- 12.06.2013, 15:42:29
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SP-Vettermann: Die Stadt Wien übernimmt Verantwortung gegenüber den Heimopfern
Drei Studien beauftragt - Ergebnisse werden öffentlich präsentiert, 31,5 Mio. für Opferschutzgremium, Überwachung und effiziente Kontrolle der modernen Jugendwohlfahrt
Utl.: Drei Studien beauftragt - Ergebnisse werden öffentlich
präsentiert, 31,5 Mio. für Opferschutzgremium, Überwachung und
effiziente Kontrolle der modernen Jugendwohlfahrt =
Wien (OTS/SPW-K) - "Die Stadt Wien hat beispielhaft vorgezeigt, wie
eine seriöse Aufarbeitung der tragischen und durch nichts zu
rechtfertigenden Vorkommnisse stattfinden kann. Dazu setzte sie auf
drei Säulen: Aufklärung, Entschädigung und dies in Zukunft nie mehr
geschehen lassen", so der Vorsitzende des Wiener Bildungs- und
Jugendausschusses, SP-Gemeinderat Heinz Vettermann anlässlich der
heutigen Präsentation des Abschlussberichtes der
Wilhelminenberg-Kommission.
Die Stadt Wien sei sich ihrer Verantwortung den Opfern gegenüber
vollends bewusst. "Bürgermeister Häupl entschuldigte sich bereits für
die unvorstellbaren Gräueltaten, denen damalige Kinder der
Jugendwohlfahrt ausgesetzt waren. Jugendstadtrat Christian Oxonitsch
entschuldigte sich erst heute Vormittag erneut im Rahmen der
Präsentation des Endberichts der Wilhelminenbergkommission unter der
Leitung von Dr. Barbara Helige", so der SP-Gemeinderat.
Studien um Verbrechen ans Tageslicht zu bringen
Die Stadt Wien gab mehrere Studien in Auftrag. Die Ergebnisse der
HistorikerInnenkommission unter der Leitung von Univ. Prof. Dr.
Reinhard Sieder, die vor einem Jahr veröffentlicht wurde ist unter
http://www.wien.gv.at/menschen-gesellschaft/historikerinnen-bericht.h
tml online abrufbar. Die heute präsentierte Studie von Dr. Barbara
Helige ist unter http://www.kommission-wilhelminenberg.at/ online
abrufbar. Für kommende Woche ist die Präsentation der
Pflegeelternstudie des FH Campus unter der Leitung von Elisabeth
Raab-Steiner angekündigt. "All dies dient der Transparenz und der
Aufklärung. Von Vertuschung kann nicht die Rede sein", so
SP-Vettermann.
31,5 Mio. Euro um Opfern zu helfen
"Als zweite unmittelbare Reaktion auf die schweren Vorwürfe gegen die
Wiener Jugendwohlfahrt zwischen den 50er und den 70er Jahren
beauftragte die Stadt Wien das Opferschutzgremium allen Geschädigten
zu helfen. Da die Strafbarkeit der Verbrechen zum großen Teil
verjährt ist, orientierte sich die Stadt an aktuell gängigen
Entschädigungszahlungen der Gerichte und beschloss 31,5 Mio. Euro als
Hilfe für die Heimopfer. 1.713 Personen nahmen diese Hilfeleistungen
in Form von therapeutischen Einheiten und/oder finanziellen
Unterstützung an", so SP-Vettermann weiter.
Moderne Kontrolleinrichtungen um eine Wiederholung zu
verhindern
"Außerdem wurden alle Großheime geschlossen. Kinder der modernen
Jugendwohlfahrt leben in Wohngemeinschaften zu acht Personen. Sie
gehen in öffentliche Schulen und besuchen praktische Ärzte, wenn sie
krank sind. Die geschlossenen Systeme, die den Missbrauch in der
Vergangenheit begünstigt haben, wurden aufgebrochen und Peter Sarto
wurde als Jungendombudsmann damit beauftragt, Ansprechperson für
Beschwerden und Anliegen der Kinder der Jugendwohlfahrt zu sein",
unterstrich der SP-Mandatar. Darüber hinaus gebe es eine Vielzahl
weiterer Kontrollinstanzen die verhindern sollen, dass sich
Vergleichbares in der Geschichte wiederhole. Dies sei oberstes Ziel
und oft artikulierter Wunsch aller Opfer. "Trotzdem darf die moderne
Jugendwohlfahrt nie aufhören sich weiterzuentwickeln, selbst zu
hinterfragen und zu kontrollieren. Derartige Verbrechen an Kindern
dürfen nie wieder passieren", so SP-Vettermann abschließend.
(Schluss)
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