Offshore-Leaks: Zwei abgetauchte Kasachen, sechs Milliarden Dollar und Spur nach Wien

Per Interpol gesuchter Kasache in Offshore-Leaks-Datenbank, Wiener Firma involviert

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe die nächsten "Österreich-Treffer" aus der Offshore-Leaks-Datenbank.

Es geht dabei um den Kasachen Syrym Shalabayev, der von Interpol per Haftbefehl gesucht wird. Der Mann soll seinem Schwager, dem Oligarchen Mukhtar Ablyazov geholfen haben, über ein Netzwerk von Briefkastenfirmen die kasachische BTA-Bank um sechs Milliarden US-Dollar zu schädigen.

In der Offshore-Leaks-Datenbank taucht Shalabayev als wirtschaftlicher Berechtigter einer Refgen Technologies Inc auf, die auf den British Virgin Islands gegründet wurde. Offizieller Eigentümer der Refgen war die Wiener Firma SEVW Holding, die sich zuletzt offiziell mit der Vermietung von Kraftfahrzeugen beschäftigte. Doppelt brisant: Gegründet hat die unscheinbare SEVW Holding die kasachische Sängerin Anar Aitzhanova, die als internationaler Superstar gilt.

Aitzhanova ist die Witwe von Yerzhan Tatishev, der so wie Ablyazov Miteigentümer und Präsident der BTA-Bank war bis er im Dezember 2004 bei einem mysteriösen Jagdunfall verstarb. Aitzhanova ist über ihre österreichische Privatstiftung auch an der Euram Holding AG beteiligt, die Alleineigentümerin der European American Investment Bank ist. Diese Bank geriet bereits bei der Formel-1-Affäre um den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider in die Schlagzeilen. Über das Institut zahlten zwei Russen, die auf Kärntner Antrag die österreichische Staatsbürgerschaft erhielten, zwei Millionen Euro nach Kärnten.

Aus der Offshore-Leaks-Datenbank geht zudem hervor, dass der flüchtige Shalabayev wahrer wirtschaftlicher Berechtigter von 31 (!) weiteren Briefkastenfirmen ist. Dass Shalabyevs Schwester, die Ablyazovs Frau ist, vor kurzem von Italien nach Kasachstan abgeschoben wurde, sorgt jüngst für internationale Schlagzeilen.

Anar Aitzhanova beantwortete den von NEWS übermittelten Fragenkatalog nicht und ließ über ihren Wiener Anwalt ausrichten:
"Unsere Mandantin gibt keinen Kommentar in der Angelegenheit ab."

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