funktion und Macht des affichierten Bildes und seiner Macht über uns sichtbar. Wenn die Blätter durch die Luft bewegt werden, zeigt sich aber auch deren Flüchtigkeit. Bleibend sind die Bilder, die Zugang zu unserem kollektiven Gedächtnis gefunden haben.

Umschlossen von den außenwirksamen Posterportraits findet sich die medienübergreifende Installation "Forest Transparency" von Karina Mendreczky. Ihr Pendeln zwischen Ungarn und Österreich führt sie entlang der Wälder, die fast unberührt zwischen den großen urbanen Zentren der beiden Länder liegen. In ihrer lyrischen Installation spürt sie in einem romantischen Sinn einer Natur ohne Menschen nach. Das Objekt, das aus Papier und bedrucktem Acrylglas entstanden ist, dient Mendreczky sowohl als Entsprechung der Projektionsfläche "Natur" als auch als Container von Ideen zur Visualisierung und Medialisierung ihrer Reflexionen.

Bewegung als architektonische Ausdrucksform

Auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten der Bewegung als eine neue architektonische Ausdrucksform, nicht im Sinne der Suggestion, sondern sprichwörtlich zu erkunden, abseits von herkömmlichen Beschattungselementen oder parametrischen Fassaden, beschäftigte sich das Studio Lynn am Institut für Architektur im Studienjahr 2013 mit Projekten, die über Volumen-Verschiebungen/ -Transformationen im Gebäudemaßstab sowohl das innere Raumgefüge als auch das städtebauliche Bild verändern. Erkundet wurde "sich bewegende Architektur", die sowohl auf neue programmatische Aufgaben als auch auf Anforderungen des Klimaengineerings Bezug nehmen kann. Es wurden Strategien im Tages- und Jahresablauf getestet, wie sich die riesigen bewegenden Gebäude-Volumina positiv auf Temperatur, Beschattung und Luftfeuchtigkeit auswirken können. Im Wintersemester wurde ein Sportkomplex in den Vereinigten Arabischen Emiraten entworfen, wobei drei im Maßstab unterschiedliche Veranstaltungsstätten eingehüllt werden mussten. Im Sommersemester wurde dieselbe Aufgabenstellung in einem "Flagshipstore" in Tokyo-Ginza erprobt. Trotz des Sprunges im Maßstab vom Sportkomplex zum Kaufhaus manifestieren sich in den Projekten dieselben Grundideen der stätigen räumlichen Veränderung des Inneren des Gebäudes und im urbanen Kontext eine sich fortlaufend wandelbare Silhouette in einer Größe, in der tatsächliche Bewegungen in der Architektur selten einen Platz findet.

On-site Research

Im Jänner 2013 haben "Art-&Science"-Studierende mit 14/16, On-site research - Micro-exhibits at six places ortsspezifische Arbeiten an den Partnerinstituten gezeigt, die zusammen ein Netzwerk von Mikro-Ausstellungen bilden und den erweiterten Raum eines transdisziplinären Laboratoriums nachzeichnen sollten.
Mit Fragments zeigte Anita Peretti als ortsspezifische Mikro-Ausstellung im Jänner 2013 Reflexionen über den Alltag im Wartebereich der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am Allgemeinen Krankenhaus Wien. Im Fokus standen die individuellen Perspektiven und Erwartungen der PatientInnen im Wartebereich und wie diese beeinflusst oder verändert werden können. Mit entworfenen Postkarten, Tarotkarten, Flyern sowie einem Doktormantel stellte Peretti Gegenstände aus, die etwas über das Image des Krankenhauses in den Medien, die Ausstattung des Spitals und die persönlichen Anliegen der PatientInnen aussagen sollten.

Zugvögel orientieren sich am Erdmagnetfeld, um von ihren ursprünglichen Nistgebieten in den Süden zu ziehen. Sie fliegen dabei ohne Blickkontakt zur Erdoberfläche. Die Intensitätsschwankungen der Magnetlinien verändern während des Flugs bestimmte Moleküle in der Netzhaut der Tiere, sodass diese vor ihrem inneren Auge einen Flugplan abrufen können. Céline Struger von der Abteilung TransArts hat ein aus 6 mm starken Stahlplatten zusammengesteckten Vogelhaus gebaut. Auf Schraubverbindungen hat sie verzichtet. Die um den Eisenpfosten gewundene Kupferspule bildet gemeinsam mit der Batterie einen Elektromagneten. Durch Anklemmen der Kabel wird ein Magnetfeld mit einer Stromstärke von 0,5 Ampere erzeugt.

The Essence 2013 ist vom 26. Juni bis zum 14. Juli 2013 im Künstlerhaus Wien zu sehen.

Ausstellungseröffnung
25. Juni 2013, 19:30

Ausstellung
26. Juni 2013 - 14. Juli 2013
Künstlerhaus Wien, Karlsplatz 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Täglich außer Mo 10:00-18:00; Do 10:00-21:00 Eintritt: Euro 5,00 regulär; Euro 4,00 ermäßigt
Ö1 Club Ermäßigung und Ö1 Uni-Card Ermäßigung: 20 %, gilt auch für eine Begleitperson

Pressefotos:
Druckfähige Fotos finden Sie in Kürze auf www.dieangewandte.at

Rückfragen & Kontakt:

und Führungsanfragen:
Universität für angewandte Kunst Wien
Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
Mag. Marietta Böning, MAS
marietta.boening@uni-ak.ac.at
Mag. Anja Seipenbusch-Hufschmied (Leitung)
anja.seipenbusch@uni-ak.ac.at
Oskar Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
T: + 43-1-711 33 2161
F: + 43-1-711 33 2169

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