WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Und es wird ein Wunder geschehen - von Günter Fritz

Die GmbH light ist ein wichtiger Schritt für den Wirtschaftsstandort

Wien (OTS) - Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort passt perfekt zur GmbH-Reform, die gestern nach langem Tauziehen doch noch das Parlament passierte und mit 1. Juli rechtswirksam wird. Damit erfüllt sich eine lange Forderung der Wirtschaft, die vor rund drei Jahren bereits beinahe erfüllt schien, dann aber in letzter Minute von diversen Interessensgruppen abgeschossen wurde.

Auch diesmal war es ähnlich, denn als sich die Koalitionsparteien längst einig waren und ein ausverhandeltes Reformpapier auf den Weg schickten, kamen im Frühjahr wieder die üblichen Verhinderer ans Licht. Arbeiterkammer, Gläubigerschützer und auch Notare hatten plötzlich wieder Bedenken und wollten Änderungen durchsetzen. Doch manchmal geschehen tatsächlich Wunder und die GmbH-Reform überstand auch den Justizausschuss - obwohl SPÖ und ÖVP etwa beim Gläubiger-beziehungsweise Konsumentenschutz bis zuletzt nicht unbedingt einer Meinung waren. Aber vielleicht wollten Bundeskanzler Werner Faymann und sein Vize Michael Spindelegger auch beweisen, dass die Regierung trotz aller Kritik doch etwas zusammenbringen und dabei sogar Teile der Opposition ins Boot holen kann. Immerhin stecken wir ja bereits im Vorwahlkampf.

Den Unternehmern können derlei Motive, sollten sie tatsächlich zutreffen, aber egal sein. Wichtig ist nur, dass die GmbH light endlich zustande gekommen ist. Trotz aller Unkenrufe ist die Reform ein wichtiger Schritt für den Wirtschaftsstandort, weil damit den internationalen Rahmenbedingungen Rechnung getragen wird. In Großbritannien gibt es die berühmt-berüchtigte Ein-Pfund-Limited, die hierzulande nach wie vor niemand haben will, und im EU-Schnitt beträgt das für Firmengründungen nötige Stammkapital 8000 Euro. Österreich kann sich mit den künftig 10.000 Euro statt wie bisher 35.000 Euro Mindeststammkapital also durchaus sehen lassen.

Tatsächlich wird durch die Reform die Rechtsform GmbH modernisiert; sie wird günstiger, einfacher und schneller umsetzbar. Das wird zu einem Schub bei den Gründungen in dieser Rechtsform führen, die Umsetzung kreativer Geschäftsmodelle fördern und die Abwanderung von Unternehmern ins Ausland verhindern. Die GmbH light fördert die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und ist damit mit offenen Armen zu begrüßen.

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